Nagelpilz erkennen und behandeln

Nagelpilz an der Hand © istockphoto, narin_nonthamand

Hautpilz und Nagelpilz kann man nur schwer aus dem Weg gehen. Doch nicht jeder Kontakt führt zwangsläufig zur Infektion. Erst wenn kleine Wunden oder eine schlechte Immunabwehr ihnen die Tore öffnen, werden die Erreger zur Gefahr. Pilze fühlen sich im feucht-warmen Klima besonders wohl. Deshalb breiten sie sich bevorzugt an den Füßen aus: besonders gern als "Fußpilz" zwischen den Zehen oder als Nagelpilz (Onychomykose; Onycho = Nagel, Mykose = Pilzerkrankung), vor allem am Nagel des großen Zehs. Die Erreger beider Formen sind identisch, sodass aus Fußpilz Nagelpilz entstehen kann und umgekehrt. Verursacher sind in zwei Drittel der Fälle Fadenpilze (Dermatophyten, vor allem Trichophyton rubrum) – dann wird der Nagelpilz auch als Tinea unguium bezeichnet. Seltenere Übeltäter sind Hefe- oder Schimmelpilze.

Nagelpilz ist ansteckend

Die Pilze werden von Mensch zu Mensch übertragen, meist durch Sporen in den kleinen Hautschuppen, die jeder verliert. Deshalb infiziert man sich besonders häufig dort, wo man barfuß läuft und ein für Pilze angenehmes Klima herrscht, also im Schwimmbad, in der Sauna oder der Hoteldusche. Damit die Pilze einen Nagelpilz hervorrufen, müssen zusätzlich allerdings bestimmte Faktoren vorliegen.

Dazu gehören z.B. eine erbliche Anfälligkeit, eine Abwehrschwäche, Gefäß- oder Nervenerkrankungen (Angiopathien, Neuropathien), wie sie z. B. bei der Zuckerkrankheit oder anderen Stoffwechselstörungen auftreten, aber auch Fehlstellungen der Füße, zu enge Schuhe und wiederholte Verletzungen (z. B. beim Sport).

Nagelpilzerkrankungen sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Besonders für Diabetiker birgt eine Nagelpilzinfektion Gefahren. Denn die Sporen verursachen Verletzungen am Nagel und der umliegenden Haut, durch die Bakterien eindringen können. Bei schlecht eingestelltem Diabetes oder Durchblutungsstörungen drohen dann schwere Infektionen an den Füßen und Beinen.

Nagelpilz erkennen: Symptome und Diagnose

Pilzsporen verändern die Struktur des Nagelmaterials. Der Nagel verdickt sich, wird gelblich bräunlich und bröckelt beim Nagelschneiden ab. Sind Dermatophyten am Werk, beginnen die Veränderungen meist am freien Nagelrand. Sind Hefepilze für die Infektion verantwortlich, zeigt sich die Verfärbung eher am Nagelwall, also dort, wo der Nagel herauswächst.

Nagelpilzinfektionen sind oft schlecht mit dem bloßen Auge zu erkennen. Deshalb bemerken viele Betroffene die Nagelveränderungen nicht oder bringen sie nicht mit einer Pilzinfektion in Verbindung. Aber: Wird ein Nagelpilz nicht konsequent behandelt, kann er sich ungehindert auf die gesunden Nägel – auch auf die Fingernägel – ausbreiten. Völlige Sicherheit gibt eine Untersuchung des Nagelmaterials beim Arzt. Er entnimmt dazu eine Nagelprobe. Angefärbt mit einer speziellen Tinte sind die Pilzsporen gut zu erkennen. Mit diesen wird eine Pilzkultur angelegt, die Aufschluss über die Art des Erregers gibt – wichtig für die passende Therapie.

Wer nicht mehr so beweglich ist, um die Nägel selbst sorgfältig kontrollieren zu können, sollte ab und zu einen Fußpfleger aufsuchen. Podologen sind staatlich anerkannte medizinische Fußpfleger, die auch die besonderen Risiken beim Diabetes kennen.

Aktualisiert: 30.05.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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