Das hilft gegen Krampfadern!

Krampfadern am Bein © istockphoto, zlikovec

Unter Krampfadern (Varizen) versteht man dauerhaft erweiterte Venen. Haben sich viele solcher Venen gebildet, spricht man von einer Varikose. Krampfadern sind häufig genetisch veranlagt, als Ursache kommt aber auch eine Thrombose in Frage. Erste Symptome können müde, schmerzende oder geschwollene Beine sowie Besenreiser sein. Später scheinen dann oftmals blaue, geschlängelte Venen unter der Haut durch. Liegen Krampfadern vor, müssen diese häufig entfernt werden. Welche Behandlung in Frage kommt, ist unter anderem von der Schwere der Erkrankung abhängig. Wir stellen Ihnen verschiedene Behandlungsmethoden vor und verraten, wie Sie Krampfadern vorbeugen können. 

Ursachen von Krampfadern

Krampfadern sind keine Seltenheit – mehr als 50 Prozent aller Deutschen leiden im Laufe des Lebens unter erweiterten Venen. Meist treten sie an den Beinen auf. Daneben bilden sich aber auch öfters Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen). Sie werden durch einen erhöhten Druck in der Pfortader hervorgerufen, wie es etwa bei einer Leberzirrhose der Fall ist. 

Männern sind insgesamt deutlich seltener von Krampfadern betroffen als Frauen. Bilden sich bei Männern erweiterte Venen, dann sind neben den Beinen auch öfters die Hoden betroffen. Eine Krampfader an den Hoden sollte immer ärztlich untersucht werden, da sie im schlimmsten Fall zu einer Unfruchtbarkeit führen kann.

Generell können Krampfadern viele verschiedene Ursachen haben. Je nach Ursache wird zwischen einer primären und sekundären Varikose unterschieden. 

Primäre Varikose

In etwa 95 Prozent aller Fälle stellt eine primäre Varikose die Ursache für die Entstehung von Krampfadern dar. Von einer primären Varikose wird gesprochen, wenn eine Venenwand- oder Bindegewebsschwäche die Ursache der Beschwerden darstellt. Durch die Gewebsschwäche schließen die Venenklappen nicht mehr richtig und das Blut kann nicht mehr problemlos weiter transportiert werden. Versackt das Blut in den Venen, erweitern sich diese und es entstehen unschöne Krampfadern. 

Neben der genetischen Veranlagung gibt es noch viele weitere Faktoren, die das Risiko für die Entstehung von Krampfadern erhöhen können:

  • weibliches Geschlecht
  • zunehmendes Lebensalter
  • Schwangerschaft
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • stehende berufliche Tätigkeit
  • enge Kleidung
  • Einnahme der Antibabypille

Sekundäre Varikose

Entstehen die Krampfadern als Folge einer tiefen Venenthrombose, spricht man von einer sekundären Varikose. Durch den Verschluss der tiefen Vene muss sich das Blut einen neuen Weg durch das oberflächliche Venensystem suchen. Je nach Länge und Stärke der Überbelastung können die Venenklappen nachhaltig geschädigt werden. Kann das Blut dadurch nicht mehr wie gewohnt weiter transportiert werden, sondern staut sich zurück, entstehen Krampfadern.

Bei einer tiefen Venenthrombose ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig, da ansonsten die Gefahr einer Lungenembolie besteht. Typische Symptome, die auf eine Thrombose hinweisen, sind Schmerzen und Schwellung im Bereich der Wade. Oftmals fühlt sich die Wade auch warm an oder verfärbt sich.

Krampfadern in der Schwangerschaft

Bei vielen Frauen bilden sich während der Schwangerschaft Krampfadern aus. Dies liegt daran, dass es durch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft zu einer Lockerung des Muskel- und Bindegewebes kommt. Davon sind auch die Venen betroffen.

Zudem drückt die Gebärmutter im Verlauf der Schwangerschaft immer stärker auf die Venen im Becken sowie auf die untere Hohlvene. Dadurch steigt der Blutdruck in den Beinvenen und die Entstehung von Krampfadern wird begünstigt. Generell gilt, dass das Risiko für eine Venenschwäche mit der Anzahl der Schwangerschaften steigt.

Typische Symptome: Krampfadern erkennen

Oftmals lassen sich Krampfadern direkt erkennen, da sie unter der Haut durchschimmern. Die erweiterten Adern sind dick und blau und haben einen schlangenförmigen und knotigen Verlauf.

Sie sind von kleinen Besenreisern abzugrenzen, die deutlich feiner sind und entweder eine rötliche oder bläuliche Farbe haben. Besenreiser an sich sind zwar harmlos, können aber auf eine Venenschwäche hindeuten. Deswegen sollten auch Besenreiser immer ärztlich abgeklärt werden.

Sind die Krampfadern nicht auf den ersten Blick erkennbar, können folgende Symptome auf die Venenschwäche hinweisen:

  • Schwere, müde und schmerzende Beine können ein Hinweis auf Krampfadern sein.
  • Nach längerem Sitzen oder Stehen sind die Beine zudem oftmals geschwollen.
  • Typischerweise verschlimmern sich die Beschwerden abends sowie bei warmen Temperaturen.
  • Durch Hochlagern und Kühlen der Beine lassen sich die Schmerzen und die Schwellung zumeist lindern. 

Mögliche Komplikationen

Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen ein Venenleiden vorliegt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Am besten wenden Sie sich an einen Venenspezialisten – einen sogenannten Phlebologen. Dieser kann feststellen, ob es sich bei Ihnen tatsächlich um Krampfadern handelt und anschließend eine entsprechende Therapie in die Wege leiten. 

Werden Krampfadern nicht rechtzeitig behandelt, können sie schwere Komplikationen nach sich ziehen. Beispielsweise können Venenentzündungen auftreten, die wiederum zur Bildung eines Blutgerinnsels führen können.

Schreitet das Krampfaderleiden weiter voran, kommt es immer häufiger zu Schwellungen in den Beinen (Ödeme). Dies liegt daran, dass das Blutvolumen in den Venen zunimmt und deswegen Flüssigkeit in umliegendes Gewebe gepresst wird. Ebenso können Ekzeme – entzündliche Reizungen der Haut – auftreten. Durch jahrelange Reizungen der Haut kann es zu dunklen Verfärbungen, Narben und im schlimmsten Fall zu einem offenen Bein kommen.

Aktualisiert: 27.06.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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