Scharlach: Behandlung und Diagnose

Diagnose von Scharlach

Der Arzt stellt die Diagnose von Scharlach anhand des typischen Krankheitsverlaufs; bei unklaren Verläufen hilft ein Rachenabstrich zum Nachweis der Keime: Ein Streptokokken-Schnelltest liefert sofort ein Ergebnis, eine genauere Keimanalyse erfolgt über eine Bakterienkultur im Labor.

Bei komplizierten Verläufen wird nach 2 bis 4 Wochen eine Urinuntersuchung durchgeführt, um eine Nierenentzündung auszuschließen. Im Blut lässt sich eine Erhöhung des Antistreptolysins nachweisen – eine Untersuchung, die beim Verdacht auf eine Streptokokken-Folgeerkrankung durchgeführt wird.

Behandlung bei Scharlach

Nach wie vor wird von den Ärzten die Einnahme von Antibiotika (meist Penicillin) über 10 Tage (nicht kürzer, auch bei Beschwerdebesserung!) als die beste Therapie empfohlen.

Sie hat mehrere Vorteile:

  • Zum einen verringert sich die Gefahr für ernste Folgeschäden der Infektion.
  • Zum anderen ist der Betroffene 24 Stunden nach dem Beginn der Therapie nicht mehr ansteckend (während sonst die Ansteckungsfähigkeit etwa 3 Wochen besteht).
  • Außerdem bessert sich das Wohlbefinden nach kurzer Zeit, das sonst Wochen eingeschränkt sein kann.

Gerade für Kindergarten- und Schulkinder, aber auch für Erwachsene sind dies unbestreitbare Vorteile.

Scharlach homöopathisch behandeln?

Es gibt Verfechter der klassischen Homöopathie, die überzeugt sind, dass Scharlach sich auch nur mit Homöopathika heilen lässt und es dann zu weniger Rückfällen kommt. In solchen Fällen ist aber eine engmaschige ärztlich Kontrolle unabdingbar, um mögliche Folgeschäden früh zu erkennen.

Hausmittel gegen Scharlach

Einige Tage Bettruhe sind bei Scharlach empfehlenswert, dazu sollte der Betroffene viel trinken. Ob warme oder kalte Getränke hängt von den individuellen Vorlieben ab. Wegen der Halsschmerzen eignet sich flüssige Nahrung am besten – zum Beispiel Brühe, Suppe oder dickflüssige Gemüsesäfte.

Gurgeln mit Kamillen- und Salbeitee (stündlich bzw. 3-mal täglich) hemmt die Ausbreitung der Keime, schützt die Schleimhaut und hilft gegen die Halsschmerzen. Halswickel mit Zitrone und Quark wirken abschwellend, kühlend und entgiftend.

Weitere Maßnahmen bei Scharlach

Empfehlenswert ist, dass sich der Betroffene einige Tage schont; ein Kindergarten- oder Schulkind sollte mindestens eine Woche zu Hause bleiben (falls es nicht mit Antibiotika behandelt wird solange, bis es nicht mehr ansteckend ist, also etwa 3 Wochen).

Kontaktpersonen wie Eltern oder Geschwister werden in der Regel nur dann behandelt, wenn sie Beschwerden haben und der Rachenabstrich positiv ist. Ausnahmefälle sind zum Beispiel das Vorliegen bestimmter andere Erkrankungen.

Tipp: Nach der Erkrankung sollte die Zahnbürste gewechselt werden: Die Borsten sind ein ideales "Versteck" für Streptokokken, die von dort nach der Antibiotikatherapie gern wieder auf Reisen gehen und erneut Beschwerden verursachen können.

Aktualisiert: 26.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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