PCR-Test für zu Hause kaufen – so funktioniert's!

Frau entnimmt Rachenabstrich für Coronavirus-Test
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In der aktuellen Coronavirus-Pandemie ist die Nachfrage nach Tests zum Nachweis einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 enorm. Viele Menschen kaufen Antigen-Selbsttests für zu Hause, doch diese gelten im Vergleich mit PCR-Tests als weniger zuverlässig. Wer ganz sichergehen möchte, sollte daher einen PCR-Test vornehmen. Dieser kann entweder durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden oder man kauft einen PCR-Test für zu Hause. Im April 2020 hat das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erstmals einen PCR-Test zugelassen, den Betroffene selbst zu Hause anwenden können. Hier lesen Sie, was dahintersteckt.

COVID-19: PCR-Tests als Mangelware

Eine Infektion mit dem Coronavirus ist oftmals schwer zu erkennen, denn COVID-19, die durch das Virus ausgelöste Erkrankung, kann sehr unterschiedliche Symptome verursachen. Für eine sichere Diagnose gilt ein PCR-Test daher als unerlässlich. Dazu wird ein Abstrich aus dem Mund-, Nasen oder Rachenraum entnommen, der anschließend im Labor auf die Erreger untersucht wird.

Allerdings sind die Kapazitäten für die Durchführung solcher Tests begrenzt. Gründe dafür sind unter anderem fehlende Materialien, personelle Engpässe oder die hohen Kosten solcher Tests. Deshalb ist in Deutschland klar definiert, wann ein Test auf das Coronavirus durchgeführt wird. Wenn eine betroffene Person beispielsweise zwar einen bekannten Kontakt mit einer nachweislich infizierten Person hatte, aber keine Symptome aufweist, wird zunächst auf einen Test verzichtet. Die Entscheidung über die Notwendigkeit eines solchen Tests liegt bei dem*der behandelnden Arzt*Ärztin.

Über die genauen Kriterien für die Durchführung eines solchen Tests sowie den Ablauf informieren wir Sie in diesem Artikel.

Corona-PCR-Testkit für zu Hause

Bereits im April 2020 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstmals einen Test zugelassen, der von Privatpersonen selbst zu Hause durchgeführt werden kann. Dabei handelt es sich um den cerascreen® Coronavirus-Test.

Ein solches Corona-Testkit kann im Internet bestellt werden. Es wird nach Hause geliefert, wo die betroffene Person selbst einen Rachenabstrich entnehmen kann. Dieser Abstrich wird anschließend von einem Kurierdienst abgeholt und im Labor nach dem als Goldstandard geltenden PCR-Verfahren (Polymerase-Kettenreaktion) untersucht.

Die Auswertung erfolgt in akkreditierten Fachlaboren. Die Ergebnisse gelten damit als genauso präzise wie bei einem Test, der durch medizinisches Personal durchgeführt wird. Zu beachten ist jedoch, dass der Abstrich genau nach der mitgelieferten Anleitung vorgenommen werden muss.

Das Ergebnis der Untersuchung liegt spätestens 48 Stunden nach Eingang der Probe im Labor vor. Der Ergebnisbericht liefert darüber hinaus Handlungsempfehlungen zum richtigen Verhalten bei einem positiven oder negativen Testergebnis.

Das Corona-Testkit kann direkt beim Anbieter, der cerascreen GmbH, bestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf 149 Euro, einschließlich der Labor- und Versandkosten. Von einigen privaten Krankenkassen werden diese Kosten bereits erstattet.

Vorteile dieses Testverfahrens

Diese Art des Testverfahrens bietet verschiedene Vorteile:

  • Betroffene müssen nicht die Arztpraxis oder das Krankenhaus aufsuchen, was das Risiko einer weiteren Verbreitung des Virus reduziert.
  • Der Test kann auch dann durchgeführt werden, wenn ein PCR-Test durch medizinisches Personal nicht zur Verfügung steht und Betroffenen so Gewissheit bringen.
  • Für medizinisches Personal könnte dieses Verfahren einerseits eine Entlastung darstellen und andererseits das Risiko verringern, sich beim Testen infizierter Personen selbst anzustecken.

Wo ist der Unterschied zu anderen Tests für zu Hause?

Bereits seit längerem sind verschiedene Tests auf das Coronavirus erhältlich, die von Privatpersonen selbst zu Hause durchgeführt werden können. Dabei handelt es sich in der Regel um Antigen-Selbsttests. Diese können eine akute Infektion mit dem Coronavirus anzeigen. Sie haben zwar den Vorteil, schneller und kostengünstiger zu sein, gelten aber als weniger zuverlässig als ein PCR-Test.

Konkret bedeutet das: Positive Ergebnisse müssen anschließend durch einen PCR-Labortest bestätigt werden. Negative Ergebnisse hingegen bieten keine Garantie dafür, dass man nicht doch infiziert und ansteckend ist. Trotzdem können Antigen-Tests dabei helfen, Personen zu identifizieren, die stark ansteckend sind. Diese Schnelltests werden daher beispielsweise in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Schulen eingesetzt, um zumindest hochansteckende Infizierte zu ermitteln.

Daneben gibt es auch Antikörper-Selbsttests für zu Hause. Dabei wird in der Regel statt eines Abstrichs aus dem Rachen das Blut untersucht. Das Ziel solcher Tests ist es, Antikörper gegen das Coronavirus im Blut nachzuweisen. Diese Methode ist jedoch zum Nachweis einer aktuell vorliegenden Infektion nicht geeignet, denn solche Antikörper bilden sich oft erst Tage oder Wochen nach einer Infektion. Aus diesem Grund könnten Antikörper-Tests möglicherweise negativ ausfallen, obwohl tatsächlich eine Infektion vorliegt, aber lediglich noch keine Antikörper gebildet wurden.

Gut geeignet ist dieses Verfahren hingegen, um im Nachhinein zu überprüfen, ob beispielsweise eine unbemerkte Infektion vorgelegen hat. Gerade in Hinblick auf eine bestehende Immunität spielen Antikörper-Tests daher eine entscheidende Rolle.

Gibt es noch weitere PCR-Tests für zu Hause?

Mittlerweile gibt es auf dem Markt noch weitere PCR-Tests, die selbst zu Hause durchgeführt werden können. In der Regel ist das Prinzip ähnlich wie beim Vorreiter: Die Probenentnahme erfolgt durch einen Abstrich, Gurgeln oder eine Spuckprobe. Die Auswertung wird anschließend im Labor durchgeführt.

Wer einen PCR-Test für zu Hause kaufen möchte, sollte mit Preisen ab 70 Euro rechnen. Informiere Sie sich vorab, ob die Kosten von Ihrer Krankenkasse übernommen werden. Oft kann die Probeentnahme darüber hinaus gegen Mehrkosten vor der Kamera erfolgen, damit anschließend das Testergebnis zertifiziert wird.

Daneben gibt es auch Testkits, die auch gleich die Auswertung der Probe übernehmen. Vor allem in den USA kommt diese Technik bereits zum Einsatz: So bietet das US-Startup Detect beispielsweise PCR-Tests für zu Hause an, bei denen der Abstrich selbst ausgewertet werden kann – innerhalb einer Stunde ist das Ergebnis verfügbar. Das vollständige Testkit wird in den USA für 75 Dollar angeboten. Ebenfalls in den USA wurde für das "Lucira COVID-19 All-In-One-Testkit" eine Notfallzulassung als PCR-Selbsttest für zu Hause erteilt. Für die Bestellung ist jedoch ein ärztliches Rezept erforderlich.

Aktualisiert: 28.12.2021
Autor*in: Silke Hamann, Medizinredakteurin

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