Corona: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Modell des Coronavirus © istockphoto, inkoly

Viele Menschen haben Corona zu Fragen: Welche Symptome sind typisch bei COVID-19? Wie kann man sich vor einer Infektion schützen? Gibt es Medikamente oder einen Impfstoff? Hier gibt es Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Corona.

Wie wird Corona übertragen?

Als Hauptübertragungsweg gilt die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch: Hustet oder niest ein Infizierter, gelangen kleine Tröpfchen, die Viren enthalten (Aerosole), an die Schleimhäute der Atemwege von einem Gesunden. Um sich vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, sollte man daher 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen halten – auch beim Sport im Freien.

Möglich ist auch die Übertragung via Schmierinfektionen durch den Kontakt mit kontaminierten Händen oder Oberflächen. Fasst man sich danach mit der Hand ins Gesicht, gelangen Viren an die Schleimhaut von Mund und Nase oder in die Augen. Diese Körperteile gelten als primäre Eintrittspforte des Virus in den menschlichen Körper.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Experten gehen derzeit davon aus, dass es nach einer Ansteckung mit Corona bis zu 14 Tage dauern kann, bis erste Symptome auftreten. Die durchschnittliche Inkubationszeit wird mit fünf bis sechs Tagen angegeben.

Welche Symptome sind typisch für eine Infektion mit Corona?

Bisher wurde eine Vielzahl an Symptomen bei Infizierten mit Corona beschrieben. Viele Infektionen verlaufen aber auch symptomlos. Charakteristisch für eine Corona-Infektion sind vor allem hohes Fieber, Atemwegssymptome wie trockener Husten und anhaltende Müdigkeit. Auch andere Beschwerden sind möglich, zum Beispiel Kurzatmigkeit, Halsschmerzen, Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, Hautausschlag oder Durchfall. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Symptomen.

Corona-Symptome im Vergleich (Infografik)

 

Was bedeuten die Abkürzungen SARS-CoV-2 und COVID-19?

Das neue Coronavirus wird mit dem Akronym SARS-CoV-2 bezeichnet: Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Die Lungenkrankheit, die das Virus auslöst, wird dagegen Corona Virus Disease 2019 (COVID-19) genannt.

Gibt es einen Impfstoff gegen Corona?

Da es sich bei Corona um ein neuartiges Virus handelt, ist bisher noch kein zugelassener Impfstoff verfügbar. Allerdings wird weltweit unter Hochdruck daran gearbeitet: Aktuell arbeiten Forscher an 212 Impfstoff-Kandidaten, davon werden bereits 48 potenzielle Impfstoffe in klinischen Studien an Menschen getestet. Erste Ergebnisse mit hoher Wirksamkeit der jeweiligen Impfstoffe wurden im November 2020 veröffentlicht. Am 20. November 2020 wurde der erste Antrag auf eine Notfallzulassung in den USA gestellt. Auch für Europa rechnen Experten mit einer zeitnahen Zulassung – erste Impfungen könnten im Dezember erfolgen.

Welche Behandlung gibt es bei COVID-19?

Bislang gibt es noch keinen Wirkstoff, der spezifisch gegen Corona gerichtet ist. Vielmehr zielt die Behandlung bei COVID-19 auf eine Linderung der vorhandenen Symptome und vor allem die Therapie von möglichen Grunderkrankungen ab. Da die Krankheitsverläufe stark variieren, ist die Behandlung abhängig vom individuellen Verlauf und der Schwere der Symptome. Hier erfahren Sie mehr über die Behandlung von COVID-19 sowie die möglichen Medikamente.

Ist man nach überstandener Infektion immun?

Generell gilt: Das Immunsystem des Menschen wehrt einen Erreger bei einer zweiten Infektion ab, da es bereits Antikörper gegen ihn gebildet hat. Außerdem helfen weitere Zellen des Immunsystems wie die T-Zellen dabei, vor einer erneuten Infektion mit demselben Krankheitserreger zu schützen. Wie es mit der Immunität nach einer Corona-Infektion aussieht, wird weltweit in Studien erforscht. Eine am 19. November veröffentlichte Studie der University of Oxford mit 12.000 Teilnehmern legt nahe, dass Antikörper nach einer durchgemachten Corona-Infektion mindestens sechst Monate vor einer erneuten Infektion schützen.

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Wann ist ein Test auf Corona sinnvoll?

Zur Eindämmung von Corona hat die Bundesregierung eine Nationale Teststrategie entwickelt, mit der ein zielgerichtetes Vorgehen bei Corona-Tests festgelegt ist. Nach Einschätzung des behandelnden Arztes oder zuständigen Gesundheitsamts wird in folgenden Fällen getestet:

  • Bei typischen Corona-Symptomen
  • Bei Kontakt mit einem Corona-Infizierten
  • Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Arztpraxen, Schulen oder Kitas und Gemeinschaftsunterkünften wie Asylbewerberheime und Notunterkünfte sowie deren Besucher
  • Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet
  • Stichprobenartige Tests in Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Test auf das Coronavirus.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Corona-Test?

Ist der Test auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 medizinisch begründet, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für den Corona-Test. Pro Person werden zusätzlich die Kosten für einen erneuten Test übernommen.

Ist Corona meldepflichtig?

Ja, es gibt eine Corona-Meldepflichtverordnung. Ärzte müssen den Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus beziehungsweise auf eine COVID-19-Erkrankung dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden melden. Das gilt auch für Labore, die eine Virusinfektion bei einem Menschen nachweisen. Wo Sie sich bei Verdacht auf Corona melden sollten, lesen Sie hier.

Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?

Um einer Infektion mit Corona vorzubeugen, stehen bestimmte Hygieneregeln (AHA-Regeln) im Fokus:

  • In die Armbeuge Husten oder Niesen
  • Regelmäßig und gründlich mit Seife Händewaschen
  • Abstand von 1 bis 2 Metern zu anderen Menschen halten
  • Social Distancing
  • Körperkontakt generell vermeiden: Nicht Händeschütteln oder umarmen
  • Bei Beschwerden der Atemwege möglichst zu Hause bleiben
  • Menschen, die zu einer Risikogruppe für einen schweren Erkrankungsverlauf gehören, sollten möglichst zu Hause bleiben

Hier lesen Sie, welche Maßnahmen wirklich helfen. Auf welchen Gegenständen das Virus wie lange überleben kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist die Corona-App?

Seit Mitte Juni ist in Deutschland die Corona-Warn-App verfügbar. Sie speichert temporär und anonym die physischen Kontakte des Nutzers und warnt ihn, falls eine seiner Begegnungen in den letzten 14 Tagen positiv auf Corona getestet wurde. Mit der Corona-App sollen Kontaktpersonen eines Infizierten schnell und anonym informiert werden und Infektionsketten unterbrochen werden. Inzwischen können Testergebnisse via QR-Code direkt in die App geladen werden.

Für wen ist Corona besonders gefährlich?

Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf von COVID-19 sind ältere Menschen über 50 Jahre, Raucher und Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen. Zu diesen zählen unter anderem Herzerkrankungen, chronische Leber- und Nierenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, aber auch Multiple Sklerose. Ob Schwangere ebenfalls zur Risikogruppe zählen, ist bislang nicht ausreichend erforscht.

Wer zu den Corona-Risikogruppen gehört, sollte sich daher besonders vor einer Infektion schützen.

Erhöht die Einnahme von Ibuprofen das Risiko für einen schweren Verlauf?

In den sozialen Netzwerken verbreitete sich kurzzeitig die Nachricht, dass die Einnahme des Wirkstoffs Ibuprofen die Verbreitung der Viren unterstütze, wodurch sich der Krankheitsverlauf verschlimmere, wie die Universität Wien angeblich herausgefunden haben soll. Dies ist eine Falschmeldung, von der sich die Universität Wien ausdrücklich distanzierte.

Dennoch warnte ein Sprecher der WHO (Weltgesundheitsorganisation) vorsichtshalber vor der Einnahme von Ibuprofen ohne ärztlichen Rat, wenn der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion besteht oder COVID-19 bereits diagnostiziert wurde. Stattdessen solle man gegen Schmerzen und Fieber besser auf Paracetamol zurückgreifen. Befürchtet wurde, die blutgerinnende Wirkung von Ibuprofen könnte negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf haben. Die WHO hat diese Empfehlung kurze Zeit später wieder zurückgezogen und rät nicht mehr von der Einnahme von Ibuprofen ab.

Eine begonnene und vom Arzt verordnete Behandlung mit Ibuprofen sollte keinesfalls abgebrochen werden.

Sind Reisen trotz Corona möglich?

Im Sommer 2020 hat die Bundesregierung die allgemeine, weltweite Reisewarnung aufgehoben. Seitdem gelten landesspezifische Reisehinweise. Sie werden laufend aktualisiert und die jeweilige Situation vor Ort, damit Reisende entscheiden können, ob sie die Reise antreten sollten oder nicht. Generell gilt die Empfehlung, auf nicht notwendige Reisen während der Corona-Pandemie zu verzichten. Was Sie hinsichtlich Reisen und Urlaub trotz Corona wissen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Gebiete gelten als Risikogebiete?

Da sich Corona permanent weiter ausbreitet, verändert sich auch die Lage bezüglich der Risikogebiete laufend. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht täglich aktualisierte Informationen über weltweite Risikogebiete.

Was ist ein Superspreader?

Ein Superspreader (Englisch: spread = verbreiten) ist ein Organismus, also zum Beispiel ein Mensch, der eine sehr hohe Zahl von anderen Organismen ansteckt. Ein Superspreader weist in der Regel eine erhöhte Produktion und Ausscheidung von Viren auf. Bei SARS-CoV2 wird nach der aktuellen Studienlage vermutet, dass zwischen 10 und 20 Prozent der Infizierten 80 Prozent der Neuinfektionen verursachen.

Was ist die Reproduktionszahl R?

Die Reproduktionszahl R gibt an, wie viele Menschen auf Grundlage der aktuellen Fallzahlen durchschnittlich durch eine mit COVID-19 infizierte Person angesteckt werden. Liegt die Reproduktionszahl bei 1, bedeutet dies, dass eine Person im Durchschnitt eine weitere Person ansteckt. In Deutschland wird täglich ein Schätzwert der Reproduktionszahl durch das Robert-Koch-Institut veröffentlicht.

Aktualisiert: 26.11.2020 - Autoren: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin | Silke Hamann, Medizinredakteurin

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