Fettleber: Nicht nur Alkohol als Ursache

Mann mit Fettleber im Krankenhaus © istockphoto, Wavebreakmedia

Eine Fettleber wird in erster Linie mit Alkohol in Verbindung gebracht, doch auch Stoffwechselerkrankungen, falsche Ernährung oder Medikamente können eine Verfettung der Leber verursachen. Da sich Symptome normalerweise erst zeigen, wenn die Leberfunktion bereits eingeschränkt ist, bleibt eine Fettleber häufig lange unbemerkt. Dabei ist frühzeitiges Handeln wichtig: Eine verfettete Leber kann sich nämlich entzünden und zu einer Leberzirrhose führen. Dadurch erhöht sich zudem das Risiko für Leberkrebs. Werden die Veränderungen an der Leber dagegen rechtzeitig erkannt, reicht meist schon eine Veränderung der Lebensgewohnheiten aus, um eine Fettleber zu heilen. 

Ursachen und Entstehung

Von einer Fettleber (Steatosis hepatis) spricht man, wenn über die Hälfte aller Leberzellen Fett (Triglyceride) eingelagert haben. Je nach Ursache unterscheidet man zwei Formen:

Bei der alkoholischen Fettleber entstehen durch die vermehrt stattfindende Entgiftung von Alkohol in der Leber bestimmte Stoffe, die den Abbau von Fettsäuren hemmen und die Fettproduktion fördern. Bei dauerhaft erhöhtem Alkoholkonsum kommt es so zu einer zunehmenden Speicherung von Fett in den Leberzellen.

Die nicht-alkoholische Fettleber kann durch verschiedene Ursachen bedingt sein:

  • Falsche Ernährung mit zu viel Fett und Zucker führt zu Übergewicht und fördert die Neubildung und Ansammlung von Fett in den Leberzellen.
  • Fettstoffwechselstörungen können genetisch bedingt sein oder als Folge von anderen Erkrankungen auftreten. Dabei führen erhöhte Blutfettwerte zu einer verstärkten Aufnahme von Fettsäuren in die Leber.
  • Bei Diabetes mellitus kann Zucker durch mangelnde Wirkung oder fehlende Produktion des Hormons Insulin nicht abgebaut werden und wird vermehrt zu Fett umgewandelt und in die Leber eingelagert.
  • Autoimmunerkrankungen, Virusinfektionen und Medikamente wie bestimmte Antibiotika, Chemotherapeutika und Cortison können die Leber schädigen und so den Fettabbau stören.
  • Bei extremer Mangelernährung können gewisse Transportproteine nicht mehr hergestellt werden, wodurch das Fett nicht mehr abtransportiert werden kann und sich in der Leber ansammelt.
  • In der Schwangerschaft kann es durch die Hormonveränderung zu einem Anstieg der Fettsäuren im Blut und zu einer Störung des Fettsäureabbaus in der Leber kommen.

Fettleber: Symptome

Die Verfettung der Leber ist ein schleichender Vorgang und verursacht zunächst keine Beschwerden. In einem fortgeschrittenen Stadium kann es zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, verringerter Leistungsfähigkeit sowie Völlegefühl, Übelkeit und Druckgefühl im rechten Oberbauch kommen.

Diagnose der Fettleber

Meist wird eine Fettleber aufgrund der fehlenden Symptome erst zufällig im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Die mit einer Leberverfettung einhergehende Vergrößerung des Organs kann durch Abtasten des Bauches oder bei einer Ultraschall-Untersuchung festgestellt werden. Zusätzlich werden die Leberwerte im Rahmen einer Blutuntersuchung bestimmt: Eine Schädigung der Leber zeigt sich durch einen Anstieg der Enzyme GOT, GPT, gGT und AP im Blut.

Grund für die Veränderung der Blutwerte ist das Absterben von Leberzellen, wobei Enzyme ins Blut freigesetzt werden, die vor allem in den Zellen der Leber vorkommen. Da diese Werte jedoch nichts über die Ursache der Leberschäden aussagen, entnimmt der Arzt zusätzlich eine Gewebeprobe, um die Diagnose zu sichern: Unter dem Mikroskop lassen sich die Fetttropfen in den Leberzellen meist zweifelsfrei erkennen.

Mögliche Folgen einer Fettleber

In etwa einem Drittel der Fälle kann sich eine verfettete Leber entzünden und in eine sogenannte Steatohepatitis übergehen. Das durch die Entzündung verstärkte Absterben von Gewebe führt zu einer „Vernarbung“. Dabei werden zerstörte Leberzellen durch Bindegewebe ersetzt (Fibrose), was letztendlich zu einer Leberzirrhose (Schrumpfleber) führen kann. 

In diesem Endstadium der Leberschädigung sind die Veränderungen an dem Organ bereits nicht mehr rückgängig zu machen: Die Gewebe- und Gefäßstruktur wird zunehmend zerstört, die Leberfunktion lässt nach und im schlimmsten Fall kann es zum Leberversagen kommen. Zudem erhöhen die Umbauvorgänge im Rahmen dieses Vorgangs das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs.

Therapie der Fettleber: Änderung des Lebensstils

Ist eine Fettleber die Folge einer anderen Krankheit wie zum Beispiel Diabetes, kann in den meisten Fällen die Verfettung der Leber allein durch eine Behandlung der Grunderkrankung rückgängig gemacht werden. Wenn die Leberverfettung hingegen durch Alkohol oder eine falsche Ernährung verursacht wurde, ist die einzige Therapiemöglichkeit eine Umstellung der Lebensweise, denn es existieren keine Medikamente zur Behandlung der Fettleber. 

Durch eine Ernährungsumstellung und einen gesunden Lebensstil kann sich die Leber jedoch in den meisten Fällen wieder ganz erholen. Im Einzelnen bedeutet das:

  • Verzichten Sie konsequent auf Alkohol!
  • Bevorzugen Sie in der Ernährung Vollkornprodukte und pflanzliche Öle.
  • Schränken Sie den Verzehr von Fett und Zucker ein.
  • Reduzieren Sie bestehendes Übergewicht langsam: Ein zu schneller Gewichtsverlust belastet die Leber durch den plötzlichen Anstieg freiwerdender Fettsäuren im Blut.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport und bauen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein.

Aktualisiert: 29.10.2013 – Autor: Jana Wittkowski

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