11 Falschmeldungen zum Coronavirus

Hilft Gurgeln gegen das Coronavirus? Und wie sieht es mit Knoblauch aus? Es gibt rund um das Coronavirus viel Unsicherheit. Derzeit finden sich im Internet und den sozialen Medien viele Meldungen zum Coronavirus und möglichen Infektionswegen, die frei erfunden sind und mit der Faktenlage nichts zu tun haben. Hier widerlegen wir die häufigsten Falschmeldungen.

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Hunde und Katzen übertragen das Coronavirus

Hund und Katzen schlafen © iStock.com/FamVeld
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Hunde und Katzen können das Coronavirus nach derzeitigem Wissensstand nicht übertragen. Es wurde jedoch über einzelne Fälle berichtet, in denen das Virus SARS-CoV-2 auch bei Hunden und Katzen oder anderen Haustieren nachgewiesen wurde, die sich vermutlich bei ihren Haltern infiziert hatten. Eine Übertragung von Mensch auf Tier scheint also möglich zu sein. Um die Zusammenhänge besser erforschen können, sind alle nachweislichen Infektionen bei Haustieren dem zuständigen Veterinäramt zu melden.

Aktuell wird vermutet, dass das Virus ursprünglich von Fledermäusen stammt. Darüber hinaus kam es zu Fällen, bei denen Nerze auf Pelzfarmen Menschen mit einer mutierten Form des Virus angesteckt haben. Andere Fälle, bei denen das Virus von Tieren auf Menschen übertragen wurde, sind derzeit nicht bekannt. Der Übertragung von Mensch zu Mensch kommt weiterhin mit Abstand die größte Bedeutung zu.

Für junge Menschen ist das Coronavirus ungefährlich

Junge Menschen © iStock.com/FatCamera
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Das ist pauschal gesehen nicht richtig. Zwar verlaufen die meisten Infektionen bei Kindern und Jugendlichen mild, aber gerade wenn eine chronische Erkrankung oder eine Immunschwäche vorliegen, kann die Erkrankung auch deutlich schwerer verlaufen. Außerdem gibt es durchaus schwere Verläufe bei jungen Menschen, auch wenn diese deutlich seltener vorkommen als bei älteren Menschen und in den Risikogruppen.

Luft anhalten zur Selbstdiagnose

Junger Mann hält Luft an © iStock.com/Camrocker
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Das ist ein Gerücht, das vor allem unter jungen Menschen die Runde macht. Durch das Luft anhalten über zehn Sekunden soll man feststellen können, ob man mit dem Coronavirus infiziert ist oder nicht. Das hat jedoch keinerlei Aussagekraft und beugt einer Ansteckung nicht vor, wenn man es täglich morgens macht, wie manche Fake-News behaupten. Wissenswertes über den Test auf das Coronavirus lesen Sie hier.

Ibuprofen verschlimmert den COVID-19-Verlauf

Ibuprofen in Blister © iStock.com/MachineHeadz
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Das war eine Sprachnachricht, die sich vor allem über den Messengerdienst WhatsApp verbreitet hatte. In dieser wurde behauptet, dass die Einnahme von Ibuprofen nach einer Infektion mit dem Coronavirus den Verlauf drastisch verschlimmere und zu der hohen Sterblichkeit führe. Derzeit gibt es keine Hinweise auf einen schwereren Verlauf nach der Einnahme von Ibuprofen.

Dennoch riet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Infizierten zwischenzeitlich vorsorglich von der eigenmächtigen Einnahme von Ibuprofen ab und riet stattdessen, Paracetamol einzunehmen, wenn die Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Mittlerweile hat die WHO diese Warnung zurückgezogen.

Gurgeln und Wasser trinken schützt

Frau gurgelt mit Wasser © iStock.com/Tharakorn
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Alle 15 Minuten ein Glas Wasser zu trinken, wird als angeblicher Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus empfohlen, um die Viren vom Mund in den Magen zu spülen und so unschädlich zu machen. Zwar ist Wasser trinken allgemein sinnvoll, schützt aber nicht vor einer Ansteckung.

Auch Gurgeln, egal ob mit Wasser oder sogar gefährlicheren Substanzen wie Wasserstoffperoxid, schützt nicht vor COVID-19. Auf Facebook hatte ein Nutzer behauptet, das Virus bleibe für vier Tage in der Kehle bevor es die Lunge erreicht. Die Behauptung ist jedoch nicht richtig. Weder Trinken noch Gurgeln können das Virus abtöten oder die Erkrankung mit COVID-19 verhindern.

Mundwasser schützt aber andere vor Ansteckung

Neue Erkenntnisse der Virologen der Ruhr-Uni Bochum zeigen jedoch, dass Gurgeln mit einem handelsüblichen Mundwasser innerhalb von 30 Sekunden fast alle Viren im Mund-Rachenraum tötet. Dadurch kann die Ansteckungsgefahr mit dem neuen Coronavirus für andere, beispielsweise beim Zahnarzt, deutlich gesenkt werden. Den Anwender hingegen schützt das Mundwasser nicht vor weiteren Ansteckung oder als Behandlung.

Bestimmte Lebensmittel beugen Ansteckung vor

Frau isst Knoblauchzehe © iStock.com/b-d-s
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Nein, es gibt derzeit kein Lebensmittel, um der Ansteckung vorzubeugen. Weder Knoblauch noch Zwiebeln oder ein anderes Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel verhindert die Ansteckung oder macht das Coronavirus gar unschädlich.

Mundschutz schützt vor Ansteckung

Frau zeigt selbstgenähten Mundschutz © iStock.com/Rike_
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Mundschutzmasken werden von Experten nicht für die breite Masse der Bevölkerung als Maßnahme zum eigenen Schutz vor dem Coronavirus empfohlen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt sogar, dass Mundschutzmasken mehr schaden als nützen könnten, da sie oft ein "falsches Sicherheitsgefühl erzeugen", weshalb dann Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen oder das Abstandhalten vernachlässigt werden könnten.

Dennoch ist das Tragen eines Mundschutzes, vor allem in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln, mittlerweile vielerorts Pflicht – ein selbstgemachter Behelfs-Mundschutz gilt dabei als ausreichend. Grund für die Einführung der Mundschutzpflicht ist jedoch nicht, dass man sich so selbst vor einer Ansteckung schützen kann, sondern das Ziel ist vor allem, andere zu schützen.

Denn ein Mundschutz kann die Verteilung der von seinem Träger ausgehenden Tröpfchen beim Sprechen oder Niesen abfangen. Somit kann ein Mundschutz helfen, andere nicht anzustecken. Daher kann es auch aus Sicht des RKI sinnvoll sein, in der Öffentlichkeit einen Mundschutz zu tragen, um andere zu schützen.

Produkte aus China und Italien sind gefährlich

Kind mit Spielzeug aus China © iStock.com/eclipse_images
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Es kursieren Warnungen vor Produkten aus China und Italien, da das Virus auf der Oberfläche anhaften könnte. Experten halten dieses Risiko für sehr gering. Auch die WHO geht nach wie vor davon aus, dass das Virus nur ein paar Stunden bis maximal wenige Tage auf Oberflächen existieren kann. Bisher ist keine Infektion durch einen Gegenstand bekannt. Laut RKI ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie importierte Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Ansteckungsquellen mit dem Coronavirus sein könnten.

Alkohol und Chlor schützen

Frau sprüht sich ein © iStock.com/Delmaine Donson
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Es kursiert ebenfalls die Falschmeldung, es würde helfen, sich mit Alkohol oder Chlor einzusprühen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Alkohol und Chlor können Viren zwar oberflächlich abtöten, doch wer seinen Körper damit einsprüht, riskiert Schäden für seine Gesundheit – vor allem für die Augen kann es gefährlich werden.

Cannabisöl (CBD) oder Sesamöl schützen

Mann mit CBD-Öl © iStock.com/PeopleImages
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Die regelmäßige Einnahme von CBD-Öl oder das Einreiben mit Sesamöl soll das Eindringen des Coronavirus in den Körper verhindern. Beides lässt sich wissenschaftlich nicht halten und fällt in den Bereich der Mythen.

UV-Desinfektionslampe sinnvoll

Hände unter UV-Lampe © iStock.com/Casarsa
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Vor allem im Internet werden UV-Lampen angeboten, die angeblich desinfizierend wirken und somit Viren abtöten sollen. Das funktioniert allerdings nicht, es ist sogar gefährlich. Die WHO warnt vor Bestrahlungen mit einer UV-Lampe, da es zu Hautverletzungen führen kann.

Aktualisiert: 05.05.2021 - Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin und Physiotherapeutin