Koronare Herzkrankheit

Schmerzen in der Brust durch koronare Herzkrankheit © istockphoto, seb_ra

Die schleichende Verkalkung der Herzkranzgefäße mit all ihren Folgen ist in den westlichen Industrienationen die häufigste Herzerkrankung überhaupt – in Deutschland sind fast ein Drittel aller Männer und 15 Prozent der Frauen betroffen. Bei den Todesursachen steht sie seit Jahren an erster Stelle. Die koronare Herzerkrankung beruht auf chronischen Ablagerungen von im Blutstrom zirkulierenden Fettbestandteilen, Salzen und kleinen Blutgerinnseln an den Gefäßwänden der Herzkranzgefäße. Diese verengen die Gefäße zunehmend und beeinträchtigen dadurch die Blutzirkulation.

Arteriosklerose als Zeichen eines allgemeinen Gefäßleidens

Die Ablagerungsprozesse in den Venen, auch Arteriosklerose genannt, treten je nach individueller Anfälligkeit und bei Vorliegen entsprechender Risikofaktoren auch in den Blutgefäßen anderer Organe, wie zum Beispiel Nieren, Hirn oder in den unteren Extremitäten auf. Damit ist die koronare Herzerkrankung nur spezifischer Ausdruck eines allgemeinen Gefäßleidens, das in diesem Fall an den Blutgefäßen des Herzmuskels stattfindet.

Wie eine koronare Herzkrankheit entsteht

Die genauen Ursachen der koronaren Herzerkrankung sind wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt und im Einzelfall oftmals nicht genau zu ermitteln. Bekannt sind allerdings eine Vielzahl von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei deren Vorliegen eine gegenüber der Normalbevölkerung deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass es im Laufe des Lebens zum Auftreten einer koronaren Herzerkrankung kommt.

Liegen bei einem Patienten mehrere dieser Risikofaktoren vor, potenziert sich das Risiko entsprechend, von einer koronaren Herzerkrankung betroffen zu werden:

  • Übergewicht
  • Zuckerkrankheit
  • Fettstoffwechselstörung
  • Bluthochdruck
  • Gicht
  • höheres Alter
  • männliches Geschlecht
  • Rauchen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Verwandten ersten Grades

Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entstehung der koronaren Herzerkrankung spielt die genetische Anlage. So kann es durchaus vorkommen, dass trotz absolut gesunder Ernährung und Lebensführung und ohne objektiv nachweisbare Risikofaktoren eine koronare Herzerkrankung auftritt oder umgekehrt ein jemand trotz ungesunden Lebenswandels und Risikofaktoren ein hohes Alter erreicht.

Merkmale einer koronaren Herzerkrankung

Die fortschreitende Arteriosklerose führt zu einer Mangelversorgung des Herzmuskels: Durch die verfetteten, verkalkten, verdickten Herzkranzgefäße gelangt nicht mehr ausreichend Blut zum Herzmuskel. Anfänglich ist dies meist nur unter Belastungsbedingungen der Fall, also wenn der Muskel mehr Sauerstoff für seine Arbeit benötigt, später auch in Ruhe.

Die koronare Herzkrankheit äußerst sich dementsprechend durch ihre Auswirkungen in Form verschiedener Krankheitsbilder, die auch gemeinsam auftreten können. Typische Krankheitsbilder einer koronaren Herzerkrankung sind unter anderem eine Angina pectoris und ein Herzinfarkt sowie ihre Folgen.

Krankheitsbild Angina pectoris (Herzenge)

Bei zunehmender Verengung der Herzkranzgefäße wird auch ihre Bluttransportkapazität immer mehr eingeschränkt, was zu einem Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und -angebot am Herzmuskel führen kann. Erst wenn die Einengungen ein kritisches Maß überschreiten, treten Beschwerden wie vom Brustkorb ausstrahlende Schmerzen, Kurzatmigkeit und ein beklemmendes Engegefühl in der Brust auf.

Bei langsamem Voranschreiten der Erkrankung äußern sich diese Beschwerden im Frühstadium als Angina pectoris bei körperlicher Belastung. Mit zunehmender Erkrankung und dem Auftreten höhergradiger Engstellen an den Herzkranzgefäßen kann eine Belastungsangina zu einer Ruheangina werden – ein bedrohliches Alarmsymptom, das nahtlos in einen Herzinfarkt übergehen kann.

Krankheitsbild Herzinfarkt

Der plötzliche Verschluss eines vorher noch blutdurchströmten Herzkranzgefäßes (zum Beispiel durch ein Gerinnsel, das sich auf die Verkalkungen aufpfropft und das bereits verengte Gefäß ganz verschließt) führt zum Absterben eines unterschiedlich großen Teils des Herzmuskels.

Im besten Fall wird dieser Bezirk nachträglich durch eine bindegewebige Narbe ersetzt, die als Defekt des Herzmuskels für den Rest des Lebens bestehen bleibt und meist auch eine Einschränkung der Kontraktionskraft des Herzmuskels – Herzinsuffizienz (Herzschwäche) oder chronische Herzrhythmusstörungen – bedeutet. Im schlimmsten Fall führen akute Komplikationen wie Kammerrhythmusstörungen und plötzliches Herzversagen zum Tod.

Aktualisiert: 19.02.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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