Corona-Test: Wichtige Fragen und Antworten

Corona-Test wird bei Mann durchgeführt © iStock.com/rclassenlayouts

Der Corona-Test wird in Deutschland mittlerweile bei vielen Menschen durchgeführt – bei Atemwegssymptomen, Reiserückkehrern, in Gemeinschaftseinrichtungen oder auf freiwilliger Basis. Wie läuft ein Corona-Test ab? Wie lange dauert es, bis das Ergebnis vorliegt und wie geht es weiter, wenn der Test positiv ausfällt? Hier finden Sie die häufigsten Fragen und Antworten zum Test auf das Coronavirus.

Wann wird ein Corona-Test durchgeführt?

Um das Coronavirus zu bekämpfen, hat die Bundesregierung neben Hygiene- und Schutzmaßnahmen die sogenannte Nationale Teststrategie entwickelt. Darin ist bei Corona-Tests ein zielgerichtetes Vorgehen festgelegt. Die folgenden Gruppen werden nach Einschätzung des behandelnden Arztes oder zuständigen Gesundheitsamtes in Deutschland getestet:

  • Menschen mit typischen Symptomen des Coronavirus (zum Beispiel schwere Atemwegssymptome oder Störung des Geruchs- und Geschmackssinns)
  • Menschen, die Kontakt zu einer mit SARS-CoV-2-infizierten Person hatten (Mitglieder eines Haushaltes, Kontaktpersonen von Infizierten, als Kontaktperson durch die Corona-Warn-App identifizierte Menschen)
  • Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen (zum Beispiel Arztpraxen, Schulen, Kita) und Gemeinschaftsunterkünften (zum Beispiel Asylbewerberheim, Notunterkunft) sowie deren Besucher, wenn dort eine Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde
  • Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet (innerdeutsch oder im Ausland), zusätzlich erhalten sie im Flugzeug, Bus, Schiff oder der Bahn Aussteigekarten für die bessere Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten
  • Für die Testung von Personal, Patienten und Bewohnern vor Aufnahme oder Rückkehr ins Krankenhaus, in stationäre Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Reha-Einrichtungen und in der ambulanten Pflege können individuelle Testkonzepte zum Einsatz kommen, bei denen auch Antigen-Schnelltests verwendet werden dürfen
  • Stichprobenartige Tests in Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über sieben Tage
Entscheidungshilfe bei Verdacht auf Corona-Infektion (Infografik)

 

Wer trägt die Kosten für den Corona-Test?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Test auf eine Coronavirus-Infektion, wenn der behandelnde Arzt oder das verständigte Gesundheitsamt ihn in als medizinisch sinnvoll erachtet. Als Maßstab gelten die oben aufgeführten Gruppen, die momentan getestet werden. Zusätzlich werden die Kosten für einen erneuten Test pro Person (in bestimmten Fällen einmal pro Woche) übernommen.

Wie funktioniert der Standard-Test auf das Coronavirus?

Für den Test auf das Coronavirus wird in der Regel mit einem speziellen Tupfer ein Abstrich aus dem Nasen- und/oder Rachenraum genommen. Da das Coronavirus vor allem im späteren Krankheitsverlauf von COVID-19 die unteren, tiefen Atemwege befällt, ist es sinnvoll, auch ausgehustetes Sekret zur Diagnose ins Labor zu schicken.

Corona-Test: Wie wird die Probe untersucht?

Nach dem Abstrich werden die Proben vom behandelnden Arzt ins Labor geschickt. Um das Erbmaterial des Virus im Sekret nachzuweisen, wird die Standardmethode PCR (Polymerase-Kettenreaktion) genutzt. Dabei wird das Erbmaterial stark vervielfältigt, sodass auch geringe Virenmengen nachgewiesen werden können. Liegt eine Infektion mit dem Coronavirus vor, wird dies durch farbliche Markierungen angezeigt.

Inzwischen wurden auch Schnelltests entwickelt, die ebenfalls auf der PCR-Methode basieren. Während die PCR normalerweise in mehreren Schritten im Labor abläuft, sind in den Schnelltests bereits Kartuschen zum Analysieren der Probe integriert. Dadurch kann der Test direkt vor Ort durchgeführt werden, der Transport zum Labor entfällt und das Ergebnis liegt innerhalb weniger Stunden vor. Andererseits sind die Tests deutlich teurer als die klassischen PCR-Tests, verbrauchen mehr Material und sind unzuverlässiger im Ergebnis. Daher werden sie bislang nur in bestimmten Fällen durchgeführt, zum Beispiel in der Notaufnahme, Ambulanzen oder Pflegeheimen.

Antigen-Tests

Der Antigen-Test ist seit dem 15. Oktober Bestandteil der nationalen Teststrategie. Beim Antigentest wird auf Antigene, also Proteinfragmente des Coronavirus, getestet. Der Aufbau dieses Tests ist simpel: Die Probe wird auf einen Testreifen aufgetragen und man erhält sofort eine Reaktion, vergleichbar mit einem Schwangerschaftstest. Die Ergebnisse liegen nach spätestens 15 Minuten vor.

Von Vorteil ist, dass der Antigentest in großen Stückzahlen hergestellt werden kann und schnell ein Ergebnis liefert – noch schneller als der PCR-Schnelltest. Allerdings sind die Ergebnisse noch nicht so zuverlässig wie beim Standard-PCR-Test, auch deshalb darf dieses Verfahren nur in bestimmten Fällen eingesetzt werden. Es ist vorrangig dazu geeignet, Menschen mit einem hohen Ansteckungsrisiko zu erkennen, liefert jedoch häufiger falsche Ergebnisse, wenn infizierte Personen eher einen milden Verlauf zeigen. Ein negatives Ergebnis ist also nicht unbedingt aussagekräftig. Umgekehrt muss jedoch auch ein positives Ergebnis zusätzlich durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Wie lange müssen Sie auf das Ergebnis des Corona-Tests warten?

Die reine Analyse der Probe dauert etwa vier bis fünf Stunden. Insgesamt dauert es ab dem Zeitpunkt der Probenentnahme etwa ein bis zwei Tage, bis Sie von Ihrem Testergebnis erfahren – in Abhängigkeit davon, wie schnell die Probe im Labor ankommt und untersucht werden kann. Ihr Arzt wird sich bei Ihnen melden, sobald das Testergebnis vorliegt. Bitte haben Sie Verständnis, falls es länger dauert, die Labore sind derzeit aufgrund der vielen Coronavirus-Tests stark gefordert.

Wichtig ist, dass Sie bis zur Auswertung des Tests auf das Coronavirus Ruhe bewahren und den direkten persönlichen Kontakt zu anderen Menschen sicherheitshalber meiden. Denn wenn tatsächlich eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt, könnten Sie andere Menschen anstecken. Vermeiden sollten Sie insbesondere den Kontakt zu Personen, die zu einer Coronavirus-Risikogruppe zählen.

Wer zu einer Risikogruppe gehört, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Wo können Sie sich auf das Coronavirus testen lassen?

Bitte suchen Sie bei einem Verdacht auf COVID-19 keinesfalls unangemeldet Ihren Hausarzt auf. Melden Sie sich zunächst telefonisch und erklären Sie, welche Symptome vorliegen. Ist Ihr Hausarzt nicht erreichbar, können Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 wenden.

Auch das örtliche Gesundheitsamt ist eine richtige Anlaufstelle bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Dort erhalten Sie Informationen darüber, wo Sie einen Abstrich machen lassen können und erhalten gegebenenfalls einen Termin. Der Abstrich für den Test auf das Coronavirus wird meist in eigens dafür eingerichteten Teststellen oder Krankenhäusern genommen, vereinzelt auch bei Hausärzten. Welches Gesundheitsamt für Sie zuständig ist, können Sie online auf der Seite des RKI unter Eingabe Ihrer Postleitzahl ermitteln.

Es ist auch möglich, dass zu testende Personen für einen Abstrich von medizinischem Personal zu Hause besucht werden. Vor allem, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören.

Aufgrund der schnell steigenden Zahl an Coronavirus-Verdachtsfällen richten die Gesundheitsbehörden immer weitere Diagnosestellen ein, an denen Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus durchgeführt werden können, beispielsweise an Flughäfen. Dennoch sind die Einrichtungen nach wie vor stark überlastet. Bitte bewahren Sie Ruhe und zeigen Sie Verständnis für die Umstände. Das Personal in medizinischen Einrichtungen hat es in diesen Tagen sehr schwer.

Seit Mitte April ist auch ein Coronavirus-Test zugelassen, der zu Hause durchgeführt werden kann.

Was passiert, wenn der Test auf das Coronavirus positiv ausfällt?

Ist der Test auf das Coronavirus positiv, wird er wiederholt, um ein fehlerhaftes Testergebnis auszuschließen. Je nachdem, wie schwerwiegend die Symptome sind und wie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten ist, gibt es nach einem eindeutig positiven Ergebnis folgende Möglichkeiten:

  1. Wenn der Coronavirus-Infizierte keine oder nur leichte Symptome zeigt, kann er zu Hause genesen. Man sollte sich möglichst in Isolation begeben – über die Dauer entscheidet das Gesundheitsamt, in der Regel beträgt die Quarantäne etwa 10 bis 14 Tage. In dieser Zeit sollte der persönliche Kontakt auf ein absolutes Mindestmaß reduziert werden. Das gilt auch für Menschen, die im selben Haushalt wohnen: Infizierte sollten sich möglichst in separaten Zimmern aufhalten und getrennt von den anderen essen und schlafen.
  2. Bei schweren Fällen und wenn genügend Kapazitäten in Krankenhäusern zur Verfügung stehen, wird der Patient dort unter streng kontrollierten Quarantänemaßnahmen symptomatisch behandelt.

Corona-Test ist negativ: Wiederholung des Tests

Fällt ein PCR-Test auf das Coronavirus negativ aus, schließt das eine mögliche Infektion mit SARS-CoV-2 noch nicht eindeutig aus. Denn es kann durchaus sein, dass Viren beim Test übersehen wurden, weil die Viruslast bei COVID-19 und dessen Konzentrationen in verschiedenen Körpersekreten je nach Krankheitsstadium variiert. Ist das Coronavirus anfänglich eher im Rachenraum zu finden, siedelt es sich im weiteren Verlauf der Erkrankung vermehrt in den tieferen Atemwegen an und ist dann nur noch im Lungensekret nachweisbar.

Besteht nach einem negativen Testergebnis weiterhin der begründete Verdacht, dass eventuell eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, kann der Test in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt wiederholt werden.

Test auf Coronavirus-Antikörper

Mittlerweile gibt es auch Tests, die nicht das Coronavirus selbst, sondern Antikörper gegen das Virus nachweisen. Bei diesen Schnelltests wird nicht wie beim Standard-PCR-Test eine Probe aus den Atemwegen untersucht, sondern Blutserum.

Doch solche Antikörpertests liefern nicht immer aussagekräftige Ergebnisse, da Antikörper nach einer Ansteckung erst nach und nach vom Körper gebildet werden. Bis diese im Blut in ausreichender Menge vorhanden sind, um nachweisbar zu sein, dauert es laut Medizinern und Virologen ein paar Tage, manchmal sogar bis zu drei Wochen. Damit kann der Test vor allem in der Anfangsphase der Erkrankung möglicherweise negativ ausfallen, obwohl eigentlich eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt.

Nach Angaben des RKI wird deshalb aktuell noch davon abgeraten, aus dem Ergebnis eines alleinigen Antikörpertests eine Diagnose zu stellen. Auch, wenn die Antikörpertests nicht zur Akutdiagnostik aussagekräftig sind, können sie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die räumliche und zeitliche Ausbreitung des Coronavirus zu erforschen.

Auch bei der Suche nach einer Therapie gegen das Coronavirus spielen Antikörpertests eine Rolle. Denn mit Hilfe der Tests können Personen für eine Serumtherapie ermittelt werden. Am Münchner Klinikum der technischen Universität (TUM) ist zum Beispiel ist die bundesweit größte Antikörper-Studie angelaufen. Im Rahmen der Kohortenstudie sollen Proben von rund 7.000 Mitarbeitern auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden. Die Studie soll Erkenntnisse über die Stabilität von Antikörpern bringen und damit Ansätze liefern, wie Mitarbeiter und Patienten besser vor dem Coronavirus geschützt werden können.

Verhalten bei Verdacht auf Coronavirus

Haben Sie den Verdacht, möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert zu sein, ist es zunächst wichtig, Ruhe zu bewahren. Hinter den Symptomen kann auch eine Grippe, Erkältung oder andere Erkrankungen der Atemwege stecken.

Ausführliche Informationen zu den möglichen Symptomen haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt.

Wer den Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion hat, sollte zunächst telefonisch Kontakt mit seinem Hausarzt, außerhalb der Sprechzeiten beim ärztlichen Bereitschaftsdienst oder dem zuständigen Gesundheitsamt aufnehmen. Keinesfalls sollten Sie bei einem Verdacht auf das Coronavirus ohne vorherige Anmeldung einen Arzt aufsuchen. Informieren Sie Ihren Gesprächspartner über Ihre Vermutung und erklären Sie die Hintergründe. In dringenden Fällen wählen Sie die kostenlose Hotline 116 117 und bleiben sie geduldig, bis ein Ansprechpartner für Sie zur Verfügung steht.

Aktualisiert: 04.11.2020 - Autoren: Annika Lutter, Medizinredakteurin | Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin

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