Scharlach

Kind mit Scharlach bei Kinderarzt © istockphoto, AlexRaths

Die meisten Eltern von Kindergartenkindern kennen es: In regelmäßigen Abständen taucht die Mitteilung auf, dass die Infektionskrankheit Scharlach umgeht. Doch wo ist der Unterschied zur "Angina" und ist wirklich jeder Nachweis bestimmter Bakterien im Rachen gleich Scharlach? Noch Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Scharlach zu den häufigsten Todesursachen im Kindesalter. Heute sind schwere Verläufe glücklicherweise selten sehr geworden.

Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine häufige Infektionskrankheit, die besonders in den Wintermonaten auftritt und vor allem Kinder zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr betrifft. Sie wird deshalb zu den Kinderkrankheiten gerechnet (auch wenn Erwachsene genauso betroffen sein können). In manchen Bundesländern gehört Scharlach zu den anzeigepflichtigen Infektionskrankheiten.

Die ansteckende Krankheit geht unter anderem mit Symptomen wie hohem Fieber, Halsschmerzen, Veränderungen der Zunge ("Himbeerzunge") und einem typischen Hautausschlag einher.

Ursachen von Scharlach

Die Erreger sind Bakterien, die zu den Kugelbakterien, den Streptokokken (der Gruppe A) gehören. Sie werden vor allem durch Tröpfchen in der Atemluft und direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen.

Das Unangenehme: Im Gegensatz zu den meisten anderen Kinderkrankheiten ist eine durchgemachte Infektion kein Garant dafür, dass man beim nächsten Mal verschont bleibt. Das liegt vor allem daran, dass es mehrere Arten von Scharlachbakterien gibt und dass die Keime weit verbreitet sind.

Eine Schutzimpfung gegen Scharlach gibt es nicht. Fast jeder Zehnte trägt die Keime auf seinen Schleimhäuten in Nase und Rachen spazieren, ohne selbst Beschwerden zu entwickeln – er kann allerdings andere anstecken. Zudem wird Scharlach als eine Sonderform der Streptokokken-A-Infektion angesehen, deren Erreger ein ganz spezifisches Gift bilden können.

Die anderen Streptokokkentypen verursachen dagegen meist "normale" Infektionen der oberen Atemwege. Da diese – wie Scharlach – oft mit einer Mandelentzündung und Halsschmerzen einhergehen, wird manchmal fälschlicherweise der Begriff "Angina" (lat. angere = verengen) mit Scharlach gleichgesetzt.

Fakten rund um Scharlach

  • Nicht jede mit den Scharlachbakterien angesteckte Person wird krank – auch Gesunde können also die Keime unbemerkt weitertragen.
  • Werden die Keime bei einem Gesunden zum Beispiel bei einem Rachenabstrich nachgewiesen, sollte man nicht von Scharlach sprechen. Diese Bezeichnung greift erst, wenn entsprechende Symptome auftreten.
  • Nicht alle Streptokokken der Gruppe A verursachen Scharlach, sondern die meisten normale bakterielle Atemwegsinfekte.
  • Angina (tonsillaris) ist nicht das Gleiche wie Scharlach, sondern ein Oberbegriff für alle Mandelentzündungen (Tonsillitis).

Aktualisiert: 20.03.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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