Läuse: Wie Sie Kopfläuse erkennen und behandeln

Läuse auf dem Kopf © Getty Images/kozorog

Läuse sind höchstens drei Millimeter lang, leben bevorzugt in der Schläfen-, Ohren- und Nackengegend, aber auch Augenbrauen, Bart- und Brusthaare verschonen sie nicht. Sie brauchen zwei bis drei Blutmahlzeiten täglich und treiben ihren Wirt mit ihren juckenden Bissen fast zum Wahnsinn. Kopfläuse sind eine recht häufige Plage, die man aber gut in den Griff bekommen kann. Wie man die Eier der Läuse, die sogenannten Nissen, und die Läuse selbst erkennen und mit welchen Mitteln und Hausmitteln man Läuse bekämpfen kann, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Übertragung: Wie bekommt man Läuse?

Läuse haben weder Flügel noch eine große Sprungkraft, wie beispielsweise Flöhe. Sie krabbeln von Wirt zu Wirt. Läuse bekommt man deshalb in aller Regel nur über direkten und engeren Körperkontakt. Kinder sind deshalb besonders oft betroffen, da sie beim Spielen und Kuscheln in engem Kontakt zueinander stehen.

Eine Ansteckung über Polstermöbel, Mützen, Kämme oder ähnliches erfolgt eher selten, da Läuse ihren Wirt in der Regel nicht verlassen und auch die Eier nicht abfallen. Werden Gegenstände, die in engem Kontakt zum befallenen Haar standen, innerhalb eines kurzen Zeitraums von verschiedenen Personen benutzt, kann aber auch hierüber eine Übertragung erfolgen.

Läuse haben gerade in den Sommermonaten und nach den Ferien Konjunktur, da Ferienorte, Camps und Zeltlager optimale Bedingungen zur Verbreitung von Mensch zu Mensch bieten.

Ohne Nahrung, also ohne die Aufnahme von menschlichem Blut, sterben Kopfläuse innerhalb weniger Tage.

Läuse erkennen: Wie sehen Läuse aus?

Kopfläuse sind stationäre Parasiten, das heißt, sie wechseln nur selten den Wirt, beispielsweise den Menschen. Zu finden sind Läuse in der Regel im Kopfhaar, gelegentlich nisten sie sich aber auch in anderen behaarten Regionen des Oberkörpers ein, beispielsweise in Bart- oder Achselhaaren.

Kopfläuse erkennen kann man anhand einiger charakteristischer Merkmale:

  • Kopfläuse sind circa zwei bis drei Zentimeter groß.
  • Der Körper ist länglich, abgeplattet und flügellos.
  • Läuse sind durchsichtig bis hellgrau. Nachdem sie Blut aufgenommen haben, färben sie sich rötlich-braun.
  • Sie bewegen sich krabbelnd auf der (Kopf-)Haut fort.

Typisch für einen Kopflausbefall ist zudem das Vorkommen von Läuseeiern, den sogenannten Nissen. Diese werden in den Haaren verklebt. Das Läuseweibchen legt täglich vier Eier, die sich nach acht Tagen zur Larve entwickeln, sich mehrmals häuten und nach drei Wochen zu einer neuen Generation von Läusen entwickelt haben. Die Nissen haften dicht an der Kopfhaut und sind nicht wasserlöslich. Sind die Nissen leer, sind sie weiß gefärbt. Befinden sich Läuse im Entwicklungsstadium in den Eiern, haben sie eine gelblich-bräunliche Farbe.

Bei Verdacht auf Läuse kann ein Läusekamm (Nissenkamm) zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um einen speziellen Kamm mit sehr eng stehenden, unelastischen Zinken. Damit kann das angefeuchtete, mit einer handelsüblichen Haarpflegespülung behandelte Haar Strähne für Strähne von der Kopfhaut beginnend ausgekämmt werden, wobei Läuse und Läuseeier erfasst werden. Danach sollte man die Reste der Haarpflege ausspülen.

Läuse erkennen

Läuse, Nissen und ein Läusekamm – © Getty Images/Pridannikov

Symptome bei Befall mit Läusen

Neben den auf Haut und Haaren erkennbaren Kopfläusen und Nissen kann auch ein starker Juckreiz auf einen Kopflausbefall hinweisen. Saugt die Laus Blut, kommen dabei gleich drei Stechrüssel zum Einsatz. Die Stechrüssel werden in die Kopfhaut gestochen, wobei eine winzige Menge an Läusespucke in die Kopfhaut abgegeben wird. Dadurch wird der Juckreiz ausgelöst.

Die Stiche selbst sind als rote Quaddeln auf der betroffenen Hautstelle erkennbar. Werden diese aufgekratzt, kann eine bakterielle Infektion und infolgedessen die Entstehung eines Ekzems die Folge sein. Als Reaktion auf den Parasitenbefall kann es zudem zu lokalen Lymphknotenschwellungen kommen, beispielsweise hinter den Ohren oder unter den Achselhöhlen.

Läuse bekämpfen: Mittel zur Behandlung

In der Apotheke gibt es verschiedene Mittel gegen Läuse, wobei man unbedingt darauf achten sollte, bei der Anwendung Augen, Nase und Mund zu schützen, denn die Wirkstoffe reizen stark. Nebenwirkungen in Form von allergischen Reaktionen sind möglich.

Als Arzneimittel für eine Kopflausbehandlung zugelassen sind Präparate mit den Wirkstoffen Allethrin, Dimeticon, Permethrin und Pyrethrum. Pflanzliche Mittel basieren beispielsweise auf Extrakten des Neem-Baums. In der Regel werden die Mittel als Läuse-Shampoo oder -Spray angeboten.

Die abgetöteten Läuse kämmt man anschließend mit einem Läusekamm heraus.

Je nach Produkt sollte man zudem neun bis zehn Tage nach der Erstbehandlung die Behandlung noch einmal durchführen, denn viele Läusemittel wirken nicht gegen die Nissen. Verzichtet man auf eine zweite Behandlung, können also Läuse aus den nicht abgetöteten Eiern schlüpfen und der Befall beginnt von vorne. Beachten Sie hier bitte die Hinweise auf der Packungsbeilage oder fragen Sie das Fachpersonal in der Apotheke.

Liegen bakterielle Infektionen der Läusestiche vor, sollte vor der Anwendung von Läusemitteln ärztlicher Rat gesucht werden. Das gleiche gilt für Kleinkinder sowie schwangere oder stillende Frauen, da nicht alle Läusemittel bedenkenlos bei diesen Personengruppen angewendet werden können.

Läuse loswerden ohne Läusemittel

Auch ein reines "Herauskämmen" der Läuse ohne die Anwendung spezieller Läusemittel ist möglich. Die Erfolgsquote dieser Behandlung liegt laut Studienergebnissen bei circa 57 Prozent. Dabei werden in einem Abstand von jeweils vier Tagen die ausgewachsenen Läuse und auch die nachgeschlüpften Larven mit einem Läusekamm aus dem feuchten, mit Pflegespülung behandelten Haar, entfernt. Die Larven können sich durch das wiederholte Auskämmen nicht vollends entwickeln und so auch keine Eier mehr legen, weshalb die Läuse sich so ausrotten lassen.

Allerdings muss bei dieser Behandlungsart extrem gründlich vorgegangen werden, um wirklich alle Läuse und Larven zu entfernen. Viele Betroffene wenden deshalb diese Methode in Kombination mit der Anwendung eines Läusemittels an.

Helfen Hausmittel bei Läusen?

Verschiedene Hausmittel gelten in der Volksmedizin als wirksame Alternative, um Läuse zu bekämpfen. Besonders bekannt ist das Spülen der Haare mit einer Mischung aus gleichen Anteilen Wasser und Essig. Die Mischung wird in die Haare einmassiert, anschließend wickelt man noch ein mit dem Essigwasser getränktes Handtuch um den Kopf und lässt dies eine Stunde einwirken. Diese Behandlung muss mindestens über acht Tage hinweg täglich einmal erfolgen. Nach etwa acht bis zehn Tagen muss der Kopf gründlich kontrolliert und gegebenenfalls erneut behandelt werden. Denn aus eventuell noch vorhandenen Eiern können in dieser Zeit wieder neue Läuse schlüpfen.

Die Wirksamkeit dieses Hausmittels gegen Läuse ist jedoch nicht so gut wie sein Ruf: Grundsätzlich kann Essig die Haaroberfläche zwar glätten. Dadurch finden Läuse in den Haaren weniger Halt und können leichter ausgekämmt werden. Abgetötet werden die Parasiten durch diese Behandlung aber nicht. Das Auskämmen muss daher extrem gründlich erfolgen, da sonst Läuse zurückbleiben können. Zudem bleiben vorhandene Nissen in den Haaren kleben. Essig ist also als alleiniges Mittel gegen Kopfläuse nicht empfehlenswert.

Noch weniger wirksam ist der Einsatz eines Föhns. Zwar sind Läuse empfindlich gegen hohe Temperaturen, allerdings wirkt Heißluft nicht zuverlässig gegen Läuse und Nissen. Zudem bergen solch hohe Temperaturen das Risiko von Verbrennungen an Haut und Haaren, sodass grundsätzlich davon abzuraten ist. Ebenso ist ein Saunaaufenthalt zur Abtötung der Läuse ungeeignet.

Läuse bekämpfen – auch die Umgebung behandeln

Wichtig ist es jedoch, alle Kleidungsstücke, Decken und Kissen, Polster und bei Kindern Stofftiere, die mit den Haaren in Berührung gekommen sind, bei 60 Grad zu waschen oder zu reinigen – bei Sofas und Sesseln reicht gründliches Staubsaugen. Der Läusekamm sowie die normalen Kämme und Bürsten können auch in 60 Grad heißem Wasser desinfiziert werden.

Nicht waschbare Sachen sollte man etwa drei Tage in einer Plastiktüte fest verschließen und bei Zimmertemperatur oder kühler lagern, dann sterben die Läuse ab. Man kann aber auch beispielsweise Stofftiere in einem Plastikbeutel für 24 Stunden in die Tiefkühltruhe stecken. Dies tötet ebenfalls Läuse und Nissen ab.

Läuse bei Kindern

Sind Kindergartenkinder oder Schüler*innen betroffen, sind die Eltern verpflichtet, Schule beziehungsweise Kindergarten über den Befall zu informieren und geeignete Therapiemaßnahmen zu ergreifen. Enge Kontaktpersonen sollten ebenfalls auf einen Befall untersucht werden, damit rechtzeitig eine Behandlung begonnen werden kann. Man sollte so lange zu Hause bleiben, bis eine Weiterverbreitung der Läuse ausgeschlossen ist. Die Erstbehandlung sollte also abgeschlossen sein.

Kann man Läusen vorbeugen?

Auf die vorbeugende Anwendung von Läusemitteln sollte verzichtet werden. Läuse-Abwehrsprays mit ätherischen Ölen sollen angeblich dem Befall mit Kopfläusen vorbeugen. Wissenschaftlich erwiesen ist die Wirksamkeit jedoch nicht. Auch verstärkte Körperhygiene schützt nicht vor einem Befall. Läusen kann demnach nicht vorgebeugt werden.

Ist jedoch bekannt, dass eine Person Läuse hat, etwa ein Familienmitglied, sollten Kopf-an-Kopf-Berührungen und beispielsweise die Benutzung des gleichen Kamms vermieden und entsprechende Hygienemaßnahmen ergriffen werden, bis die Behandlung abgeschlossen ist, um eine Ansteckung mit den Läusen zu verhindern.

Aktualisiert: 24.08.2021 - Autor: Sigrid Born; überarbeitet: Jasmin Rauch

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