Krankheiten durch Zecken

Zecke © Myriams-Fotos

Weltweit gibt es etwa 650 Arten von Zecken. In Deutschland ist es vor allem Ricinus ixodes, der Holzbock, der wegen der Übertragung von Krankheiten gefürchtet ist. Unter den dadurch ausgelösten Krankheiten können vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme Borreliose (Borreliose) schwerwiegende Konsequenzen haben. Wenn eine Zecke mit einem Krankheitserreger infiziert ist, kann schon ein Stich genügen, um eine FSME oder eine Borreliose auf den Menschen zu übertragen. Dabei ist die Borreliose die am häufigsten vorkommende Erkrankung durch Zeckenstiche beim Menschen. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 200- bis 300-mal so viele Menschen an der Borreliose wie an einer FSME.

Wie groß ist das Risiko, zu erkranken?

Am größten ist die Gefahr von Zeckenbissen vom Frühling bis zum Herbst, denn die Tiere werden erst ab circa zehn Grad Celsius aktiv.

Zudem beherbergt nicht jede Zecke die gleichen Erreger: Höchstens fünf Prozent aller Zecken tragen das FSME-Virus in sich, etwa 20 Prozent übertragen die Borreliose-Bakterien – daher kommt diese Krankheit auch weitaus häufiger vor.

Unbedingt beachten sollte man, dass Zecken nicht nur in Süddeutschland gefährlich sind, wo die Haupt-Risikogebiete für FSME liegen. Denn das Virus breitet sich seit längerem auch in nördlicheren Gebieten aus. Außerdem geht die weitaus größere Bedrohung von den Borrelisoe-Bakterien aus, die von Zecken überall in Deutschland übertragen werden können. Zecken können also überall in Deutschland gefährlich sein.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Zu Beginn der Erkrankung kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei ungefähr 10 Prozent der Erkrankten kommt es nach einer fieberfreien Zeit zu einer zweiten, gefährlichen Phase der Erkrankung, die zu Nervenentzündungen und Gehirnhautentzündung führt.

Risikogebiete: In Deutschland sind die Hauptrisikogebiete in Baden-Württemberg und Bayern zu finden. Aber auch der Süden von Thüringen und Hessen ist teilweise betroffen. Das Robert Koch Institut (RKI) hat eine Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland veröffentlicht. Im Ausland weisen Russland und Litauen die höchsten Infektionsraten auf, außerdem Tschechien, Slowenien, Westungarn, Litauen und Polen.

Impfschutz gegen FSME: Einen wirksamen Schutz vor FSME bietet die rechtzeitige Impfung. Diese besteht aus drei Teilimpfungen, die im Abstand von einem Monat und nach neun Monaten verabreicht werden. Der Körper entwickelt dann im Regelfall Abwehrstoffe gegen das FSME-Virus und ist so geschützt gegen den Stich einer infizierten Zecke. Schon kurze Zeit nach der zweiten Teilimpfung besteht ein Infektionsschutz von etwa 90 Prozent. Nach einem vollen Impfzyklus besteht ein 98-99-prozentiger Schutz. Eine Auffrischimpfung ist alle 3 bis 5 Jahre notwendig.

Lyme Borreliose

Die Lyme-Borreliose oder Borreliose wird von Bakterien, den so genannten Borrelien, ausgelöst. Sie ist die häufigste durch Zecken übertragbare Erkrankung. Das Risiko, an Borreliose zu erkranken, gibt es grundsätzlich überall, wo es auch Zecken gibt. Einen Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose gibt es in Europa nicht, da hier verschiedene Subtypen vorkommen.

Symptome: Um den Zeckenstich herum bildet sich meistens nach ein paar Tagen oder Wochen eine kreisförmige Rötung, die in der Mitte wieder verblasst. Darum wird die Erkrankung auch Wanderröte genannt. Wer solche Symptome bemerkt, muss sofort den Arzt aufsuchen, der dann ein Antibiotikum verschreibt. Dies ist wichtig, damit die Erkrankung nicht chronifiziert und langfristige Schäden entstehen können.

Die Erkrankungen im Vergleich

Erkrankung Lyme Borreliose FSME
Krankheits­erreger Bakterium: Borrelia Burgdorferi Virus: FSME-Virus
Wo kommen die Erreger vor? Ein Drittel der Zecken tragen das Bakterium in sich - unabhängig von Risiko­gebieten Süden Deutschland, Teile Osteuropas
Impfung nein ja
Antibiotika­behandlung? ja nein
Wie kann man die Krank­heit erkennen? Kreisrunde Rötung um den Stich (Wanderröte) Grippe­ähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Glieder­schmerzen
Welche Organe können betroffen sein? Haut, Gelenke, Muskeln, Nervensystem, Herz Nerven­schmerzen

Aktualisiert: 23.04.2019 – Autor: Udo Schmidt

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?