Lifeline Logo

Herzinfarkt

Mann hat Herzinfarkt © istockphoto, Rawpixel

Mit einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist fast jeder schon einmal in Berührung gekommen. Sei es als Betroffener oder als Bekannter eines Betroffenen von einem Herzinfarkt. Fehlt unserem Kreislaufmotor Sauerstoff, kommt er ins Stottern oder bleibt ganz stehen. Das passiert gar nicht so selten: Über 220.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt, etwa 50.000 Fälle verlaufen tödlich.

Herzinfarkt wegen verminderter Sauerstoffzufuhr

Der Herzmuskel benötigt wie jedes andere Organ für seine Tätigkeit Sauerstoff. Dieser wird über das Blut in den Herzkranzgefäßen (Koronargefäßen) zur Verfügung gestellt. Sind diese verengt, kann der Muskel nicht mehr ausreichend pumpen – was zu eingeschränkter Belastungsfähigkeit und Herzschmerzen (Angina pectoris) führt.

Der Herzinfarkt ist quasi die maximale Ausprägung der verminderten Sauerstoffzufuhr: An einer Stelle ist die Blutzufuhr plötzlich soweit unterbrochen, dass der davon versorgte Muskel (Myokard) nicht nur in seiner Arbeit eingeschränkt ist, sondern selbst zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe bekommt und abstirbt – ein Herzinfarkt, oft mit teilweise lebensbedrohlichen Konsequenzen.

Überlebt der Betroffene den Herzinfarkt, vernarbt das Infarktgewebe und bleibt funktionslos.

Formen von Herzinfarkten

Je nachdem welche der Herzhälften von einem Herzinfarkt betroffen ist, unterscheidet man den Linksherzinfarkt und den Rechtsherzinfarkt. Je nach betroffenem Bereich bei einem Herzinfarkt gibt es weiterhin den Vorder- und Hinterwandinfarkt. Die rechte Herzkammer ist nur selten und dann meist zusammen mit der linken Kammer bei einem Infarkt betroffen, was mit dem Verlauf der drei Hauptkoronararterien zusammenhängt.

Betrifft die Nekrose ("Absterben") alle Gewebsschichten bei einem Herzinfarkt, spricht man von einem transmuralen Infarkt, ist nur die Innenschicht beschädigt, von einem Schichtinfarkt.

Vorboten eines Herzinfarkts

Früher wurden länger anhaltende Angina pectoris-Anfälle (Decrescendo-Angina) als Vorbote von einem Herzinfarkt angesehen. Mittlerweile weiß man, dass auch dabei bereits Herzmuskel zerstört werden kann. Deshalb wird diese Form mittlerweile auch den Infarkten zugerechnet.

Im Gegensatz zum klassischen Infarkt zeigen sich allerdings hier nicht die typischen Veränderungen im EKG – die Hebung (Elevation) der ST-Strecke fehlt also. Deshalb wird diese Form des Infarkts auch als NSTEMI (Nicht-ST-Strecken-Elevations-Myokardinfarkt) bezeichnet, der klassische Infarkt dagegen als STEMI (ST-Strecken-Elevations-Myokardinfarkt). Der Oberbegriff für beide Formen ist das akute Koronarsyndrom.

Aktualisiert: 04.02.2019 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?