Flöhe und Läuse – millimetergroße Plagegeister

juckende Kopfhaut bei Flöhen und Läusen © istockphoto, swilmor

Neben Mücken im Sommer sind es die winzigen, kaum sichtbaren Blutsauger, die uns das ganze Jahr über quälen können. Besonders in den Sommermonaten sind es vor allem Flöhe, die über Haustiere eingeschleppt werden und auch Menschen als Nahrungsquelle nicht verachten. Läuse lassen sich relativ schnell und gründlich beseitigen, bei Flöhen jedoch muss man jeden Winkel gründlich reinigen.

Flöhe sind nicht wählerisch

Es ist nicht gerade leicht, die lebhaften Flöhe zu bekämpfen, denn sie verfügen über enorme Sprungleistungen: über einen halben Meter weit kann der nur zwei Millimeter große Floh mit Leichtigkeit hüpfen – ein Mensch müsste vergleichsweise über den Kölner Dom springen, wollte er eine ähnliche Leistung vollbringen. Dies erklärt, warum Flöhe sich so schnell verbreiten, wenn sie erst einmal im Haus sind - als ungewollte Gabe meist von Hund oder Katze mitgebracht.

Auch wenn sie bevorzugt auf „ihrem" Hund oder „ihrer" Katze verweilen, so sind Flöhe nicht wählerisch, wenn es um den Wirt geht. Und so suchen sie sich auch Menschen aus, um eine Blutmahlzeit zu genießen und anschließend wieder in Ritzen, Spalten, Teppichen, Matratzen und anderen Schlupflöchern zu verschwinden.

Zum Glück sind in unseren Breiten Flöhe keine Gesundheitsgefährdung mehr. Das war aber nicht immer so: im 14. Jahrhundert, als die Pest 25 Millionen Menschen tötete, übertrugen Rattenflöhe die Pestbakterien. Heutzutage sind in südlichen Breiten nur noch die tropischen Rattenflöhe gefährlich, da sie auch weiterhin Pestbakterien übertragen können.

Hilfe - Flöhe im Haus

Erwachsene Flöhe leben mehrere Monate, abhängig von den Umweltbedienungen – und Flöhe lieben es warm. Zur richtigen Plage werden Flöhe meist im Sommer und Herbst. Flohstiche jucken stark, man erkennt sie an der charakteristischen Flohleiter. Das sind mehrere Stiche hintereinander, weil Flöhe häufig „Probestiche" machen, ehe sie sich satt essen. Bei einem Stich injizieren Flöhe Speichel gegen die Blutgerinnung. Dieser wirkt als Allergen und der Körper reagiert mit einer Schwellung oder Juckreiz.

Das Jucken bei Flohstichen kann mit einer antiallergischen Salbe gelindert werden. Die beste Vorbeugung gegen Flöhe ist die regelmäßige Kontrolle von Haustieren (Säuberung der Körbe, decken und Kissen und Ungezieferapplikationen auf dem Fell mit einem Flohmittel aus der Apotheke). Tägliches Saugen der Teppiche und Polster ist unerlässlich. Ist der Flohbefall massiv hilft der Kammerjäger. Er kann Insektizide einsetzen, die vernebelt werden, denn nur so erreichen sie in der Wohnung alle Entwicklungsstadien der Flöhe und töten sie ab.

Läuse mögen Haare

Sie sind höchstens drei Millimeter lang, leben bevorzugt in der Schläfen-, Ohren- und Nackengegend, aber auch Augenbrauen, Bart- und Brusthaare verschonen sie nicht. Sie brauchen zwei bis drei Blutmahlzeiten täglich und treiben ihren Wirt mit ihren juckenden Bissen fast zum Wahnsinn: Gemeint sind Kopfläuse, eine recht häufige Plage, die man aber gut wieder in den Griff bekommen kann.

Aus ihrem Mund kommen gleich drei Stechrüssel zum Einsatz, wenn es darum geht, einige Milliliter Blut zu saugen. Die Stechrüssel werden in die Kopfhaut gestochen, wobei eine winzige Menge an Läusespucke in die Kopfhaut injiziert wird. Meistens befinden sich nicht mehr als 20 Läuse auf dem Kopf.

Die Eier, auch Nissen genannt, werden in den Haaren verklebt. Das Läuseweibchen legt täglich vier Eier, die sich nach acht Tagen zur Larve entwickeln, sich mehrmals häuten und nach drei Wochen zu einer neuen Generation entwickelt haben. Läuse haben gerade in den Sommermonaten und nach den Ferien Konjunktur, da Ferienorte, Camps und Zeltlager optimale Bedingungen zur Verbreitung von Mensch zu Mensch bieten.

Läuse können gut bekämpft werden

In der Apotheke gibt es geeignete Mittel gegen Läuse, wobei man unbedingt darauf achten sollte, Augen, Nase und Mund zu schützen, denn die Wirkstoffe reizen stark. Als Arzneimittel für eine Kopflausbehandlung zugelassen sind Präparate mit den Wirkstoffen Allethrin, Lindan, Permethrin und Pyrethrum. Die abgetöteten Läuse und Eier kämmt man anschließend mit einem speziellen Nissenkamm heraus.

Wichtig ist es, alle Kleidungsstücke, Decken und Kissen, Polster und bei Kindern Stofftiere, die mit den Haaren in Berührung gekommen sind, bei 60 Grad zu waschen oder zu reinigen - bei Sofas und Sesseln reicht gründliches Staubsaugen. Nicht waschbare Sachen sollte man etwa drei Tage in einer Plastiktüte fest verschließen und bei Zimmertemperatur oder kühler lagern, dann sterben die Läuse. Man kann aber auch z.B. Stofftiere in einem Plastikbeutel für 24 Stunden in die Tiefkühltruhe stecken. Dies tötet ebenfalls Läuse und Nissen ab.

Wichtig für Eltern

Sind Kindergartenkinder oder Schüler betroffen, sind die Eltern verpflichtet, Schule bzw. Kindergarten über den Befall zu informieren und geeignete Therapiemaßnahmen zu ergreifen. Selbst bei korrekter Anwendung, erst recht aber bei Anwendungsfehlern während der Therapie können bei allen Läusemitteln die Nissen überleben. Aus diesem Grund empfiehlt das Robert-Koch-lnstitut grundsätzlich eine Wiederholung der Behandlung nach acht bis zehn Tagen. Nach dieser Zeit sind alle Larven geschlüpft, haben aber selbst noch keine Eier abgelegt.

Alternativen zur chemischen Behandlung bei Läusen

Nur wer keine chemischen Mittel vertragen kann oder schwangere und stillende Frauen können auch auf eine natürliche Methode zurückgreifen. Dazu mischt man normalen Haushaltsessig (5 %) mit Wasser im Verhältnis 1:1, das vertreibt ebenfalls Läuse. Die Mischung wird in die Haare einmassiert, anschließend wickelt man noch ein mit dem Essigwasser getränktes Handtuch um den Kopf und lässt dies eine Stunde einwirken.

Durch die Behandlung mit Essigwasser werden die Läuse oder Nissen allerdings nicht abgetötet, es wird lediglich das Auskämmen erleichtert. Diese Behandlung muss mindestens über acht Tage hinweg täglich einmal erfolgen. Nach etwa acht bis zehn Tagen muss der Kopf gründlich kontrolliert und gegebenenfalls erneut behandelt werden. Denn aus eventuell noch vorhandenen Eiern können in dieser Zeit wieder neue Läuse schlüpfen.

Das mitunter noch empfohlene Abtöten von Läusen und Nissen durch die Anwendung von Heißluft z. B. mittels eines Föhns ist unzuverlässig und kann zu erheblichen Kopfhautschädigungen führen, so dass grundsätzlich davon abzuraten ist. Ebenso ist ein Saunaaufenthalt zur Abtötung der Läuse ungeeignet.

Aktualisiert: 15.12.2017 – Autor: bo

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