Intimbereich: häufige Beschwerden bei Mann & Frau

Beschwerden, die den Intimbereich betreffen, sind häufig ein unangenehmes Thema, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Doch gerade, wenn in diesem Bereich etwas nicht in Ordnung ist, kann dies den Alltag oft beeinträchtigen. Umso wichtiger ist die Möglichkeit, sich über die Symptome zu informieren. Dies kann dabei helfen, einzuschätzen, welche Veränderungen harmlos sind, welche von selbst wieder verschwinden können und wann man ärztlichen Rat suchen sollte. Im Folgenden finden Sie daher Informationen zu den häufigsten Beschwerden im Intimbereich von Mann und Frau. Die Bilder können Sie dabei unterstützen, typische Probleme wie Rasurbrand, Pickel oder Ausschlag zu erkennen.

Weiterlesen

Juckreiz im Intimbereich

Frau mit Juckreiz im Intimbereich © Getty Images/Biserka Stojanovic
1|10

Juckreiz im Intimbereich kann viele Ursachen haben und ist oftmals als harmlos anzusehen. Er kann zum Beispiel nach der Rasur im Rahmen von Rasurbrand auftreten. Auch das Tragen von zu enger oder synthetischer Kleidung kann ursächlich sein. Ebenso kann starkes Schwitzen für Juckreiz verantwortlich sein.

Hinzu kommt, dass das Milieu im Intimbereich bei manchen Menschen sehr empfindlich sein kann. Schon kleinste Veränderungen, wie zum Beispiel die Verwendung eines anderen Waschmittels oder Duschgels, können Jucken im Intimbereich auslösen. Auch sollte unbedingt darauf geachtet werden, im Intimbereich keine Seife oder Duschgel zu benutzen, denn diese können den pH-Wert stören. Sich mit klarem Wasser zu waschen ist die einfachste Form der Intimpflege. Auch spezielle Seifen und Duschgels für den Intimbereich sind geeignet. Kommen weitere Symptome zum Juckreiz hinzu, wie zum Beispiel ein unangenehmer Geruch oder ein Brennen, kann eine Infektion vorliegen.



Pickel im Intimbereich

Pickel im Intimbereich © Getty Images/Zarina Lukash
2|10

Pickel gehören wohl zu den häufigsten Intimbeschwerden und sind oftmals harmloser Natur. Eine häufige Ursache ist vermehrtes Schwitzen. Auch eine sensible Haut kann der Grund dafür sein. So kann bereits zu enge Unterwäsche oder Unterwäsche aus synthetischem Material zu Pickeln führen. Eine weitere Ursache für Pickel sind verstopfte Talgdrüsen. Diese äußern sich als weiße Knubbel unter der Haut. Oft ist hierbei ein Hormonungleichgewicht oder eine schlechte Intimhygiene ursächlich. Auch ein eingewachsenes Haar kann sich als Pickel äußern. Manchmal können sich Pickel auch mit Blut füllen und eine gewisse Größe erreichen.

Im schlimmsten Fall sind Pickel ein Anzeichen für eine Geschlechtskrankheit. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Pickel besonders hartnäckig sind oder immer wiederkehren. Auch kommen dann noch andere Symptome hinzu, wie Ausfluss oder Allgemeinsymptome wie Fieber.

Bestehen Pickel über längere Zeit und infizieren sich, kann dies auch zu Abszessen führen. Generell gilt deshalb: Finger weg! Denn das Ausdrücken, besonders im Intimbereich, kann die Entzündung verschlimmern.



Rasurbrand im Intimbereich

Rasurbrand im Intimbereich © Getty Images/Ocskaymark
3|10

Eine andere Form von Pickeln bildet der Rasurbrand. Rasierpickel entstehen oft, wie der Name schon verrät, nach der Rasur. Die Hautirritationen äußern sich als kleine rote Pickelchen und können mitunter schmerzhaft sein. Auch können Juckreiz und Brennen auftreten. Ursache hierfür ist häufig eine falsche Technik beim Rasieren oder aber das Verwenden von falschen, beziehungsweise stumpfen Rasiererklingen. Auch sollte auf die Verwendung von Rasierschaum bei der Intimrasur nicht verzichtet werden.



Furunkel in der Genitalregion

Furunkel im Intimbereich © Getty Images/happyfoto
4|10

Furunkel und Abszesse gehören beide zur Familie der Weichteilinfektionen. Generell können sie überall am Körper auftreten. Jedoch wird ihr Auftreten im Intimbereich begünstigt, da es in dieser Region meist feucht und warm ist – eine optimale Voraussetzung für Bakterien.

Ein Furunkel ist eine Infektion von Haarfollikeln. Furunkel äußern sich als mit Eiter gefüllte Pickel (sogenannte Pusteln) und sind oft mit Schmerzen verbunden. Gelegentlich kann sich der Eiter auch spontan entleeren. Dies kann als besonders unangenehm empfunden werden. Ursächlich für die Eiterpickel ist meist ein harmloses Hautbakterium (Staphylococcus aureus). Furunkel sollte man, genau wie Pickel, am besten einfach in Ruhe lassen. Oft heilen sie von selbst ab. Ein*e Arzt*Ärztin kann jedoch schmerz- und entzündungshemmende Salben verschreiben und im Zweifelsfall den Furunkel mit einem kleinen Schnitt behandeln.



Abszesse im Intimbereich

Abszess im Intimbereich © Getty Images/Aleksej Sarifulin
5|10

Ein Abszess ist eine mit Eiter gefüllte Höhle. Er kann an allen Körperstellen auftreten. Jedoch ist der Intimbereich, eher noch der Analbereich (Analabszess), häufiger betroffen, denn Bakterien fühlen sich hier besonders wohl. Menschen mit starker Körperbehaarung in diesem Bereich sind besonders häufig betroffen. Oftmals sind dies junge Männer. Auch zu viel Sitzen und übermäßiges Schwitzen begünstigen die Entstehung von Abszessen. Ein Abszess äußert sich als größere, schmerzhafte Beule, die oft verhärtet ist. Meist ist hierbei die Umgebung mit betroffen. Es zeigt sich eine Rötung, Schwellung und Überwärmung im betroffenen Gebiet.

Ähnlich wie beim Furunkel ist auch hier eine spontane Eiterentleerung möglich. Abszesse bedürfen jedoch fast immer einer ärztlichen Behandlung. Sie müssen fachmännisch entfernt werden. Nicht selten ist eine kleine Operation notwendig, um den Abszess zu eröffnen und komplett auszuräumen. Geschieht dies nicht, verschwindet der Abszess meist nicht von selbst und kann noch mehr von der Umgebung infizieren. Manchmal (jedoch heutzutage seltener), muss ein Antibiotikum verschrieben werden.

Das immer wiederkehrende Auftreten von Abszessen, besonders im Intimbereich oder in den Leistenbeugen und Achseln, kann ein Anzeichen für eine Akneerkrankung sein (eine sogenannte Akne inversa). Bei Abszessen im Analbereich nahe des Afters können auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen dahinterstecken (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).



Ausschlag im Intimbereich

Ausschlag im Intimbereich © Getty Images/Pikusisi-Studio
6|10

Ein Ausschlag, auch Ekzem genannt, kann an jeder Körperstelle auftreten. Gerade im Intimbereich ist dies natürlich besonders unangenehm. Ein Ekzem äußert sich vor allem durch eine Hautrötung und Juckreiz. Manchmal können auch kleine Pickel mit auftreten.

Meist ist ein Ausschlag im Intimbereich harmlos. Ein Ekzem kann aus den unterschiedlichsten Gründen auftreten. So können hormonelle Veränderungen ursächlich sein. Möglich sind auch Allergien auf Medikamente, Pollen, Tierhaare oder Inhaltsstoffe von Produkten. Weiterhin können falsche Hygiene, starkes Schwitzen und mechanische Reizung durch zu eng sitzende Kleidung einen Ausschlag im Genitalbereich auslösen. Eine weitere mögliche Ursache sind Infektionen, zum Beispiel mit Pilzen oder Viren. Auch Hautkrankheiten können sich durch Beschwerden im Intimbereich äußern. So können Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis (atopisches Ekzem) abgesehen von ihren sonst typischen Lokalisationen auch den Intimbereich befallen.

Sollten Sie sich unsicher sein, was für das Ekzem im Intimbereich ursächlich ist, ist meist der*die Dermatolog*in die richtige Ansprechperson.



Pilzinfektion: Jucken und Brennen im Genitalbereich

Pilzinfektion im Intimbereich © Getty Images/Anut21ng
7|10

Pilzinfektionen im Intimbereich sind ein häufiges Phänomen. Fast jede Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben davon betroffen. Bei Männern ist eine Infektion mit einem Pilz im Intimbereich eher seltener, jedoch sind auch sie davor nicht gefeit. Risikofaktoren für das Auftreten von Pilzinfektionen sind:

  • Diabetes mellitus
  • Einnahme von Immunsuppressiva (also Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken)
  • Schwangerschaft
  • Einnahme von Antibiotika
  • Erkrankungen des Immunsystems (zum Beispiel HIV)
  • Stress
  • Menopause

Die Symptome sind bei beiden Geschlechtern ähnlich. Meist äußert sich eine Pilzinfektion mit starkem Jucken und Brennen im Intimbereich. Haut und Schleimhaut können extrem trocken werden und sogar kleine Risse und offene Wunden aufweisen. Auch Schwellungen und Rötungen im Intimbereich sind häufige Symptome, bei fortgeschritteneren Infektionen ebenso Probleme beim Wasserlassen. Bei der Frau ist oft die Vulva, insbesondere der Eingang der Scheide, betroffen. Es kann krümeliger und unangenehm riechender Ausfluss auftreten. Beim Mann ist häufig die Eichel befallen. Hier können Pusteln und Pickel zu finden sein. Auch unangenehm riechende Beläge unter der Vorhaut sind typisch.

Pilzinfektionen sollten, egal ob Mann oder Frau, unbedingt behandelt werden. Im schlimmsten Fall können diese nämlich den Harntrakt befallen. Wichtig ist es auch, immer den*die Partner*in mitzubehandeln, da sonst eine Art Ping-Pong-Effekt entsteht und die Infektion nicht zur Ausheilung kommt.



Stielwarzen (Fibrome) im Intimbereich

Stielwarze im Intimbereich © Getty Images/Tetiana Mandziuk
8|10

Stielwarzen gehören strenggenommen nicht zu den Warzen, sondern zur Familie der Fibrome. Fibrome entstehen durch Wucherung von Bindegewebszellen, den sogenannten Fibroblasten, und sind gutartig. Bei Stielwarzen ist keine Infektion durch Viren ursächlich, anders als bei den Feigwarzen. Was genau die Entstehung von Stielwarzen begünstigt, ist allerdings noch unklar. Die Vererbung scheint eine große Rolle zu spielen.

Stielwarzen erkennt man daran, dass sie eine rundliche bis längliche Form aufweisen und dabei weich und beweglich sind. Sie erreichen eine bestimmte Größe und wachsen dann nicht weiter, bilden sich jedoch auch nicht zurück. Prinzipiell geht von ihnen kein Krebsrisiko aus, sie können als nicht entarten. Dennoch besteht, besonders im Intimbereich bei starkem Schwitzen, das Risiko einer Entzündung. In diesem Fall können Stielwarzen problemlos in einem kleinen Eingriff entfernt werden. Ist man sich unsicher, ob es sich um eine Stielwarze handelt, empfiehlt sich der Besuch bei dem*der Dermatolog*in. Dabei kann das Fibrom dann im Zweifelsfall auch professionell entfernt werden.



Feigwarzen (Kondylome)

Feigwarze im Intimbereich © Getty Images/Todorean Gabriel
9|10

Feigwarzen (Condylomata acuminata) entstehen durch die Infektionen mit dem Humanen Papillomavirus (HPV). Das Humane Papillomavirus weist mehrere Subtypen auf. Zu den Erregern von Feigwarzen gehören die Subtypen 6 und 11. Die Warzen werden durch Schmierinfektionen, besonders bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, übertragen – sie sind also ansteckend. Weist der Intimbereich bereits kleinere Verletzungen auf, wird das Eindringen von Erregern erleichtert.

Kondylome haben ein blumenkohlartiges Aussehen und können unterschiedlich groß sein. Meist sind sie weich und nicht schmerzhaft. Teilweise können bei besonders ausgeprägtem Befall Juckreiz, Brennen und Schmerzen auftreten. Prinzipiell können Feigwarzen überall im Intimbereich entstehen. Bei der Frau sind häufig die Vagina, die Vulva und in extremen Fällen auch der Gebärmutterhals befallen. Typische Lokalisation beim Mann ist meist die Penisspitze und die Eichel. Eine Ausbreitung der Feigwarzen auf den Damm, den After, den Enddarm und die Harnröhre ist möglich.

Kondylome sind immer behandlungsbedürftig. Am besten wendet man sind hierbei an eine gynäkologische, urologische oder aber venerologische Praxis. Bei Venerolog*innen handelt es sich um Fachärzt*innen für Geschlechtskrankheiten. Liegt nämlich eine Co-Infektionen mit anderen Subtypen des Humanen Papillomavirus vor, kann Krebs entstehen. Dies sollte unbedingt rechtzeitig erkannt und behandelt werden.



Herpes im Intimbereich

Herpes im Intimbereich © Getty Images/nengredeye
10|10

Eine Herpesinfektion wird durch Herpesviren (Herpes-simplex-Viren) ausgelöst, meistens durch den Subtyp 2. Aber auch Infektionen mit den oralen Herpesviren vom Subtyp 1 sind mögliche Auslöser von Herpes im Intimbereich. Typische Symptome sind kleine Bläschen sowie Haut- und Schleimhautdefekte über eine große Fläche des Genitals. Ebenso können Brennen und Schmerzen auftreten. Oftmals sind die Lymphknoten in der Leiste vergrößert und als größere Knubbel tastbar. In schwereren Fällen kann auch Fieber auftreten. Nachgewiesen wird die Infektion mittels eines Abstriches aus den Bläschen.

Gerade für Schwangere ist es wichtig, dass eine Infektion erkannt und behandelt wird. Eine Herpesinfektion kann beim ungeborenen Kind schwere Schäden auslösen. Ebenso können Herpesviren beim Durchtritt durch den Geburtskanal auf das Neugeborenen übertragen werden und nach der Geburt für Komplikationen sorgen. Eine Behandlung einer Herpesinfektion ist daher wichtig und sollte frühzeitig erfolgen.



Aktualisiert: 19.08.2022
Autor*in: Carina Lang, Ärztin

Herpes genitalis (Genitalherpes)

Die Infektion im Bereich der Geschlechtsorgane mit dem Herpes-simplex-Virus gehört zu einer der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Allerdings wissen über der Hälfte der Betroffenen nichts von ihrer Infektion und verbreiten so das Virus unbemerkt weiter. Von Mikroben und Menschen "Herpes" ist die umgangssprachliche Abkürzung für eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV). Meist sind damit die Bläschen an den Lippen und im Gesicht gemeint (Herpes labialis). Diese werden in der Regel vom HSV Typ 1 verursacht und treten das erste Mal meist bereits in der Kindheit auf. Dass es auch eine Herpes-Infektion im Genitalbereich gibt, ist weniger bekannt. Verantwortlich dafür ist meist sein Bruder, der HSV Typ 2, wobei in 20-30% der Fälle Typ 1 der Missetäter ist. Beiden Formen gemeinsam ist, dass sie nach der Erstinfektion nicht mehr aus dem Körper verschwinden, sondern sich häuslich in Nervenenden niederlassen. Sobald die Aufmerksamkeit der Immunabwehr des Körpers nachlässt oder sich anderen Dingen zuwendet, vermehren sich die Viren und wandern zu ihren bevorzugten Stellen an Haut und Schleimhaut. Meist geht das dann mit einem typischen Bläschen-Schub einher. Häufigkeit Wie oft sich die Viren Jahr um Jahr wieder bemerkbar machen, variiert von Mensch zu Mensch sehr stark. Insgesamt nehmen Häufigkeit und Ausprägung der Ausbrüche mit dem Alter ab. Solche Reaktivierungen können allerdings auch ohne Symptome ablaufen. Dies ist besonders tückisch, da sich die Viren trotzdem vermehren und - vom Betroffenen unbemerkt - über die Schleimhäute ausgeschieden und damit weitergetragen werden können. Der zweite gefährliche Aspekt ist, dass Herpes- und Aids-Viren sich gegenseitig verstärken, d.h. wechselseitig das Risiko erhöhen, sich mit der jeweils anderen Krankheit zu infizieren sowie deren Ausprägung zu steigern. Experten tragen Sorge, das dies einen Teufelskreis auslösen könnte, die zu einer HIV-Epidemie führt. So liegt laut Weltgesundheitsorganisation z.B. im östlichen und südlichen Afrika der Anteil der HIV-Infektion, die erst durch eine HSV-Infektion entstanden sind, schätzungsweise bei 60-80%! Harte Fakten und dunkle Ziffern Beide Virentypen sind weltweit sehr häufig. In Deutschland kommen knapp 90% der Bevölkerung im Lauf ihres Lebens mit dem Typ 1 in Kontakt; bei Typ 2 sind es etwa 15%. In den USA liegt der Anteil mit 22% etwas höher. Insgesamt scheinen sich die Infektionsraten weltweit in den letzten Jahren langsam zu erhöhen; hiesige Studien lassen allerdings vermuten, dass die Infektion in Deutschland eher rückläufig ist. Bei Schwangeren mit Herpes genitalis besteht die Gefahr, dass sie die Infektion während der Geburt auf ihr Kind übertragen (Herpes neonatorum). Dies kommt bei etwa einer von 7.500 Geburten vor. Besonders hoch (30-50%) ist das Übertragungsrisiko, wenn sich die Schwangere im letzten Drittel der Schwangerschaft infiziert. Folgen sind beim Kind dann in 25-40% eine lebensbedrohliche Hirnentzündung (Enzephalitis) und Blutvergiftung (Sepsis), die bei 80-90% tödlich endet. Die Entbindung in solchen Fällen erfolgt per Kaiserschnitt. Litt die Schwangere bereits in der Vergangenheit an einer Herpes-Infektion, ist die Gefahr für das Neugeborene weitaus geringer. Es wird diskutiert, ob ein generelles Screening hilft, um rechtzeitig mögliche Risikogeburten zu identifizieren. Derzeit wird dies nur für Patienten mit einem hohen Risiko für Geschlechtskrankheiten, HIV-Infizierte und Personen, deren Partner mit HSV-2 infiziert sind, für sinnvoll erachtet. Symptome und Verlauf Nach der Erstinfektion kommt es 2-7 Tage später zu einer Rötung und Schwellung der Genitalien - beim Mann v.a. Eichel, Vorhaut oder Penisschaft, bei der Frau Schamlippen und Scheide -, die häufig mit Spannungsgefühl, Juckreiz, Brennen und Schmerzen sowie glasigem Ausfluss einhergeht. Wurden die Viren beim Oral- oder Analverkehr übertragen, zeigen sich die Symptome an entsprechender Stelle. Wenig später entwickeln sich gruppiert stehende, flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die 1-2 Tage später aufbrechen, dann eintrocknen, verkrusten und etwa 2-3 Wochen später ohne Narbenbildung abheilen. Während dieser Zeit besteht Ansteckungsgefahr. Die Lymphknoten in der Leiste können anschwellen und es kann - vor allem bei der Erstinfektion - zu allgemeinen Krankheitssymptomen wie Mattigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber kommen. Prinzipiell sind Herpes-genitalis-Infektionen wesentlich schmerzhafter als "normale" Lippenbläschen. Komplikationen sind das Aufpfropfen einer bakteriellen Infektion auf der vorgeschädigten Haut und - v.a. bei Patienten mit einer Immunschwäche - die Ausbreitung der Infektion im ganzen Körper mit Entzündung von Lunge, Leber oder Gehirn. Nachweis und Therapie Meist geben Krankheitsverlauf und Symptome bereits entscheidende Hinweise. Der Nachweis der Viren erfolgt durch Anzüchtung von Bläscheninhalt auf speziellen Nährböden. Eine zusätzliche Blutuntersuchung zeigt, ob das Immunsystem Antikörper gebildet, also eine Infektion stattgefunden hat. Zur Behandlung werden virenhemmende Mittel (Virostatika, z.B. Aciclovir) in Form von Tabletten oder Salben eingesetzt. In schweren Fällen können auch Infusionen gegeben werden. Die Medikamente lindern die Beschwerden und verkürzen die Heilungsdauer; die Viren verbleiben allerdings im Körper. Während der Symptome und Behandlung sollte auf Sex verzichtet werden. Die Berührung der betroffenen Stellen sollte vermieden werden, um den Erreger nicht auf andere Körperstellen zu übertagen. Aktuelle Arzneimittelstudien lassen hoffen, dass in absehbarer Zeit auch ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Derzeit sind zwei Mittel in Prüfung, allerdings noch mit einigen Kinderkrankheiten: So schützt das eine nur Frauen, das andere stimulierte zwar das Immunsystem, zeigte dann aber keine Wirksamkeit in der klinischen Prüfung. Auf den Punkt gebracht Herpes genitalis ist weltweit häufig und wird meist vom HSV Typ 2 verursacht. Das Virus bleibt lebenslang im Körper. Herpes- und Aids-Viren verstärken sich gegenseitig. Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Infektion. Die Infektion erfolgt durch Schleimhautkontakt bzw. Kontakt mit dem Bläscheninhalt. Kondome (auch beim Oralsex) schützen vor einer Infektion. Die Therapie mit Aciclovir beseitigt nur die Symptome.

... mehr