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Test auf Coronavirus: Wichtige Fragen und Antworten

Test auf Coronavirus mittels PCR im Labor © istockphoto, Bill Oxford

Der Test auf das Coronavirus wird in Deutschland mittlerweile bei allen Personen durchgeführt, die Atemwegssymptome zeigen. Wie läuft ein Coronavirus-Test ab? Wie lange dauert es, bis das Ergebnis vorliegt und wie geht es weiter, wenn der Test positiv ausfällt? Hier finden Sie die häufigsten Fragen und Antworten zum Test auf das Coronavirus.

Wann wird ein Test auf das Coronavirus durchgeführt?

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt den Test auf das Coronavirus für ALLE Patienten unabhängig von Risikofaktoren bei akuten Atemwegssymptomen jeder Schwere (zum Beispiel Husten und Schnupfen) UND/ODER dann, wenn ein Verlust von Geruchs- und/oder Geschmackssinn vorliegt (Stand: 06.05.2020).

Entscheidungshilfe bei Verdacht auf Corona-Infektion (Infografik)

 

Bestand außerdem Kontakt zu einem COVID-19-Erkrankten bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn und/oder liegen radiologische Hinweise auf eine Pneumonie vor, handelt es sich nach den Kriterien des RKI um einen meldepflichtigen Verdachtsfall.

Liegen keinerlei Symptome vor, wird in der Regel von der Durchführung eines Tests abgeraten, weil negative Testergebnisse nicht immer aussagekräftig sind und ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen könnten.

Auch, wenn damit die Voraussetzungen für die Durchführung eines Tests auf das Coronavirus geringer geworden sind, liegt die Entscheidung darüber, ob ein Test auf das Coronavirus im individuellen Fall begründet ist, nach wie vor beim behandelnden Arzt.

Wer trägt die Kosten für den Coronavirus-Test?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Test auf eine Coronavirus-Infektion, wenn der behandelnde Arzt ihn in als medizinisch sinnvoll erachtet.

Wie funktioniert der Standard-Test auf das Coronavirus?

Für den Test auf das Coronavirus wird in der Regel ein Abstrich aus dem Nasen-, Mund- oder Rachenraum genommen. Da das Coronavirus vor allem im späteren Krankheitsverlauf die unteren, tiefen Atemwege befällt, ist es sinnvoll, auch ausgehustetes Sekret zur Diagnose ins Labor zu schicken. Weisen Sie Ihren Arzt darauf hin, wenn er lediglich einen gewöhnlichen Abstrich aus Mund- oder Rachenbereich vornimmt.

Coronavirus-Test: Wie wird die Probe untersucht?

Nach dem Abstrich werden die Proben vom behandelnden Arzt ins Labor geschickt. Um das Erbmaterial des Virus im Sekret nachzuweisen, wird die Standardmethode PCR (Polymerase-Kettenreaktion) genutzt. Liegt eine Infektion vor, wird dies durch farbliche Markierungen angezeigt.

Wie lange müssen Sie auf das Ergebnis des Coronavirus-Tests warten?

Die reine Analyse der Probe dauert etwa vier bis fünf Stunden. Insgesamt dauert es ab dem Zeitpunkt der Probenentnahme etwa ein bis zwei Tage, bis Sie von Ihrem Testergebnis erfahren – in Abhängigkeit davon, wie schnell die Probe im Labor ankommt und untersucht werden kann. Ihr Arzt wird sich bei Ihnen melden, sobald das Testergebnis vorliegt. Bitte haben Sie Verständnis, falls es länger dauert, die Labore sind derzeit aufgrund der vielen Coronavirus-Tests stark gefordert.

Wichtig ist, dass Sie bis zur Auswertung des Tests auf das Coronavirus Ruhe bewahren und den direkten persönlichen Kontakt zu anderen Menschen sicherheitshalber meiden. Denn wenn tatsächlich eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt, könnten Sie da andere Menschen anstecken. Vermeiden sollten Sie insbesondere den Kontakt zu Personen, die zu einer Coronavirus-Risikogruppe zählen.

Wer zu einer Risikogruppe gehört, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Wo können Sie sich auf das Coronavirus testen lassen?

Bitte suchen Sie bei einem Verdacht auf COVID-19 keinesfalls unangemeldet Ihren Hausarzt auf. Melden Sie sich zunächst telefonisch und erklären Sie, welche Symptome vorliegen. Ist Ihr Hausarzt nicht erreichbar, können Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 wenden.

Auch das örtliche Gesundheitsamt ist eine richtige Anlaufstelle bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Dort erhalten Sie Informationen darüber, wo Sie einen Abstrich machen lassen können und erhalten gegebenenfalls einen Termin. Der Abstrich für den Test auf das Coronavirus wird meist in eigens dafür eingerichteten Teststellen oder Krankenhäusern genommen, vereinzelt auch bei Hausärzten. Welches Gesundheitsamt für Sie zuständig ist, können Sie online auf der Seite des RKI unter Eingabe Ihrer Postleitzahl ermitteln.

Es ist auch möglich, dass zu testende Personen für einen Abstrich von medizinischem Personal zu Hause besucht werden. Vor allem, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören.

Aufgrund der schnell steigenden Zahl an Coronavirus-Verdachtsfällen richten die Gesundheitsbehörden immer weitere Diagnosestellen ein, an denen Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus durchgeführt werden können. Dennoch sind die Einrichtungen nach wie vor stark überlastet. Bitte bewahren Sie Ruhe und zeigen Sie Verständnis für die Umstände. Das Personal in medizinischen Einrichtungen hat es in diesen Tagen sehr schwer.

Seit Mitte April ist auch ein Coronavirus-Test zugelassen, der zu Hause durchgeführt werden kann.

Was passiert, wenn der Test auf das Coronavirus positiv ausfällt?

Ist der Test auf das Coronavirus positiv, wird er wiederholt, um ein fehlerhaftes Testergebnis auszuschließen. Je nachdem, wie schwerwiegend die Symptome sind und wie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten ist, gibt es nach einem eindeutig positiven Ergebnis folgende Möglichkeiten:

  1. Bei schweren Fällen und wenn genügend Kapazitäten in Krankenhäusern zur Verfügung stehen, wird der Patient dort unter streng kontrollierten Quarantänemaßnahmen symptomatisch behandelt.
  2. Falls der Zustand des Infizierten keine intensivmedizinische Behandlung erfordert, kann der Coronavirus-Infizierte zu Hause bleiben. Dort muss er sich allerdings ebenfalls in Quarantäne begeben, um andere Menschen nicht zu gefährden.

Test auf Coronavirus negativ: Wiederholung des Tests

Fällt ein PCR-Test auf das Coronavirus negativ aus, schließt das eine mögliche Infektion mit SARS-CoV-2 noch nicht eindeutig aus. Denn es kann durchaus sein, dass Viren beim Test übersehen wurden, weil die Viruslast bei COVID-19 und dessen Konzentrationen in verschiedenen Körpersekreten je nach Krankheitsstadium variiert. Ist das Coronavirus anfänglich eher im Rachenraum zu finden, siedelt es sich im weiteren Verlauf der Erkrankung vermehrt in den tieferen Atemwegen an und ist dann nur noch im Lungensekret nachweisbar.

Besteht nach einem negativen Testergebnis weiterhin der begründete Verdacht, dass eventuell eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, kann der Test nach ein paar Tagen wiederholt werden.

Coronavirus-Antikörpertest

Mittlerweile gibt es auch Tests, die nicht das Coronavirus selbst, sondern Antikörper gegen das Virus nachweisen. Bei diesen Schnelltests wird nicht wie beim Standard-PCR-Test eine Probe aus den Atemwegen untersucht, sondern Blutserum.

Doch solche Antikörpertests liefern nicht immer aussagekräftige Ergebnisse, da Antikörper nach einer Ansteckung erst nach und nach vom Körper gebildet werden. Bis diese im Blut in ausreichender Menge vorhanden sind, um nachweisbar zu sein, dauert es laut Medizinern und Virologen ein paar Tage, manchmal sogar Wochen. Damit kann der Test vor allem in der Anfangsphase der Erkrankung möglicherweise negativ ausfallen, obwohl eigentlich eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt.

Nach Angaben des RKI wird deshalb aktuell noch davon abgeraten, aus dem Ergebnis eines alleinigen Antikörpertests eine Diagnose zu stellen. Auch, wenn die Antikörpertests nicht zur Akutdiagnostik aussagekräftig sind, können sie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die räumliche und zeitliche Ausbreitung des Coronavirus zu erforschen.

Auch bei der Suche nach einer Therapie gegen das Coronavirus spielen Antikörpertests eine Rolle. Denn mit Hilfe der Tests können Personen für eine Serumtherapie ermittelt werden. Am Münchner Klinikum der technischen Universität (TUM) ist zum Beispiel ist die bundesweit größte Antikörper-Studie angelaufen. Im Rahmen der Kohortenstudie sollen Proben von rund 7.000 Mitarbeitern auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden. Die Studie soll Erkenntnisse über die Stabilität von Antikörpern bringen und damit Ansätze liefern, wie Mitarbeiter und Patienten besser vor dem Coronavirus geschützt werden können.

Verhalten bei Verdacht auf Coronavirus

Haben Sie den Verdacht, möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert zu sein, ist es zunächst wichtig, Ruhe zu bewahren. Nach derzeitigem Stand ist es wahrscheinlicher, dass ihre Symptome auf eine Grippe, Erkältung oder andere Erkrankungen der Atemwege zurückzuführen sind.

Ausführliche Informationen zu den möglichen Symptomen haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt.

Besorgte Menschen sollten sich bei Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion immer erst an das Gesundheitsamt wenden. Keinesfalls sollten Sie bei einem Verdacht auf das Coronavirus ohne vorherige Anmeldung einen Arzt aufsuchen. Nehmen Sie zunächst telefonisch Kontakt auf und informieren Sie Ihren Gesprächspartner über Ihre Vermutung und erklären Sie die Hintergründe. In dringenden Fällen wählen Sie die kostenlose Hotline 116 117 und bleiben sie geduldig, bis ein Ansprechpartner für Sie zur Verfügung steht.

Quellen und weitere Informationen

Aktualisiert: 13.05.2020 – Autor: Annika Lutter

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