Die positiven Seiten von Corona

Die Corona-Pandemie sorgt seit Frühjahr 2020 für einige Herausforderungen und hat zweifellos zahlreiche negative Auswirkungen nach sich gezogen. Viele Menschen haben durch das Virus ihr Leben verloren oder leiden immer noch an den Nachwirkungen der Erkrankung. Auch einige Branchen, wie die Gastronomie, der Tourismus oder die Kultur, wurden hart durch die Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen getroffen.

Dennoch gibt es auch einige positive Aspekte, die diese Zeit mit sich gebracht hat – trotz oder gerade wegen Corona. Welche das sind, erfahren Sie in unserer Fotostrecke.

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Mehr Zusammenhalt

Frau bringt älteren Menschen Einkäufe © Sladic/E+ via Getty Images
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Laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung vom Juni 2020 wurde die Entwicklung des Zusammenhalts in der Bevölkerung insgesamt positiv bewertet. So waren im Februar 2020 noch über 40 Prozent der Befragten der Meinung, in Deutschland kümmere man sich nicht um seine Mitmenschen. Im Juni sagten dies nur noch gut 20 Prozent. Auch die Einschätzung, der Zusammenhalt in Deutschland sei insgesamt gefährdet, sank von 46 auf 36 Prozent.

Der gesteigerte Zusammenhalt zeigt sich auch in vielen konkreten Projekten – sei es in Form von Nachbarschaftshilfe bei Einkäufen, Unterstützung von Gaststätten oder Kulturschaffenden oder anderem ehrenamtlichen Engagement. Auch wenn mit Blick auf die Impfkampagne in Teilen der Bevölkerung Uneinigkeit herrscht, gibt es dennoch weiterhin positive Beispiele für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Pandemie.

Gesteigertes Hygienebewusstsein

Frau wäscht ihre Hände © Jay Yuno/E+ via Getty Images
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Die AHA-Regel haben die meisten Menschen mittlerweile verinnerlicht. Vor allem regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist vielen bereits in Fleisch und Blut übergegangen. Dieses Verhalten kann auch in Zukunft dabei helfen, die Verbreitung von Krankheiten einzuschränken. Denn mit den Händen fassen wir uns ins Gesicht und so kommen sie schnell mit Mund, Nase oder Augen in Kontakt – und damit im Zweifelsfall auch mit Viren und Bakterien.

Flexiblere Arbeitsmodelle

Frau arbeitet im Homeoffice © svetikd/E+ via Getty Images
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Durch den Anstieg der Corona-Fälle in Deutschland mussten viele Firmen 2020 schnell reagieren und neue Arbeitsmodelle schaffen. Manche Unternehmen schickten innerhalb weniger Tage oder Wochen einen Großteil ihrer Mitarbeiter*innen ins Homeoffice. Dies könnte für die Zukunft der Arbeit in Deutschland auch langfristig neue Chancen eröffnen. Viele Unternehmen arbeiten bereits an neuen Arbeitsmodellen oder haben diese schon fest in den Arbeitsalltag integriert, um ihren Mitarbeiter*innen so auch unabhängig vom Pandemiegeschehen mehr Flexibilität zu bieten.

Weniger CO2

Frau in der Stadt atmet tief ein © damircudic/E+ via Getty Images
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Die Coronavirus-Pandemie hat sich positiv auf den CO2-Ausstoß ausgewirkt. Laut einer Studie, an der unter anderem das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung beteiligt war, sank im ersten Halbjahr 2020 der CO2-Ausstoß weltweit um mehr als eine Milliarden Tonnen im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Im Jahr 2021 lag der CO2-Ausstoß der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zumindest noch um gut vier Prozent unter den Werten von 2019, in den USA waren es 3,7 Prozent.

Da insbesondere die Industrie für den hohen CO2-Ausstoß verantwortlich ist, sind hier jedoch weiterhin Nachsteuerungen notwendig, um nach einem erneuten Hochfahren der Wirtschaft diesen Effekt langfristig erhalten zu können.

Größere Wertschätzung für systemrelevante Berufe

Kassiererin im Supermarkt als systemrelevanter Beruf © andresr/E+ via Getty Images
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Ob Busfahrer*innen, Kassierer*innen, Kranken- und Altenpflegepersonal, Paketzulieferer oder viele andere: Die Corona-Krise hat gezeigt, dass viele Berufe, die für das reibungslose Funktionieren unseres Alltags von entscheidender Bedeutung sind, häufig mit hoher Belastung und niedrigen Löhnen verbunden sind. Nicht nur gesamtgesellschaftlich ist das Bewusstsein für dieses Problem und die Wertschätzung für diese Berufsgruppen während der Pandemie gestiegen, auch politisch sind erste Ansätze entwickelt worden, um den Arbeitsalltag und die finanzielle Situation der Betroffenen zu verbessern.

Innovationen in der Gesundheitswirtschaft

Frau nutzt Online-Sprechstunde beim Arzt © Marko Geber/DigitalVision via Getty Images
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Die Corona-Pandemie hat auch neue Wege in der Gesundheitswirtschaft aufgezeigt. So gibt es vermehrt die Möglichkeit, online oder telefonisch ärztliche Sprechstundentermine wahrzunehmen oder sich Krankschreibungen ausstellen zu lassen. Dadurch können Betroffene mit unkomplizierten Erkrankungen den Weg in die Praxis vermeiden und so auch das Ansteckungsrisiko für andere Menschen reduzieren.

Auch soll die Versorgungssicherheit in Bezug auf Medikamente und medizinische Gebrauchsgegenstände durch eine verstärkte Produktion im eigenen Land wieder besser sichergestellt werden.

Fortschritte in der Medizin

Frau entwickelt Impfstoff © bombuscreative/E+ via Getty Images
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In der medizinischen Forschung hat es durch verstärkte Aktivität und entsprechende finanzielle Unterstützung durch öffentliche Stellen einige Fortschritte gegeben, die auch nach der Corona-Krise positive Auswirkungen haben könnten. So wurde die Technologie rund um mRNA-Impfstoffe vorangetrieben, deren Wirkung seit längerem auch schon in der Vorbeugung von Krebserkrankungen untersucht wird. Bauteile für Beatmungsgeräte aus dem 3D-Drucker sind ein weiteres Beispiel für medizinische Neuentwicklungen, die im Laufe der Corona-Pandemie entstanden sind.

Beschleunigte Zulassungsverfahren, wie sie beispielsweise im Rahmen der Impfstoffzulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde durchgeführt wurden, könnten auch in Zukunft dazu beitragen, Medikamente und Therapieverfahren unkomplizierter und schneller für Betroffene einsatzfähig zu machen.

Weniger Verkehrsunfälle

Leere Straße ohne Verkehr © Alexander Spatari/Moment via Getty Images
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Von Januar bis September 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent weniger Unfälle im Straßenverkehr durch die Polizei erfasst. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank dabei um rund elf Prozent. Auch die Zahl der Verkehrstoten ging um gut zehn Prozent zurück. Im ersten Halbjahr 2021 ist der Anteil an Personen, die im Straßenverkehr ums Leben kamen, noch einmal um 12 Prozent zurückgegangen.

Wichtigster Grund für diese Entwicklung ist das geringere Verkehrsaufkommen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie.

Neue Interessen entdecken

Frau kocht mit Online-Tutorial © Tim Robberts/Stone via Getty Images
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Auch wenn viele Hobbys und andere Freizeitaktivitäten durch die Corona-Krise nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden konnten – viele wussten sich zu helfen. So ergaben Auswertungen von häufigen Google-Suchanfragen für das Jahr 2020, dass die Nachfrage nach Tipps zu Gartenarbeit, Kochen, Yoga, Skateboarden oder Puzzeln sprunghaft angestiegen sind. Zudem fanden viele Vereine und Gruppen alternative Möglichkeiten, um sich auch während der Pandemie (online) zu vernetzen oder Projekte umzusetzen. Neues zu entdecken, ist also auch in Zeiten der Corona-Pandemie trotz aller Einschränkungen möglich.

Aktualisiert: 02.12.2021 - Autor: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin