Corona-Test: Welche gibt es?

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Corona-Tests, die entweder eine bestehende Infektion mit SARS-CoV-2 nachweisen oder aber anzeigen, ob man bereits infiziert war und der Körper entsprechende Antikörper gebildet hat. In der Nationalen Teststrategie der Bundesregierung werden Empfehlungen ausgesprochen, wann welcher Test verwendet werden soll. Doch die finale Entscheidung trifft immer der*die behandelnde Arzt*Ärztin oder das Gesundheitsamt. Daneben gibt es eine Vielzahl an Corona-Tests, die man online kaufen und dann zu Hause durchführen kann. Doch welcher Test eignet sich in welcher Situation?

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PCR-Test im Labor

Arzt nimmt Abstrich aus dem Rachen © Getty Images/bojanstory
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Der herkömmliche PCR-Test weist Erbmaterial des Coronavirus nach. Der Name des Tests geht auf das im Labor angewandte Analyseverfahren zurück, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Es handelt sich um ein Standardverfahren zum Nachweis von Viren: Das in der Probe enthaltene Erbmaterial des Virus wird stark vervielfältigt und farbig markiert. So ist das Virus auch dann nachweisbar, wenn in der Probe nur eine kleine Menge vorhanden war.

Für den Test wird üblicherweise ein Abstrich von den Schleimhäuten der oberen Atemwege genommen, meist aus dem Rachen oder Nasen-Rachenraum. Es kann auch eine Probe aus beiden Arealen entnommen werden. Um eine Probe aus den tiefen Atemwegen zu bekommen, werden Hustenauswurf, Spülungen oder Sekret aus der Luftröhre genutzt.

Bislang gilt der PCR-Test als am zuverlässigsten. Seine Durchführung dauert in der Regel vier bis fünf Stunden. Durch Transport und Vorbereitung im Labor dauert es jedoch normalerweise ein bis zwei Tage, bis das Ergebnis vorliegt.

PCR-Schnelltest

Hand hält Corona-Schnelltest in der Hand © Getty Images/Jackyenjoyphotography
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Basierend auf dem PCR-Verfahren wurden mittlerweile auch PCR-Schnelltests entwickelt. Sie weisen ebenfalls Erbgut des Virus im Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum nach. Es handelt sich dabei um Kartuschen, in denen die PCR abläuft – das, was beim klassischen Test in mehreren Schritten im Labor durchgeführt wird, erledigt das Testkit also selbst. Mit den Schnelltests kann vor Ort innerhalb von zweieinhalb Stunden der Nachweis einer Infektion erfolgen. Es gibt sogar Tests, die bereits nach einer Stunde ein Ergebnis liefern sollen. Auch die Identifizierung bestimmter Virusvarianten (Mutationen) ist mit Schnelltests möglich.

Geeignet sind die Schnelltests in Situationen, wo rasch ein Ergebnis benötigt wird, zum Beispiel in der Notaufnahme, ambulanten Versorgung oder in Pflegeheimen. Allerdings sind die Schnelltests teurer und weniger zuverlässig als der normale PCR-Test.

Antigen-Schnelltest

Corona Antigen-Schnelltest © Getty Images/Alex Walker
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Eine andere Nachweismethode wird bei den Antigen-Schnelltests angewandt: Sie weisen in der Probe enthaltene Virusproteine nach. Genau wie beim PCR-Test wird ein Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum entnommen. Um die enthaltenen Virusproteine zu lösen, wird der Probe eine Flüssigkeit zugesetzt. Einige Tropfen dieser Lösung werden in das Testkit gegeben, in dem ein Papierstreifen ist, über den die Lösung wandert. Innerhalb von 15 Minuten liegt das Ergebnis vor.

Das Aussehen der Antigen-Schnelltests erinnert an Schwangerschaftstests. Da ihre Handhabung einfach ist, können sie auch außerhalb eines Labors durchgeführt werden. Antigen-Schnelltests durch medizinisch geschultes Personal werden beispielsweise in Apotheken, Arztpraxen und Testzentren angeboten. Auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen kommen die Schnelltests zum Einsatz.

Je nach Hersteller unterscheiden sich die Spezifität und Sensitivität der Tests – in der Praxis sind sie jedoch meist unzuverlässiger als ein PCR-Test im Labor. Ein positiver Antigen-Test muss daher zusätzlich durch einen PCR-Test bestätigt werden. Ein negativer Antigen-Schnelltest kann wiederum eine COVID-19-Infektion nicht mit Sicherheit ausschließen. Antigen-Tests sind vor allem dazu geeignet, sehr ansteckende Infizierte mit einer hohen Viruslast zu identifizieren.

Antigen-Selbsttest für zu Hause

Frau öffnet Päckchen mit Testkit © Getty Images/Christopher Hopefitch
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Der Bedarf und die Nachfrage nach Antigen-Tests für zu Hause sind groß. Mit diesen Schnelltests können alle Menschen zu Hause selbst testen, ob sie aktuell möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert sind. Auch in Schulen oder Arbeitsstätten sind Antigen-Selbsttests ein wichtiges Mittel, um Infektionen möglichst frühzeitig zu erkennen und einen größeren Krankheitsausbruch zu vermeiden.

Die ersten Antigen-Selbsttests für Laien wurde Ende Februar 2021 zugelassen und kamen im März in den Handel. Interessenten sollten beim Kauf darauf achten, dass es sich um einen Antigen- und nicht Antikörpertest handelt. Dieser sagt wenig über ein akut bestehende Corona-Infektion aus.

Gurgel-Test: Einfache Handhabung

Mann gurgelt Flüssigkeit im Bad © Getty Images/yulkapopkova
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Eine Alternative zum Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum, den viele Menschen als unangenehm empfinden, ist der Gurgel-Test. Die Anwendung ist recht einfach: Eine Minute lang gurgelt man eine spezielle Lösung, die dann in ein Röhrchen gespuckt wird. Durch die Lösung trennen sich Coronaviren und infizierte Zellen von der Rachenwand. Ausgewertet wird die gegurgelte Flüssigkeit mit einem herkömmlichen PCR-Test. Von Vorteil ist, dass zur Probenentnahme kein medizinisches Personal benötigt wird.

Speichel- und Spucktests sowie Lollipop-Test

Mann sammelt Speichel © Getty Images/SolStock
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Bei Corona-Speicheltests wird die Probe durch Spucke gewonnen und stellen neben dem Gurgel-Test eine weitere angenehmere Methode zur Probenentnahme dar. Die Anwendung ist recht einfach: Es wird Speichel in eine kleine Tüte gespuckt, der in ein Röhrchen mit speziellen Reagenzien kommt. Die Mischung wird geschüttelt und auf einen Teststreifen gegeben. Die Spucktests funktionieren nach dem Prinzip der Antigen-Schnelltests.

Vor allem für Kinder eignet sich außerdem der sogenannte Lollipop-Test. Dabei wird für etwa 30 Sekunden an einem Wattestäbchen – wie an einem Lolli – gelutscht, um einen Abstrich aus dem vorderen Mundbereich zu entnehmen. Die Probeentnahme gilt als schonend und ist nicht schmerzhaft, weshalb Lollipop-Tests vor allem in Schulen und Kindergärten beliebt sind.

Test auf Coronavirus-Antikörper

Arzt trägt Probe mit Blut auf Testkit auf © Getty Images/Plyushkin
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Einige Tage nach der Infektion beginnt das Immunsystem, Antikörper gegen das Coronavirus zu bilden, die im Blut nachweisbar sind. Diese erfasst der Antikörpertest, der auf den Nachweismethoden ELISA oder CLIA basiert. Damit funktioniert er anders als die bereits genannten Tests, die das Virus selbst nachweisen. Da die Antikörper erst im Verlauf einer Infektion gebildet werden, eignet sich der Antikörpertest nicht zum Nachweis einer akuten Infektion – vielmehr kann er zeigen, dass eine Corona-Infektion vorlag.

Der Test kann im Labor durchgeführt werden. Lagen typische Symptome einer Corona-Infektion vor und erachtet ihn der*die behandelnde Arzt*Ärztin als medizinisch notwendig, werden die Kosten für den Antikörpertest von den Krankenkassen übernommen. In anderen Fällen kann er als IGeL-Leistung erbracht werden, die man selbst bezahlen muss.

Auch verschiedene Online-Apotheken und Händler im Internet bieten Tests an, bei der die Probenentnahme zu Hause erfolgt. Zur Analyse wird die Probe dann an ein Labor geschickt.

Antikörper-Schnelltest

Schnelltest auf Corona-Antikörper © Getty Images/Jackyenjoyphotography
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Auch für den Nachweis von Antikörpern wurden Schnelltests entwickelt. Bisher werden Antikörper-Schnelltests nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und müssen selbst bezahlt werden.

Den Antikörper-Schnelltest gibt es ebenfalls für zu Hause. Er kann beispielsweise online oder in der Drogerie gekauft werden. Meistens enthält das Testkit eine entsprechende Nadel, mit der man einen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe gewinnt und auf den Test aufbringt. Innerhalb weniger Minuten wird das Ergebnis angezeigt. Laut Expert*innen sind die Schnelltests allerdings noch nicht spezifisch und sensitiv genug, das heißt, sie erkennen Antikörper nicht so zuverlässig wie eine Untersuchung im Labor.

Aktualisiert: 28.12.2021 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin