Nagelpilz erkennen und behandeln

Nagelpilz an der Hand © istockphoto, narin_nonthamand

Nagelpilz und Hautpilz kann man nur schwer aus dem Weg gehen. Doch nicht jeder Kontakt führt zwangsläufig zur Infektion. Erst, wenn kleine Wunden oder eine schlechte Immunabwehr ihnen die Tore öffnen, werden die Erreger zur Gefahr. Pilze fühlen sich im feucht-warmen Klima besonders wohl. Deshalb breiten sie sich bevorzugt an den Füßen aus: besonders gern als "Fußpilz" zwischen den Zehen oder als Nagelpilz, vor allem am Nagel des großen Zehs. Wie Sie die Symptome von Nagelpilz erkennen und was gegen eine solche Pilzinfektion hilft, erfahren Sie im Folgenden.

Fußpilz und Nagelpilz sind eng verwandt

Nagelpilz wird auch als Onychomykose (Onycho = Nagel, Mykose = Pilzerkrankung) bezeichnet. Diese Pilzerkrankung hat viel mit dem Fußpilz gemeinsam, denn die Erreger beider Formen sind in den meisten Fällen eng miteinander verwandt, sodass aus Fußpilz Nagelpilz entstehen kann und umgekehrt.

Verursacher sind in zwei Drittel der Fälle Fadenpilze (Dermatophyten, vor allem Trichophyton rubrum) – dann wird der Nagelpilz auch als Tinea unguium bezeichnet. Seltenere Übeltäter sind Hefepilze (Candida) oder Schimmelpilze.

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Symptome, beträgt bei Fadenpilzen etwa ein bis zwei Wochen.

Nagelpilz ist ansteckend

Die Pilze werden von Mensch zu Mensch übertragen, meist durch Sporen in den kleinen Hautschuppen, die jeder verliert. Deshalb infiziert man sich besonders häufig dort, wo man barfuß läuft und ein für Pilze angenehmes Klima herrscht, also:

  • im Schwimmbad
  • in der Sauna
  • in der Umkleidekabine des Fitness-Studios oder
  • in der Hoteldusche

Ein Fußnagelpilz kann jedoch auch aus einem Fußpilz entstehen, sodass die Ansteckung auch "über Umwege" geschehen kann.

Risikogruppen: Wer bekommt Nagelpilz besonders häufig?

Damit die Pilze einen Nagelpilz hervorrufen, müssen zusätzlich allerdings bestimmte Faktoren vorliegen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • eine erbliche Anfälligkeit
  • eine Abwehrschwäche
  • Gefäß- oder Nervenerkrankungen (Angiopathien, Neuropathien), wie sie beispielsweise bei der Zuckerkrankheit oder anderen Stoffwechselstörungen auftreten
  • Fehlstellungen der Füße
  • zu enge Schuhe, welche besonders am großen und kleinen Zeh die Entstehung von Nagelpilz begünstigen
  • wiederholte Verletzungen (zum Beispiel beim Sport)

Nagelpilz tritt am häufigsten an den Fußzehen auf. Hier sind besonders oft Frauen betroffen, da enges Schuhwerk und Fehlstellungen der Füße, die durch Absatzschuhe begünstigt werden können, das Risiko für die Entstehung von Nagelpilz erhöhen.

Handnagelpilz tritt im Vergleich deutlich seltener auf. Von Nagelpilz an den Fingern sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Bei Kindern tritt Nagelpilz im Allgemeinen seltener auf.

Nagelpilz birgt Risiken

Nagelpilzerkrankungen sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Besonders für Diabetiker birgt eine Nagelpilzinfektion Gefahren. Denn die Sporen verursachen Verletzungen am Nagel und der umliegenden Haut, durch die Bakterien eindringen können. Bei schlecht eingestelltem Diabetes oder Durchblutungsstörungen drohen dann schwere Infektionen an den Füßen und Beinen.

Wird ein Nagelpilz am Fuß nicht behandelt, besteht das Risiko einer Wundrose (Erysipel) am Bein.

Nagelpilz erkennen: typische Symptome

Pilzsporen verändern die Struktur des Nagelmaterials. Folgende Symptome sind bei einem Nagelpilz am Fußnagel oder Fingernagel typisch, wobei sich die Pilzinfektion auf unterschiedliche Weise äußern kann und besonders am Anfang oft schwer zu erkennen ist:

  • Der Nagel verdickt sich.
  • Der betroffene Nagel wird weißlich oder gelblich-bräunlich. Auch eine graue oder grünliche Verfärbung ist möglich.
  • Am Nagel zeigen sich weiße Flecken und Streifen, die sowohl in Form von Längs- als auch Querrillen auftreten können.
  • Der Nagel wird brüchig, spröde und bröckelt beim Nagelschneiden ab – gegebenenfalls spalten sich einzelne Schichten ab.
  • Mitunter lockert sich der Nagel und hebt sich vom Nagelbett ab.
  • Auch ein entzündetes Nagelbett ist nicht unüblich.
  • Mitunter kann ein Nagelpilz Juckreiz verursachen.
  • Bei Fußnagelpilz können Schmerzen beim Laufen oder durch enge Schuhe auftreten.

Sind Dermatophyten, also Fadenpilze, am Werk, beginnen die Veränderungen meist am freien Nagelrand. Sind Hefepilze für die Infektion verantwortlich, zeigt sich die Verfärbung eher am Nagelwall, also dort, wo der Nagel herauswächst – der nachwachsende Nagel ist dann ebenfalls sofort mit dem Pilz infiziert.

Nagelpilzinfektionen sind oft schlecht mit dem bloßen Auge zu erkennen. Deshalb bemerken viele Betroffene die Nagelveränderungen nicht oder bringen sie nicht mit einer Pilzinfektion in Verbindung.

 

Aber: Wird ein Nagelpilz nicht konsequent behandelt, kann er sich ungehindert auf die gesunden Nägel – auch auf die Fingernägel – ausbreiten. Bei Verdacht auf Nagelpilz sollten Sie daher unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Diagnose durch den Arzt

Völlige Sicherheit gibt eine Untersuchung des Nagelmaterials beim Arzt. Er entnimmt dazu eine Nagelprobe. Angefärbt mit einer speziellen Tinte sind die Pilzsporen gut zu erkennen. Mit diesen wird eine Pilzkultur angelegt, die Aufschluss über die Art des Erregers gibt – dies ist wichtig für die passende Therapie.

Nägel regelmäßig kontrollieren

Wer nicht mehr so beweglich ist, um die Nägel selbst sorgfältig kontrollieren zu können, sollte ab und zu einen Fußpfleger aufsuchen. Podologen sind staatlich anerkannte medizinische Fußpfleger, die auch die besonderen Risiken beim Diabetes kennen und in der Lage sein, einen Nagelpilz mit geschultem Auge zu erkennen. So kann Fußnagelpilz frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Aktualisiert: 18.09.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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