Erhöhte Leberwerte – Symptome und Behandlung

Erhöhte Leberwerte: Leber (Illustration) © istockphoto, 7activestudio

Viele Lebererkrankungen werden erst spät erkannt. Tückisch an Lebererkrankungen ist, dass die Leber kein Schmerzempfinden hat und keine Warnzeichen aussendet. Mögliche Beschwerden sind eher unspezifisch. So bleibt es häufig bei der Einstufung als Alltagsbeschwerden wie zum Beispie "Stress" oder "chronische Erschöpfung".

Achten Sie auf ungewohnte oder neue Körpersignale. Wenn Sie verunsichert sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Eine genaue Beschreibung der Beschwerden ermöglicht dem Arzt, gezielt weiterführende Untersuchungen einzuleiten. Sind Ihnen erhöhte Leberwerte bekannt, muss die Ursache für diese Veränderung untersucht werden.

Symptome einer Lebererkrankung

Symptome, die auf eine Erkrankung der Leber oder Galle hinweisen können:

  • Ständige Müdigkeit, Konzentrationsstörungen
  • Druckgefühl im rechten Oberbauch
  • Juckreiz
  • Lehmfarbener Stuhl und bierbrauner Urin
  • Appetitverlust, Ekel gegen bestimmte Speisen, vor allem Fleisch
  • Gewichtsveränderungen, Übelkeit und Erbrechen, Blähbauch
  • Nasenbluten und Blutergüsse
  • Gelbfärbung der Haut oder Augen
  • Häufige Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Verminderung der Körperbehaarung im Brust- oder Bauchbereich bei Männern
  • Häufig erhöhte Leberwerte Gamma-GT, GOT und GPT

Wenn diese Symptome bei Ihnen schon häufiger aufgefallen sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Behandlung von Lebererkrankungen

Ein Allheilmittel gegen jede Lebererkrankung gibt es nicht. Wird eine Erkrankung festgestellt, sind die Therapiemöglichkeiten je nach Ursache unterschiedlich – zum Teil sogar völlig entgegengesetzt: 

  • So wird zum Beispiel eine Hepatitis C zurzeit vor allem mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem gegen das Virus anregen sollen (Interferone).
  • Bei einer Autoimmunhepatitis, bei der das eigene Immunsystem die Leber angreift, versucht man dagegen, das Immunsystem zu dämpfen.
  • Bei übergewichtigen Patienten mit Fettleberhepatitis (NASH) steht oft eine Ernährungsumstellung mit schonender Gewichtsreduktion an erster Stelle.

Zusätzliche Belastung der Leber vermeiden

Egal welche Ursache die Lebererkrankung hat: Meiden Sie Stoffe, die die Leber zusätzlich belasten. Dazu gehört vor allem der Alkohol. Auch Rauchen kann eine Lebererkrankung unter Umständen verschlimmern. Medikamente, die nicht unbedingt nötig sind, sollten ebenfalls vermieden werden.

Schwieriger wird es, wenn Sie Medikamente wegen einer anderen, schweren Erkrankung einnehmen müssen und diese die Leber belasten. Sprechen Sie Ihren Arzt oder Apotheker an, ob es verträglichere Präparate gibt. Auf gar keinen Fall sollten Sie wichtige Medikamente (zum Beispiel Bluthochdruckmittel oder Epileptika) ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen, nur weil Ihre Leberwerte erhöht sind.

Wer kann helfen?

Wenn Sie aufgrund Ihrer Beschwerden oder Leberwerte befürchten, dass Sie möglicherweise eine Lebererkrankung haben, fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Im Zweifelsfall kann es sinnvoll sein, einen Facharzt zu Rate zu ziehen, der sich intensiv mit dem Gebiet befasst.

Spezialisten für Leberkrankheiten sind Hepatologen und Gastroenterologen. Diese arbeiten entweder im niedergelassenen Bereich oder in Kliniken. Wenden Sie sich an einen Arzt Ihres Vertrauens.

Aktualisiert: 25.08.2017 - Autor: Udo Schmidt

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