Nagelpilz erkennen: Bilder typischer Symptome

Eine Infektion der Füße mit Pilzen tritt häufig auf. Die Erreger sind meist Fadenpilze, die sich in feucht-warmem Klima wohlfühlen und vorzugsweise die Füße befallen. Ärzte sprechen dann von Nagelpilz (Onychomykose), wenn der Nagel betroffen ist und Fußpilz, wenn die Infektion zwischen den Zehen auftritt. Die Erreger der beiden Formen sind eng verwandt, sodass Nagelpilz aus Fußpilz entstehen kann und umgekehrt. Doch auch die Hände können von Nagelpilz betroffen sein. An den Fingern tritt die Pilzinfektion jedoch deutlich seltener auf als an den Zehen. An welchen Symptomen Sie Nagelpilz am Fuß oder an der Hand erkennen, zeigen Ihnen die folgenden Bilder.

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Wie sieht Nagelpilz aus?

Fuß mit Nagelpilz am großen Zeh © iStock.com/steved_np3
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Oft beginnt Nagelpilz schleichend und führt erst mit der Zeit zu Veränderungen an den Nägeln. Da die Anzeichen sehr unterschiedlich und vor allem im frühen Stadium sehr unscheinbar sind, fällt es vielen Menschen schwer, einen Nagelpilz zu erkennen.

Normalerweise befallen die Erreger den freien Nagelrand und breiten sich von dort auf den ganzen Nagel aus, sofern die Pilzinfektion nicht behandelt wird. Ob hinter den Veränderungen tatsächlich Nagelpilz steckt, kann nur der Arzt durch eine mikrobiologische Diagnostik sagen. Bei Verdacht auf Nagelpilz sollten Sie daher frühzeitig zum Arzt gehen.

An diesen Symptomen können Sie Nagelpilz erkennen: 

  • Verfärbung und Verdickung des Nagels
  • Ablösen des Nagels vom Nagelbett
  • eingerissene, spröde, brüchige oder abblätternde Nägel
  • glanzlose, undurchsichtige Nägel
  • Juckreiz
  • Rötung und Entzündung an der betroffenen Stelle
  • Querrillen oder verstärkte Längsrillen

Mehr zu den für Nagelpilz typischen Symptomen erfahren Sie im Folgenden.

Gesunde Nägel ohne Nagelpilz

Frau mit gesunden Nägeln © iStock.com/NadyaPhoto
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Gesunde Fuß- und Fingernägel sind leicht nach außen gewölbt. Durch das Eiweiß Keratin, das in der obersten Hautschicht gebildet wird, sind sie kräftig und haben einen natürlichen Glanz. Bei gesunden Nägeln ist die Nagelplatte 0,5 bis 0,75 mm dick, das Nagelbett schimmert leicht rosa durch. Die Nägel schützen Zehen und Finger vor Verletzungen und erleichtern das Greifen, da sie die Fingerkuppen stützen.

5 Tipps für gesunde Nägel

Diese fünf Tipps helfen Ihnen, Nagelpilz vorzubeugen und Ihre Finger- und Fußnägel gesund zu halten:

  1. Um Verletzungen der Nägel zu vermeiden, sollten Sie bei der Maniküre und Pediküre vorsichtig sein: Schneiden Sie Nägel gerade ab und lassen Sie genügend Raum zum Nagelbett stehen. Feilen Sie immer nur in eine Richtung.
  2. Schieben Sie das Nagelhäutchen vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen oder Wattestäbchen leicht zurück. Der beste Zeitpunkt dafür ist nach dem Duschen oder Haarewaschen, wenn die Haut etwas aufgeweicht ist.
  3. Benutzen Sie beim Putzen und Geschirrspülen am besten Handschuhe, um die Hände vor Reinigungsmitteln und Chemikalien zu schützen. Regelmäßiges Eincremen hilft zudem, die Nägel geschmeidig zu halten.
  4. Im Normalfall können Sie Nagellack bedenkenlos verwenden. Allerdings entzieht lösungsmittelhaltiger Nagellacktentferner den Nägeln Feuchtigkeit und lässt sie stark austrocknen.
  5. Brüchige Nägel können mit speziellen Nagellacken, die Keratin enthalten, gestärkt werden. Für gesunde Nägel können Sie außerdem auf biotinhaltige Lebensmittel wie Nüsse, Haferflocken, Sojabohnen oder Eigelb zurückgreifen.

Erste Veränderungen bei Nagelpilz

Frau mit trüben Fingernägeln © iStock.com/Slavica
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Oftmals übersehen Betroffene die ersten Anzeichen von Nagelpilz, da sie sehr unscheinbar sind. In den meisten Fällen wirken die Nägel zu Beginn der Infektion nur etwas stumpf. Mit der Zeit kann man dann eine weißliche Trübung der Nägel wahrnehmen, die sich verstärkt.

Verfärbung der Nägel durch Nagelpilz

Große Zehe mit Nagelpilz © iStock.com/Anna Shalamova
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Im weiteren Verlauf der Infektion mit Nagelpilz verfärben sich die Nägel – häufig weiß, gelb oder braun. Dadurch schimmert auch die Nagelplatte nicht mehr rosa hindurch. In diesem Stadium verdickt sich außerdem oftmals der Nagel, ein weiteres Anzeichen für eine Pilzinfektion.

Weißfärbung durch Nagelpilz

Weiß verfärbter Zehennagel mit Nagelpilz © iStock.com/Imagesines
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Das Anfangsstadium von Nagelpilz zeigt sich wie hier auf dem Foto durch eine weiße Verfärbung des Nagels. Typisch sind weiße Flecken und Streifen am Nagel, die sich als Längs- oder Querrillen zeigen können. Doch nicht alle Flecken und Rillen in Fuß- oder Fingernägeln müssen auf Nagelpilz hindeuten. Weitere mögliche Gründe für Veränderungen der Nägel stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor.

Gelbe Verfärbung durch Nagelpilz

Gelb verfärbter Zehennagel mit Nagelpilz © iStock.com/zlisjak
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Die gelbe Verfärbung wie auf diesem Bild deutet schon stark auf eine Infektion mit Nagelpilz hin. Häufig kommt es in diesem Stadium auch zu einer Verdickung der Nagelplatte.

Nagelpilz: Nägel werden krümelig

Krümelige Nägel mit Nagelpilz © iStock.com/Elen11
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Im weiteren Verlauf der Pilzinfektion verdicken die Nägel, außerdem werden sie porös. Manchmal erscheinen sie regelrecht krümelig. Wird die Infektion in diesem Stadium nicht behandelt, lösen sich größere Nagelfragmente ab. Die Brösel zerfallen zu infektiösem Staub, in dem sich Pilzerreger befinden und eine weitere Infektion begünstigen können.

Auf dem Bild sind die ersten drei Zehen deutlich von Nagelpilz betroffen. Die übrigen Zehen weisen jedoch auch eine stumpfe Nagelplatte und weiße Linien auf. Auch das sind Anzeichen für eine Infektion, sodass vermutlich der gesamte Fuß von Nagelpilz betroffen ist.

Nagelplatte kann sich bei Nagelpilz lösen

Nagelplatte löst sich durch Nagelpilz von Finger © iStock.com/banusevim
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Wenn ein Nagelpilz nicht behandelt wird, kann sich die Infektion so stark ausbreiten, dass sich die Nägel nicht nur verfärben und porös werden, sondern sich die Nagelplatte langsam vom Untergrund ablöst. Im fortgeschrittenen Stadium löst sich der Nagel vollständig auf: Größere Fragmente des Nagels bröseln ab. In dem infektiösen Staub befinden sich Erreger des Nagelpilzes, die für weitere Infektionen sorgen können.

Nagelpilz rechtzeitig behandeln

Arzt untersucht Zehennagel mit Nagelpilz © iStock.com/Manuel Faba Ortega
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Wenn man an Nagelpilz erkrankt ist, muss es nicht so weit kommen, dass der Nagel sich langsam auflöst oder sich die Nagelplatte löst. In den meisten Fällen reicht eine lokale Behandlung aus. Dies gilt vor allem dann, wenn weniger als 40 Prozent der Nagelfläche von der Pilzinfektion betroffen sind.

Am besten systemische Therapie gegen Nagelpilz

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Nagelpilz, je nachdem wie fortgeschritten der Pilzbefall ist. Für die äußere Behandlung kommen spezielle Nagellacke oder Tinkturen infrage. Daneben kann auch Lasern eingesetzt werden, allerdings müssten dabei sehr hohe Temperaturen (mehr als 50 Grad Celsius) erreicht werden, um den Pilz vollständig zu töten. Solche Temperaturen wären für den Betroffenen nicht ohne Weiteres zu ertragen. Eine innere Behandlung des Nagelpilz mit Tabletten ist ebenfalls möglich – die Medikamente müssen jedoch oftmals mehrere Monate lang eingenommen werden. 

Fachärzte setzen deshalb auf die systemische Therapie, um gegen Pilze und deren Sporen anzugehen. Die Behandlung kombiniert folgende Methoden:

  • Cremes und Lacke, die Antimykotika enthalten
  • krankhaftes Nagelmaterial durch eine medizinische Fußpflege abtragen
  • verschreibungspflichtige Tabletten (Antimykotika)

Anders als beim Fußpilz müssen Betroffene bei Nagelpilz Geduld aufbringen, bis die Behandlung sichtbare Erfolge zeigt. Dennoch gilt: Je früher der Nagelpilz behandelt wird, desto besser die Erfolgsaussichten. Ist der Betroffene auch an Fußpilz erkrankt, sollte dieser mitbehandelt werden, um eine erneute Infektion der Nägel vorzubeugen.

Nagelpilz: Ansteckung und Risikofaktoren

Badegäste sind barfuß im Schwimmbad © iStock.com/fotostorm
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Durch Sporen in Hautschuppen werden die Erreger der Pilzinfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Jeder Mensch verliert pro Tag unzählige Hautschuppen, die meist auf dem Boden landen. Läuft man dann barfuß an einem Ort, an dem viele Menschen sind, kann man sich leicht mit Nagelpilz infizieren. Zu den Hauptorten, an denen man sich mit dem Erreger infiziert, zählen Schwimmbäder, Saunen, Umkleidekabinen oder Duschen in Hotels.

Von Nagelpilz sind häufig der kleine und große Zehennagel betroffen. Sie liegen außen am Fuß und sind besonders anfällig für kleine Verletzungen, über die der Erreger in den Nagel eindringen kann. Daneben gibt es weitere Risikofaktoren für einen Nagelpilz:

  • genetische Veranlagung
  • Durchblutungsstörungen in den Füßen
  • geschwächtes Immunsystem
  • Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus
  • übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)
  • zu enge oder luftundurchlässige Schuhe und Socken
  • Fehlstellungen der Füße

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
B35.1

Quellen

  • Ruck, H. (2020): Handbuch für die medizinische Fußpflege: Grundlagen und Praxis der Podologie. Haug Verlag.
  • Abeck, D. (2020): Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie. Springer Verlag.
  • Sterry, W. (2018): Kurzlehrbuch Dermatologie. Georg Thieme Verlag.
  • Moll, I. (2016): Duale Reihe Dermatologie. Georg Thieme Verlag.

Aktualisiert: 08.07.2021 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin