Verdacht auf Coronavirus – was tun?

Frau mit Coronavirus-Verdacht telefoniert
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Trotz großer Fortschritte bei der Impfkampagne werden noch immer täglich zahlreiche Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gemeldet. Doch was können Sie tun, falls Sie den Verdacht haben, sich mit dem Virus infiziert zu haben, wo müssen Sie sich melden? Wann müssen Sie sich in Quarantäne oder Isolation begeben? Was gilt, wenn Sie bereits vollständig gegen COVID-19 geimpft oder genesen sind? Wir informieren über die richtigen Schritte bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion.

Symptome bei Coronavirus erkennen

Die Krankheitsverläufe können bei einer Infektion mit dem Coronavirus – man spricht dann von COVID-19 – unterschiedlich sein. Generell unterscheidet man zwischen einer mild verlaufenden Form, die bei über 80 Prozent der Infizierten auftritt, und einer schweren Form. In den seltensten Fällen ist der Verlauf kritisch bis lebensbedrohlich.

Die Symptome von COVID-19 sind äußerst variabel und teilweise schwer von der normalen Grippe (Influenza) abzugrenzen. Am häufigsten treten folgende Symptome auf:

Darüber hinaus kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Erkennen der Symptome einer Coronavirus-Infektion.

Wie verhalte ich mich bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion?

Wichtig ist bei einem Verdachtsfall, die Ruhe zu bewahren und nicht direkt in die erste Notaufnahme zu fahren. Das örtliche Gesundheitsamt ist die zentrale Meldestelle für alle Coronafälle und für die generelle Koordinierung verantwortlich.

Um die Gesundheitsämter zu entlasten, wird empfohlen, sich bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion telefonisch bei seiner Hausarztpraxis zu melden. Am Wochenende beziehungsweise außerhalb der Sprechzeiten kann auch der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 kontaktiert werden.

Entscheidungshilfe bei Verdacht auf Corona-Infektion (Infografik)

 

Wann wird ein Test durchgeführt?

Ein Test auf COVID-19 wird unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus empfohlen, wenn für eine Infektion mit dem Coronavirus typische Symptome vorliegen, also schwere Atemwegssymptome oder eine Störung des Geruchs- und Geschmackssinns.1,2 Leichte Atemwegssymptome sind dabei in der Regel kein Anlass für einen Test, außer es handelt sich um Angehörige einer Risikogruppe oder um Menschen, die viel Kontakt zu anderen Menschen haben, etwa bei einer Tätigkeit im medizinischen Bereich, oder wenn Kontakt zu einer Person bestand, die positiv auf COVID-19 getestet wurde (Kontaktperson).1

Außerdem werden Tests in bestimmten Situationen auch ohne konkrete Symptome durchgeführt, etwa vorsorglich bei Personal, Bewohner*innen oder Besucher*innen von Gemeinschaftseinrichtungen oder Gemeinschaftsunterkünften, wie Pflegeheimen, Krankenhäusern oder Schulen, oder wenn es konkrete Infektionsfälle gegeben hat. Auch nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet (innerdeutsch oder im Ausland) können unter bestimmten Bedingungen Corona-Tests erforderlich sein.

Zudem kann je nach geltenden Regelungen im Rahmen der sogenannten 3G-Regel ein Antigen-Test erforderlich sein, wenn Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, beispielsweise ein Restaurant besuchen möchten. Die 2G-plus-Regel sieht auch für Geimpfte oder Genesene einen zusätzlichen tagesaktuellen Schnelltest vor. Im Rahmen der sogenannten Bürgertests können sich alle Menschen einmal wöchentlich kostenlos testen lassen.

Es handelt sich um einen meldepflichtigen Verdachtsfall, wenn neben dem Auftreten möglicher COVID-19-Symptome zusätzlich höchstens 14 Tage vor Erkrankungsbeginn Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person bestand.1

Die letztendliche Entscheidung, ob ein Test erfolgen sollte, liegt immer bei dem*der behandelnden Arzt*Ärztin oder dem zuständigen Gesundheitsamt.

Hier können Sie sich ausführlich über den Test auf das Coronavirus informieren.

Enge Kontaktperson: Verdachtsfall mit Kontaktperson 1. Grades

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch hauptsächlich durch Sprechen, Niesen und Husten übertragen (Tröpfcheninfektion). Außerdem kann das Virus einige Zeit auf Oberflächen überleben, weshalb auch unsere Hände als Überträger infrage kommen, gerade wenn wir uns ins Gesicht fassen.

Aufgrund dieser Verbreitungsweise von COVID-19 kann direkter Kontakt mit einer erkrankten Person bedeuten, dass Sie ebenfalls erkrankt sein könnten. Man bezeichnet solche Fälle als Kontaktpersonen 1. Grades.

Direkter Kontakt meint in diesem Zusammenhang zum Beispiel ein persönliches Gespräch von mindestens zehn Minuten (ohne entsprechenden Schutz, zum Beispiel Mund-Nasen-Schutz) und Berührungen wie Küssen oder Husten. Auch Personen, die im selben Haushalt wie eine infizierte Person leben oder in Situationen waren, in denen es zu einer Aerosol-Übertragung gekommen sein kann (etwa bei Chorproben oder gemeinsamen Feiern in Innenräumen) gelten als Kontaktpersonen. Darüber hinaus werden auch Personen, die über die Corona-Warn-App eine entsprechende Warnung erhalten haben, als Kontaktperson gezählt.

Die infizierte Kontaktperson muss positiv auf das Coronavirus getestet sein, es muss also mehr als nur ein Verdacht bestehen.

Ich hatte Kontakt zu einem Menschen mit bestätigtem Coronavirus – was tun?

Wenn Sie wie zuvor beschrieben direkten Kontakt mit einem nachweislich an COVID-19 erkrankten Menschen hatten und Sie verspüren mögliche Symptome der Erkrankung, ist Ihre erste Meldestelle Ihre Hausarztpraxis. Das gleiche Vorgehen gilt, wenn ein solcher Kontakt nicht bekannt ist, Sie aber dennoch Symptome verspüren, die auf COVID-19 hindeuten könnten. Je nach Ausprägung Ihrer Symptome wird Ihr*e Hausarzt*Hausärztin festlegen, was die nächsten Schritte sind und ob Sie getestet werden müssen.

Auch hier gilt: Bitte fahren Sie nicht eigenständig in die Notaufnahme oder in die Arztpraxis. Die Gefahr, dass Sie das Virus dadurch verbreiten, ist enorm groß. Falls es Ihnen akut schlecht geht und Sie Atemnot bekommen, wählen Sie den Notruf. Ansonsten begeben Sie sich in häusliche Quarantäne und klären Sie die weiteren Schritte telefonisch.

Falls Sie bei Ihrer Hausarztpraxis niemanden erreichen, kontaktieren Sie den ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117. Versuchen Sie in dringenden Notfällen, telefonisch das örtliche Gesundheitsamt zu kontaktieren. Wichtig dabei ist, eine Liste von Personen zu erstellen, mit denen Sie in den zwei Tagen vor Ausbruch Ihrer Symptome Kontakt hatten. Auf diese Weise kann das Gesundheitsamt auch diese Verdachtsfälle kontaktieren.

Sind Sie nachweislich infiziert (PCR-Test positiv), müssen Sie sich für zehn Tage in Isolation begeben. Nach sieben Tagen kann die Isolation in der Regel durch einen negativen Test vorzeitig beendet werden ("freitesten").

Ich bin eine Kontaktperson ohne Symptome

In häusliche Quarantäne sollten Sie sich immer unmittelbar dann begeben, wenn der direkte Kontakt mit einer nachweislich infizierten Person bekannt wird, auch dann, wenn Sie keine Symptome verspüren. In einigen Fällen werden Sie auch vom Gesundheitsamt angerufen und über den Kontakt und die entsprechenden Maßnahmen informiert.

In den 14 Tagen nach dem Kontakt mit der infizierten Person sollten Sie Ihren Gesundheitszustand genau kontrollieren, beispielsweise durch Messen der Körpertemperatur. Bemerken Sie erste Symptome, sollten Sie sofort das Gesundheitsamt oder die Hausarztpraxis benachrichtigen.

Grundsätzlich entscheidet das zuständige Gesundheitsamt über die Notwendigkeit einer Quarantäne. Die Quarantäne für Kontaktpersonen dauert üblicherweise zehn Tage, kann aber nach sieben beziehungsweise bei Kindern und Jugendlichen unter bestimmten Voraussetzungen nach fünf Tagen mit einem entsprechenden negativen Test vorzeitig beendet werden. Kontaktpersonen von Infizierten, die selbst geboostert oder innerhalb der letzten drei Monate vollständig geimpft oder genesen sind und keinerlei Symptome zeigen, müssen in der Regel nicht in Quarantäne.

Verdachtsfall mit Kontaktperson 2. Grades

Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie selbst gar keinen direkten Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatten, aber eine zweite Person, zu der Sie auch persönlichen Kontakt hatten oder haben, befand sich nachweislich in der Nähe eines Menschen mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Dies wird als Kontaktperson 2. Grades bezeichnet.

Wie sollen Sie in dieser Situation vorgehen? In diesem Fall sollten Sie die diagnostischen Schritte bei der Person abwarten, die im direkten Kontakt mit dem Virus stand (Kontaktperson 1. Grades). Sie müssen als Kontaktperson zweiten Grades nicht das Gesundheitsamt anrufen.

Wenn Ihre Kontaktperson allerdings ebenfalls positiv getestet wird – auch wenn Sie selbst noch keine Symptome entwickeln – ändert sich die Situation. Jetzt hatten Sie direkten Kontakt und sollten sich in häusliche Quarantäne begeben. Entweder werden Sie in diesem Fall selbst vom Gesundheitsamt kontaktiert oder Sie rufen Ihre Hausarztpraxis an.

Kontaktpersonen der Kategorie II und III

Anfangs klassifiziert das Robert Koch-Institut Personen mit geringerem Risiko als Kontaktpersonen der Kategorie II. Dazu zählten beispielsweise Menschen, die sich nur kurz im selben Raum mit einer nachweislich infizierten Person aufgehalten haben oder nur kurzen direkten Gesichts- oder Sprachkontakt hatten. Auch medizinisches Personal, das sich zwar ohne Schutzkleidung im selben Raum aufhielt wie eine infizierte Person, dabei aber mindestens zwei Meter Abstand einhielt, gehörte zu dieser Gruppe.

Kategorie III umfasste medizinisches Personal, das mit entsprechender Schutzbekleidung die Pflege oder medizinische Untersuchung von Menschen mit einer bestätigten Infektion durchführt. Diese Kategorien sind mittlerweile entfallen.3

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Häusliche Quarantäne – wie sollte ich mich verhalten?

In den meisten Fällen werden Sie bei einem bestehenden Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus gebeten, für zehn Tage in häusliche Quarantäne zu bleiben. Diese Dauer ist notwendig, da die Inkubationszeit des Virus ungefähr so lange beträgt. Damit vermindert man das Risiko, unbemerkt andere Mitmenschen anzustecken. Mit entsprechenden negativen Testergebnissen ist ein vorzeitiges Beenden der Quarantäne nach fünf beziehungsweise sieben Tagen möglich.

Meiden Sie für die Dauer der Quarantäne so gut es geht soziale Kontakte und verlassen Sie das Haus auch nur im absoluten Notfall.

Sind Sie nachweislich infiziert, müssen Sie sich in Isolation begeben. Falls die Symptome andauern oder schlechter werden, suchen Sie telefonisch ärztlichen Rat. Gegebenenfalls ist es erforderlich, dass Sie zur Quarantäne ins Krankenhaus verlegt werden.

In der Zeit der Quarantäne sollte eine tägliche Gesundheitsüberwachung erfolgen, die das Festhalten der Symptome und die regelmäßige Messung der Körpertemperatur umfasst.

Kann ich Ibuprofen bei Verdacht auf COVID-19 einnehmen?

Die Verbindung zwischen Coronavirus und Ibuprofen ist vor allem zu Beginn der Pandemie kontrovers diskutiert worden. Sowohl Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran als auch der Sprecher der WHO (Weltgesundheitsorganisation) Christian Lindmeier hatten dazu aufgerufen, bei Verdacht auf COVID-19 auf die Einnahme von Ibuprofen ohne ärztlichen Rat zu verzichten. Sollte die Einnahme eines Schmerzmittels oder fiebersenkenden Mittels überhaupt nötig sein, sei es besser, Paracetamol einzunehmen.

Die WHO hat diese umstrittene Empfehlung mittlerweile wieder zurückgezogen, rät nun also nicht mehr von der Einnahme von Ibuprofen ab. Falls Sie Ibuprofen verschrieben bekommen haben, sollten Sie das Medikament daher in jedem Fall weiter einnehmen.

Quellen

Aktualisiert: 14.01.2022 - Autoren: Yannis Diener, Student der Humanmedizin | Silke Hamann, Medizinredakteurin

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