Coronavirus-Impfung: Wer kann nicht geimpft werden?

Die Politik, viele Gesundheitsexpert*innen und die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts appellieren weiterhin an die Bevölkerung, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Auch wenn viele Menschen in Deutschland bereits gegen das Coronavirus geimpft wurden, besteht bei einigen Menschen immer noch Unsicherheit bezüglich der Frage, wer nicht gegen Corona geimpft werden kann. Wie sieht es beispielsweise bei Allergien, Vorerkrankungen oder einer Schwangerschaft aus? Mehr zum Thema erfahren Sie hier.

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Impfung bei Vorerkrankungen

Frau wird gegen Corona geimpft © simarik/E+ via Getty Images
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Sowohl in die Wirksamkeitsstudien von BioNTech/Pfizer als auch von Moderna waren Personen mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus und COPD eingeschlossen. Im Rahmen der Studien traten bei diesen Personengruppen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.

Bei Personen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung, die Immunsuppressiva einnehmen, kann die Bildung von Antikörpern durch die Impfung gegebenenfalls reduziert sein. Eine Impfung ist aber dennoch empfohlen. Ob und wenn ja welche Medikamente Einfluss auf die Impfung haben könnten, sollte ärztlich geklärt werden.

Liegt ein Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) oder ein Kapillarlecksyndrom vor, sollte sicherheitshalber keine Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca erfolgen.

Auch wenn die Impfung in den allermeisten Fällen problemlos erfolgen kann, gilt: Sollte bei Ihnen eine Vorerkrankung vorliegen, ist es dennoch empfehlenswert, vor der Impfung ärztlichen Rat zu suchen.

Impfung nach überstandener Coronavirus-Infektion?

Ärztin mit Corona-Imfpung © zoranm/E+ via Getty Images
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Nach überstandener Infektion besteht zumindest eine gewisse Schutzwirkung gegen eine Neuinfektion. Insofern werden Personen, bei denen eine Infektion nachgewiesen wurde, in der Regel frühestens sechs Monate nach überstandener Infektion geimpft. Dies gilt auch für Personen, die nach der ersten Impfung erkrankt sind.

Ist man unsicher, ob vielleicht unbemerkt oder unerkannt eine Infektion mit dem Coronavirus vorlag, muss man sich keine Sorgen machen: Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Impfung in einem solchen Fall Risiken bergen könnte. Es muss also kein Test zum Nachweis von Antikörpern vor der Impfung erfolgen. Aus diesem Grund kann eine Impfung nach ärztlicher Rücksprache grundsätzlich auch bereits vier Wochen nach einer überstandenen Corona-Infektion erfolgen. Die sechsmonatige Wartezeit ist also nicht bindend.

Impfung in Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere Frau telefoniert mit Arzt © AndreyPopov/iStock/Getty Images Plus via Getty Images
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Die in den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna enthaltene mRNA wird im Körper schnell abgebaut. Deshalb gehen Fachleute nicht davon aus, dass eine Impfung schwangerer oder stillender Frauen negative Folgen haben könnte. Studiendaten aus den USA zeigen auch, dass bei schwangeren Frauen keine negativen Auswirkungen durch die Impfung zu erwarten sind.

Dennoch waren Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit zunächst von der Impfung ausgeschlossen. Lediglich betroffenen Frauen, die einer Risikogruppe angehören oder die aufgrund ihrer Lebensumstände einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, empfahl die STIKO zunächst eine Impfung. Im September 2021 sprach die STIKO jedoch eine generelle Empfehlung für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und stillende Frauen aus. Empfohlen wurde eine zweimalige Impfung mit einem mRNA-Impfstoff.

Diese Empfehlung wurde im November 2021 erneut angepasst. Da Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Frauen und Männern unter 30, die mit dem Vakzin von Moderna geimpft worden waren, etwas häufiger auftraten, wurde die Empfehlung der STIKO in Bezug auf diese Altersgruppe sowie (trotz fehlender Daten) auf Schwangere geändert. Die STIKO empfiehlt schwangeren Frauen nun nur noch eine Impfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer. Dies gilt auch für Zweit- und Booster-Impfungen.

Impfung bei Allergien

Frau mit Heuschnupfen © mladenbalinovac/E+ via Getty Images
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Seit Bekanntwerden von schweren allergischen Reaktionen auf Corona-Impfstoffe in den USA und Großbritannien zeigen sich viele Menschen mit Allergien besorgt: Kann man sich bei einer bestehenden Allergie überhaupt gegen das Coronavirus impfen lassen?

Expert*innen geben Entwarnung: Zwar kann es durch die Corona-Impfung, wie durch jede andere Impfung auch, zu einer schweren allergischen Reaktion kommen. Diese tritt jedoch äußerst selten auf.

Da die Symptome bei den meisten Betroffenen innerhalb der ersten 15 Minuten nach der Impfung auftraten, ist nach der Injektion ein entsprechender Beobachtungszeitraum vorgesehen, in dem die geimpfte Person unter medizinischer Aufsicht steht. Bei Personen, bei denen bereits schwere allergische Reaktionen aus ihrer medizinischen Vorgeschichte bekannt sind, ist ein Beobachtungszeitraum von 30 Minuten vorgesehen. In einem Patientenfragebogen wird dies vor der Impfung ermittelt.

Eine Impfung sollte nicht erfolgen, wenn eine bekannte Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe der Impfung vorliegt. Als Allergieauslöser im Verdacht steht vor allem Polyethylenglykol (PEG) beim Impfstoff von BioNTech/Pfizer, PEG sowie Thrometamin/Trometamol beim Vakzine von Moderna sowie Polysorbate bei den Impfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson. Nach aktuellem Kenntnisstand betrifft eine entsprechende Allergie jedoch nur sehr wenige Personen. Aktuelle Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts für Allergikerinnen und Allergiker finden Sie hier.

Impfung von Kindern und Jugendlichen

Frau mit Kind © FamVeld/iStock/Getty Images Plus via Getty Images
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Der Impfstoff des Herstellers BioNTech/Pfizer wurde am 31.05.2021 für Kinder ab 12 Jahren in der Europäischen Union zugelassen. Im Juli folgte die Zulassung des Impfstoffes von Moderna. Nachdem die Ständige Impfkommission in Deutschland zunächst nur die Impfung von Kindern mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen hatte, wurde Mitte August 2021 eine generelle Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren durch die STIKO ausgesprochen. Auch für Kinder von fünf bis elf Jahren hat die EMA im November 2021 eine Impfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer empfohlen. Im Dezember 2021 hat sich die STIKO dieser Empfehlung angeschlossen – allerdings beschränkt auf Kinder mit Vorerkrankungen oder Kontakt zu Personen aus einer Risikogruppe.

Die Impfung soll weiterhin nach ärztlicher Aufklärung über Nutzen und Risiken erfolgen. Eltern von Kindern und Jugendlichen, die einer Risikogruppe angehören, wird zudem empfohlen, sich impfen zu lassen, um so das Ansteckungsrisiko für ihr Kind zu senken.

Quellen

Aktualisiert: 09.12.2021 - Autor: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin