Kalte Hände – Erkrankungen als Ursache

Durchblutungsstörungen als Ursache

Wenn die Hände ständig kalt sind, ist es wahrscheinlich, dass eine Erkrankung hinter den Beschwerden steckt. Eine mögliche Ursache kann eine Durchblutungsstörung sein. Den häufigsten Grund für eine Durchblutungsstörung stellt Arteriosklerose dar. Dabei lagern sich Blutfette, Blutgerinnsel oder Bindegewebe in den Gefäßen an und verengen diese. Allerdings kommt Arteriosklerose nur selten in den Armgefäßen vor.

Neben Arteriosklerose können Durchblutungsstörungen auch durch Druckschäden an Nerven und Blutgefäßen oder durch eine entzündliche Gefäßerkrankungen (Thrombangiitis obliterans) verursacht werden. Dabei treten besonders häufig Verschlüsse an den kleinen Arterien in den Händen und Füßen auf.

Raynaud-Syndrom

Oft ist das Raynaud-Syndrom die Folge eines solchen Verschlusses. Dabei handelt es sich um eine extreme Form der Durchblutungsstörung, bei der die Hände und Füße durch einen plötzlich auftretenden Gefäßkrampf blutleer und somit weiß und völlig gefühllos werden. Anschließend verfärben sich die Hände blau und schließlich rot. Langfristig kann das Raynaud-Syndrom zu Schäden an den Gefäßwänden oder zum Absterben des Gewebes führen.

Niedriger Blutdruck und Herzschwäche als Ursache

Häufig stellt auch ein niedriger Blutdruck die Ursache kalter Finger dar. Ist der Blutdruck gering, pulsieren die Gefäßwände nur wenig und die am weitesten vom Herzen entfernten Körperteile werden nur schlecht mit Blut versorgt. Von dieser Mangelversorgung sind besonders die Hände betroffen, die deswegen schnell auskühlen. Niedriger Blutdruck macht sich neben den kalten Händen auch durch Müdigkeit und Konzentrationsprobleme bemerkbar.

Ein niedriger Blutdruck entsteht entweder, wenn sich die Gefäße nicht kräftig genug zusammenziehen, oder wenn das Herz nicht stark genug schlägt. Liegt eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) vor, wird zudem weniger Blut in den Kreislauf gepumpt. Auch dies kann dazu führen, dass die Hände weniger stark durchblutet werden und auskühlen.

Daneben können auch Tumore für kalte Hände sorgen. Sowohl gutartige als auch bösartige Geschwulste können die Durchblutung stören, indem sie auf die Gefäße drücken. Durch die verengten Gefäße fließt weniger Blut und unsere Hände werden mit weniger Wärme versorgt.

Schilddrüsenunterfunktion als Ursache

Liegt eine Störung im Hormonsystem vor, kann diese Einfluss auf unsere Gefäßdurchblutung nehmen und somit für kalte Hände sorgen. So frieren beispielsweise Menschen, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, besonders leicht. Denn die Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem unsere Durchblutung sowie unser Wärme- und Kälteempfinden. Langfristig kann durch eine Schilddrüsenunterfunktion das Risiko für Arteriosklerose und andere Gefäßerkrankungen steigen.

Autoimmunerkrankungen als Ursache

Unter Autoimmunerkrankungen sind Erkrankungen zu verstehen, bei denen körpereigenes Gewebe vom Immunsystem fälschlicherweise nicht erkannt und als Fremdkörper bekämpft wird. Zu den Autoimmunerkrankungen gehören unter anderem die Bindegewebserkrankungen, die eine mögliche Ursache für kalte Hände darstellen.

So wird beispielsweise bei der Sklerodermie das Bindegewebe immer dicker. Dadurch kann es zu Gefäßverengungen kommen, die dann eine verschlechterte Durchblutung zur Folge haben. Typisches Anzeichen einer Sklerodermie sind geschwollene sowie steife Hände und Füße. In einem späteren Stadium kann auch das Gesicht betroffen sein, was sich in einer starren Gesichtshaut bemerkbar macht. Häufig tritt bei der Sklerodermie auch das Raynaud-Syndrom auf.

Eine weitere Autoimmunerkrankung, die für kalte Hände sorgen kann, ist die rheumatoide Arthritis. Bei dieser Form der entzündlichen Gelenkerkrankung können vor allem im Anfangsstadium neben schmerzenden Finger- und Fußgelenken auch ein Kältegefühl in Händen und Füßen auftreten.

Psychische Ursachen

Auch unsere Psyche kann unseren Hormonhaushalt beeinflussen und dadurch Auswirkungen auf die Durchblutung unserer Gefäße haben. So kennt wohl jeder das Gefühl, vor Aufregung kalte Hände zu bekommen. In Momenten besonderer Anspannung wird durch die verstärkte Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin die Gefäßweitstellung und damit die Durchblutung beeinflusst.

Auch bei Menschen, die an einer Depression leiden, treten häufig kalte Hände oder kalte Füße auf. Durch die depressive Stimmung können sich die Hormonausschüttung sowie die Aktivität von Botenstoffen im Gehirn verändern. Dies kann Auswirkungen auf die verschiedensten Körperfunktionen haben, unter anderem auch auf die Durchblutung sowie das Temperaturempfinden.

Aktualisiert: 06.12.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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