FFP2-Maske richtig aufsetzen, reinigen und wiederverwenden

Die bundesweite Maskenpflicht in bestimmten Lebensbereichen gilt in Deutschland seit April 2020. Dabei waren ganz unterschiedliche Maskenvarianten erlaubt. Den geringsten Schutz bieten Stoffmasken, Tücher oder ein Schal, der über Mund und Nase geschoben wird. Abhängig vom Material und der Beschaffenheit der Mund-Nasen-Bedeckungen bieten sie in gewissem Ausmaß Schutz vor dem Einatmen von Aerosolen (Eigenschutz) und senken die Anzahl ausgeatmeter Tröpfchen (Fremdschutz).

Am 19. Januar 2021 wurde beschlossen, dass bundesweit in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken gilt. Diese bieten eine größere Sicherheit. Dazu gehören sogenannte OP-Masken, die andere Menschen vor Tröpfchen und in niedrigem Ausmaß vor Aerosolen des Maskenträgers schützen können. FFP-Masken, also partikelfiltrierende Halbmasken, haben von allen Masken die größte Filterleistung und dienen sowohl dem Fremdschutz als auch dem Eigenschutz. Verbreitet sind vor allem die FFP2-Masken. Alles zu Kauf, Reinigung und der richtigen Anwendung von FFP2-Masken erfahren Sie in dieser Fotostrecke.

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Was sind FFP2- und FFP3-Masken?

Frau mit FFP2-Maske © Getty Images/mego.picturae
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Die Abkürzung FFP steht für die englische Bezeichnung der Masken, "Filtering Face Piece". Im Deutschen werden FFP-Masken auch als partikelfiltrierende Halbmasken bezeichnet. Es gibt sie in verschiedenen Formen, Größen und Ausführungen – in der Regel erinnern FFP-Masken an weiße Kaffeefilter, die kuppelförmig und faltbar sind. Daneben gibt es Modelle mit festem Körbchen. Die Unterscheidung der Masken erfolgt anhand ihrer Filterleistung: Bei FFP2-Masken beträgt die Filterleistung von Tröpfchen und Aerosolen 94 Prozent, bei FFP3-Masken liegt sie mit 99 Prozent noch höher. Anders als Stoffmasken oder OP-Masken schützen FFP-Masken auch den Träger (Eigenschutz) und nicht nur die Umgebung (Fremdschutz).

FFP2-Maske ohne und mit Ventil

FFP-Masken gibt es ohne und mit Ventil, über das die ausgeatmete Luft abgeleitet wird. Eine Maske ohne Ventil filtert die Atemluft über die gesamte Maskenfläche und bietet damit Eigen- und Fremdschutz gleichzeitig. Eine FFP-Maske mit Ventil schützt dagegen in erster Linie nur den Träger, denn Tröpfchen und Aerosole werden zu einem Großteil über das Ausatemventil an die Umgebung abgegeben und nicht über die Maskenfläche gefiltert.

Zertifizierung: Bei FFP2-Maske auf Kennzeichnung achten

Gekennzeichnete FFP2-Maske © Getty Images/INA FASSBENDER/Kontributor
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Hersteller der FFP-Masken müssen bestimmte technische Normen und gesetzliche Anforderungen erfüllen. Wer eine FFP2-Maske kaufen möchte, sollte daher auf zweierlei Angaben auf der Maske achten:

  • die europäische Prüfnorm EN 149:2001+A1:2009
  • CE-Kennzeichen mit vierstelligem Code

Die europäische Prüfnorm EN 149:2001+A1:2009 gibt an, dass die Filterleistung des Materials der FFP2-Maske mit Aerosolen getestet wurde. Demnach muss das Material mindestens 94 Prozent der Aerosole im Test gefiltert haben, um die Prüfung zu bestehen.

Das CE-Kennzeichen belegt, dass die Maske erfolgreich ein Nachweisverfahren (Konformitätsbewertungsverfahren) durch eine anerkannte Stelle wie beispielsweise TÜV oder DEKRA durchlaufen hat. So beweist der Hersteller, dass sein Produkt alle erforderlichen Gesetze und Normen erfüllt – übrigens ein Standardverfahren für Medizinprodukte. Neben dem CE-Kennzeichen steht ein vierstelliger Code, der angibt, welche Stelle das Nachweisverfahren durchgeführt hat. Diesen Code können Interessierte im Internet überprüfen.

FFP2-Maske richtig aufsetzen

Mann und Frau tragen FFP2-Masken © Getty Images/Sean Gallup/Staff
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Damit die FFP2-Maske den Träger und seine Umgebung effektiv schützt, muss sie korrekt auf dem Gesicht sitzen. Dazu muss sie dicht und eng anliegen, der Drahtbügel sollte um die Nase gebogen werden. Für schmale und kleine Gesichter gibt es inzwischen auch kleinere Masken als die Standardgröße, denn für den korrekten Sitz sollte die FFP2-Maske nicht zu groß sein. Nur so wird verhindert, dass Luftströme an der Maske vorbei möglich sind. Bevor man die Maske das erste Mal verwendet, sollte man den Sitz und die Möglichkeit zum ungehinderten normalen Atmen testen.

Was machen Bartträger mit der FFP2-Maske?

Männer mit Bart können beim Tragen einer FFP2-Maske Schwierigkeiten haben, weil die Maske je nach Ausprägung und Wuchs des Bartes nicht eng genug am Gesicht anliegt. Damit ist jedoch der Eigen- und Fremdschutz nicht mehr gewährleistet. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er seinen Bart vorübergehend kürzt oder ganz abrasiert.

FFP2-Maske: Wie lange tragen?

Frau trägt FFP2-Maske auf dem Fahrrad © Getty Images/NurPhoto/Kontributor
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Die dichten FFP2-Masken sollten gemäß Empfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ohne Ausatemventil maximal 75 Minuten am Stück getragen werden, FFP2-Masken mit Ventil maximal 120 Minuten. Anschließend wird eine Pause von etwa 30 Minuten empfohlen. Nach spätestens acht Stunden oder wenn die Maske durchfeuchtet ist, sollte sie gegen eine neue ausgetauscht werden. Da das Coronavirus bei Raumtemperatur auf den Masken längere Zeit infektiös bleibt, sollte dieselbe Maske nicht an zwei Tagen hintereinander getragen werden, genauso wie andere Mund-Nasen-Bedeckungen.

FFP2-Maske kaufen

Auswahl an FFP2-Masken © Getty Images/INA FASSBENDER/Kontributor
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Zu Beginn der Pandemie waren FFP-Masken nur begrenzt verfügbar, inzwischen wurde die Produktion jedoch weltweit hochgefahren. In Deutschland werden FFP2-Masken in Apotheken, Baumärkten, Drogeriemärkten, Supermärkten und anderen Geschäften des Einzelhandels verkauft. Zusätzlich bieten zahlreiche Onlineshops FFP2-Masken an. Durchschnittlich kostet eine FFP2-Maske ein bis zwei Euro, in der Regel sind Mehrfachpackungen günstiger.

FFP2-Maske reinigen und wiederverwenden?

FFP2-Maske reinigen © Getty Images/Francesco Carta fotografo
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Wer seine FFP-Masken wiederverwenden möchte, muss sie vorher reinigen beziehungsweise desinfizieren. Denn das Coronavirus verliert bei Raumtemperatur erst nach einigen Tagen an Infektiosität. Eigentlich handelt es sich bei FFP2-Masken um ein Einwegprodukt, das in Bereichen mit einem hohen Infektionsrisiko eingesetzt wird. Experten gehen beim Privatgebrauch beim Einkaufen oder der Fahrt in einem öffentlichen Nahverkehrsmittel jedoch von einer kürzeren Tragezeit und einer geringeren Belastung mit Coronaviren aus. Deshalb können Privatpersonen ihre Maske mehrmals verwenden. Nach fünfmaligem Gebrauch oder wenn sie sichtbare Schäden aufweist, sollte die Maske jedoch entsorgt werden.

Einfaches reinigen: Maske für sieben Tage lüften

Die einfachste Methode, um die FFP2-Maske zu reinigen und desinfizieren, ist sie bei Raumtemperatur für sieben Tagen an einem trockenen Platz aufzuhängen. Innerhalb dieser Zeit geht die Viruslast auf der Maske um bis zu 95 Prozent zurück. Nach dem siebten Tag kann die FFP2-Maske dann wiederverwendet werden. Jedes Mitglied eines Haushaltes sollte übrigens eine eigene Möglichkeit zum Aufhängen seiner Masken haben. Denn auch innerhalb eines Haushaltes sollten die Masken nicht getauscht werden. So sollen zum einen mögliche Infektionen mit dem Coronavirus verhindert werden, zum anderen bleiben auf den Masken auch andere Erreger zurück, die natürlicherweise die Haut oder Schleimhaut eines Menschen besiedeln.

Am übersichtlichsten ist es, wenn jedes Haushaltsmitglied eine Reihe mit sieben Möglichkeiten zum Aufhängen wie Haken oder kleine Nägelchen bekommt. Diese sollten nicht an einem feuchten Ort wie Bad oder Küche und weit genug von anderen Gegenständen angebracht werden. Wer mag, kann jeden Haken mit dem Datum beschriften, an dem er die Maske getragen hat. So behält er den besten Überblick, welche FFP2-Maske wann wiederverwendet werden kann.

FFP2-Maske im Backofen reinigen?

FFP2-Maske im Backofen reinigen © Getty Images/Catherine Falls Commercial
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Die zweite Möglichkeit eine FFP2-Maske zu reinigen, ist prinzipiell die Desinfektion im Backofen. Laut der Fachhochschule Münster, die Empfehlungen zum Wiederverwenden von FFP2-Masken im Privaten herausgegeben hat, kann die Maske bei 80 °C Ober- und Unterhitze für 60 Minuten gereinigt werden. Dazu die Masken mit Abstand zueinander auf ein Gitter oder einen Backofenrost geben, auf dem Backpapier liegt. Den Backofen nicht zwischendrin öffnen!

Der Nachteil dieser Methode: Die Temperatur muss genau eingehalten werden. Bei Temperaturen unter 80 °C wird das Coronavirus nicht vollständig abgetötet und bei Temperaturen darüber kann die Maske beschädigt werden. Um die richtige Einstellung der Temperatur zu gewährleisten, kann ein Bratenthermometer helfen. Danach die Maske auf sichtbare Schäden prüfen, vor allem der Bänder oder des Metallbügels. Formstabile Körbchenmodelle und FFP2-Masken mit Ventil sollten nicht im Backofen gereinigt werden, da das Material durch die Hitze geschädigt wird.

Waschmaschine, Mikrowelle und UV-Licht sind nicht geeignet

In der Waschmaschine wird die FFP2-Maske mechanisch stark beansprucht, außerdem kann sie mit chemischen Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Beides kann das Material der Masken beschädigen, sodass die Filterleistung reduziert wird. Diese Schäden können auch nicht sichtbar sind. Ähnliches gilt für die Mikrowelle: Bei der erzeugten Temperatur kommt es hier auf die Durchfeuchtung der Maske an – eine gleichmäßige Hitzeerzeugung von 80 °C kann schwer gewährleistet werden.

Obwohl UV-Licht das Coronavirus inaktiviert, werden mit dieser Methode nur Viren an der Oberfläche der Maske zerstört. Befinden sich dagegen Viren in der Maske, können diese überleben. Außerdem beschädigen die UV-Strahlen möglicherweise die Kunststoffbestandteile der Maske.

Aktualisiert: 06.05.2021 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin