Hepatitis E: Gefahr in der Schwangerschaft

Schwangere mit Hepatitis E © istockphoto, evgenyatamanenko

Hepatitis E ist eine Form der Leberentzündung, die durch verunreinigtes Wasser oder bestimmte Lebensmittel – beispielsweise Fleisch von infizierten Tieren – übertragen wird. Sie heilt meist von alleine aus. Bei einer Infektion während einer Schwangerschaft kann es allerdings zu gefährlichen Komplikationen kommen. Medikamente gegen das Hepatitis E-Virus gibt es nicht, daher können lediglich die Symptome behandelt werden. Eine Infektion kann die typischen Beschwerden einer Leberentzündung wie Fieber, Übelkeit und Gelbsucht hervorrufen, jedoch treten in vielen Fällen keine Symptome auf und die Infektion bleibt unbemerkt. Da ein Impfstoff derzeit noch entwickelt wird, ist Hygiene die einzige Maßnahme zur Vorbeugung.

Hepatitis E: Übertragung und Verbreitung

Das Hepatitis E-Virus befällt vorrangig Tiere wie Schweine, Schafe und Ratten und wird auf den Menschen durch eine sogenannte fäkal-orale Schmierinfektion übertragen. Dies bedeutet, dass der Erreger über mit tierischem Kot verunreinigtes Wasser vom Menschen aufgenommen wird. Mögliche Infektionsquellen sind hierbei unsauberes Trinkwasser oder Fleisch von infizierten Tieren. Auch bei Überschwemmungen besteht ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit dem Virus. Im Gegensatz zu Hepatitis B und C wird die Erkrankung also nicht durch Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen. Somit ist auch keine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch bekannt.

Aufgrund der schlechten Hygienebedingungen ist das Hepatitis E-Virus vor allem in Afrika und Asien verbreitet. Die Erkrankung gilt deswegen als typische Reisekrankheit, jedoch treten vereinzelt auch Infektionen in Deutschland auf.

Symptome einer Infektion mit Hepatitis E

Eine Infektion mit dem Hepatitis E-Virus verläuft ähnlich wie eine Hepatitis A-Erkrankung. Zwei bis acht Wochen nach der Ansteckung mit dem Erreger kann es zunächst zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen kommen. Gelegentlich treten Muskel- oder Gelenkschmerzen auf. Danach folgen die typischen Symptome einer Lebererkrankung:

  • Gelbfärbung der Haut und des Augenweiß (Ikterus)
  • Druckschmerz im rechten Oberbauch
  • Vergrößerung der Leber
  • entfärbter Stuhl und bierbrauner Urin
  • Juckreiz der Haut

Diese Symptome zeigen sich jedoch nicht immer in gleichem Maße. Bei etwa der Hälfte aller Fälle dieser Erkrankung fehlen Beschwerden völlig (asymptomatischer Verlauf) und die Infektion verläuft von den Betroffenen unbemerkt.

Diagnose der Hepatitis E-Infektion

Deuten die Symptome auf eine Hepatitis hin, erfolgt die Diagnostik durch eine Blutuntersuchung. Dabei werden zunächst die Leberwerte bestimmt, um eine bestehende Schädigung der Leber festzustellen. Wird der Verdacht auf eine Leberentzündung bestätigt, geschieht die Abgrenzung von anderen Hepatitis-Formen durch den Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen das Hepatitis E-Virus im Blut. Bei einer Infektion kann die Diagnose zudem durch Bestandteile des Virus im Stuhl und im Blut bestätigt werden.

Verlauf und Therapie

In den meisten Fällen heilt eine Hepatitis E-Infektion innerhalb weniger Wochen von alleine aus. Da es bislang keine Wirkstoffe gegen das Virus gibt, beschränkt sich die Therapie auf eine Behandlung der Symptome mit Schmerzmitteln sowie fiebersenkenden und übelkeitslindernden Medikamenten. Um die geschädigte Leber zu schonen, sollten Betroffene für einige Monate auf Alkohol verzichten.

Anders als bei Hepatitis B und C sind bei Hepatitis E-Infektionen keine chronischen Verläufe bekannt. Selten kommt es zu einem schwerwiegenden (fulminanten) Verlauf mit akutem Leberversagen, das zu einer Hirnschwellung und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen kann. In etwa 0,5 Prozent der Fälle verläuft die Erkrankung tödlich.

Schwangerschaft und Hepatitis E

Aus unbekannten Gründen ist in der Schwangerschaft das Risiko eines schwerwiegenden Verlaufs deutlich erhöht, sodass die Sterberate bei Schwangeren mit einer Hepatitis E-Infektion bei 15 bis 20 Prozent liegt. Daher sollten Reisen in die Risikogebiete während der Schwangerschaft nach Möglichkeit vermieden werden. Zudem sollten Schwangere Fleisch nur gut durchgegart verzehren und auf den Konsum von Schweineleber verzichten.

Impfung noch in der Entwicklung

An einem Impfstoff gegen das Hepatitis E-Virus wird seit einigen Jahren geforscht, eine Impfung ist jedoch derzeit noch nicht möglich. Durch Hygienemaßnahmen bei Reisen in ein Risikogebiet können Sie das Risiko einer Erkrankung allerdings senken: 

  • Kochen Sie Leitungswasser vor Verwendung zum Zähneputzen ab und trinken Sie nur abgefülltes Wasser aus dem Handel.
  • Vermeiden Sie Eiswürfel in Getränken.
  • Essen Sie Obst und Gemüse nur geschält oder gekocht.
  • Verzehren Sie Fleisch nur aus hygienischer Zubereitung.
  • Achten Sie auf allgemeine Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen.

Aktualisiert: 10.07.2019 – Autor: Dr. med. Jana Wittkowski

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