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Herzinfarkt – Vorbeugen und Behandlung

Mann mit Herzinfarkt © istockphoto, fstop122

Einem Herzinfarkt lässt sich bereits mit einfachen Maßnahmen vorbeugen. Kommt es dennoch zu einem Herzinfarkt, gibt es verschiedene Komplikationen und Möglichkeiten der Behandlung. Wir erklären, welche Maßnahmen zur Vorbeugung, welche Arten der Therapie und welche möglichen Komplikationen bei einem Herzinfarkt existieren.

Komplikationen bei einem Herzinfarkt

Im akuten Stadium eines Herzinfarkt können folgende Komplikationen auftreten:

  • Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen oder bösartige Rhythmusstörungen
  • Kreislaufschock
  • Herzrhtythmusstörungen
  • Herzklappenschäden
  • Herzscheidewanddefekt
  • Einblutung in den Herzbeutel
  • Embolien

Nach einem Herzinfarkt können auftreten:

Behandlung eines akuten Herzinfarkts

Das Ziel der Behandlung des akuten Herzinfarkts ist darauf ausgerichtet, den bereits geschädigten Herzmuskel zu entlasten, die Ausdehnung des Infarktes zu begrenzen, die Durchblutung des Herzmuskels sicherzustellen, sekundäre Komplikationen zu verhindern und idealerweise frühzeitig das verschlossene Infarktgefäß wieder zueröffnen. Dafür stehen einzeln oder in Kombination folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Blutverdünnende Therapie mit Heparin und Aspirin
  • Gabe eine Beta-Blockers zur Entlastung des Herzmuskels
  • Medikamente zur Blutdrucksenkung
  • Schmerzmittel
  • Beruhigungsmittel
  • Medikamente oder Elektroschocktherapie bei Rhythmusstörungen
  • Harntreibende Medikamente bei Herzinsuffizienz
  • Sauerstoffgabe bei Sauerstoffmangel
  • Künstliche Beatmung bei unzureichender Eigenatmung
  • Kreislaufstabilisierende Medikamente bei Kreislaufschock

Lysetherapie und Herzkatheteruntersuchung

Eine Wiedereröffnung des verschlossenen Infarktgefäßes kann entweder durch Lysetherapie oder Ballondilatation im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung erreicht werden. Bei der Lysetherapie erfolgt über die Vene die Gabe einer Substanz, die in der Lage ist, Blutgerinnsel in den Herzkranzgefäßen aufzulösen.

Durch die Lysetherapie können jedoch latente Blutungsquellen im Organismus wie im Gehirn, auf der Netzhaut oder im Magen-Darm-Trakt, aktiviert werden, und zu lebensbedrohlichen Blutungen führen. Zudem kann die lokale Wirksamkeit der Lysetherapie auf das Infarktgefäß nicht direkt überprüft werden.

Im Gegensatz dazu ermöglicht die Herzkatheteruntersuchung eine direkte Darstellung der Herzkranzgefäße und ihrer Verengungen im allgemeinen, sowie des infarktauslösenden Gefäßverschlusses im speziellen. Mit modernen Ballonkathetern kann in gleicher Sitzung der Versuch unternommen werden, das verschlossene Herzkranzgefäß wieder zueröffnen, und damit die Durchblutungsverhältnisse zu normalisieren.

Therapie nach einem Herzinfarkt

Leider ist auch diese Ballondilatation nicht immer erfolgreich und das Verfahren auch mit anderen Risiken behaftet, die im Einzelfall gegen das Risiko einer rein ab zuwartenden Strategie abgewogen werden müssen. Zudem verfügen nicht alle Krankenhäuser über die technische Ausstattung und das fachliche Know-how, um Herzkatheteruntersuchungen anbieten zu können. Sowohl für die Lysetherapie als auch das Herzkatheterverfahren gilt der Grundsatz: je früher die Behandlung beim Herzinfarkt einsetzt, desto größer sind die Chancen, den Schaden zu begrenzen.

Die Wahl des geeigneten Verfahrens und des richtigen Zeitpunkts im Verlauf eines Herzinfarktes sind Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschungen. Ebenso große Bedeutung wie der Akuttherapie kommt der Langzeitbehandlung zu. Nach überstandenem Herzinfarkt ist nämlich das Grundproblem der Erkrankung, die Verkalkung der Herzkranzgefäße, nicht behoben.

Um das Risiko eines erneuten Herzinfarktes zu senken, sind eine Kontrolle der individuellen Risikofaktoren, konsequente Medikamententherapie, sowie gegebenenfalls erneute Herzkatheteruntersuchungen mit einer Ballondilatation noch verengter Gefäße oder auch eine Bypassoperation erforderlich.

Bei einer Bypassoperation werden vom Herzchirurgen im Rahmen einer großen Operation am offenen Herzen Venen aus den Unterschenkeln des Patienten als Gefäßbrücken über die verengten Herzkranzgefäße genäht und so die Durchblutung wieder teilweise normalisiert.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Der Herzinfarkt stellt die schwerwiegendste Komplikation der koronaren Herzerkrankung dar. Es ist daher von zentraler Bedeutung, bei allen Menschen, die mit Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen belastet sind, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, durch welche Maßnahmen und Verhaltensweisen sie Gefäßerkrankungen und Herzinfarkte vorbeugen können. Im einzelnen bedeutet dies zur Vorbeugung:

  • Gewichtsregulierung bei Übergewicht
  • Nikotin- und Alkoholabstinenz
  • Behandlung des Bluthockdrucks
  • Medikamente und Diät bei Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörung oder Gicht
  • Regelmäßiges körperliches Training
  • Abbau von psychischen Stressfaktoren

Wenn auch die Einhaltung dieser Maßnahmen zur Vorbeugung, vor allem bei genetischer Belastung, nicht immer vor Gefäßerkrankungen und Herzinfarkten schützen kann, so wird in den allermeisten Fällen der Verlauf der Erkrankung und die Herzinfarkthäufigkeit dennoch günstig beeinflusst.

Nach einem Herzinfarkt sollte ein Patient, auch ohne Beschwerden, regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt durchführen lassen. Durch Belastungsuntersuchungen wie Belastungs-EKG, Stressultraschalluntersuchung oder Thalliumszintigraphie können Hinweise auf latent bestehende Probleme an den Herzkranzgefäßen oder einen drohenden Herzinfarkt erkannt und frühzeitig Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Aktualisiert: 10.11.2017

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