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Richtiger Schutz vor Zecken

Zecke sticht in Haut © istockphoto, Cristian Storto Fotografia

Um Krankheiten wie FSME oder Lyme Borreliose vorzubeugen, ist es ratsam, sich beim Aufenthalt in der Natur sorgsam vor Zecken zu schützen. Was zum Schutz vor Zecken hilft und wie man Zecken richtig entfernen kann, erklären wir im Folgenden.

Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Beim Aufenthalt in Zeckengebieten sollte man am besten Kleidung tragen, die den Zecken keinen Zugang zu nackter Haut bietet. Das heißt:

  • Tragen Sie Oberbekleidung mit langen Ärmeln und eine lange Hose sowie geschlossene Schuhe.
  • Ziehen Sie die Socken über die Hose, damit die Zecken nicht ins Hosenbein hineinkrabbeln können.
  • Helle Kleidung kann helfen, Zecken rechtzeitig zu erkennen.
  • Meiden Sie außerdem hohes Gras und Unterholz, da Zecken sich dort gerne aufhalten.
  • Insektenabweisende Mittel gegen Zecken (sogenannte Repellents) können helfen, Zecken abzuwehren.
  • Ob Hausmittel wie Schwarzkümmelöl oder Kokosöl helfen können, vor Zecken zu schützen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt – greifen Sie daher lieber zu zusätzlichen Schutzmaßnahmen.

Da Zecken noch längere Zeit auf der Kleidung herumkrabbeln und nach einer geeigneten "Stichstelle" suchen, empfiehlt es sich, zu Hause noch einmal die Haut untersuchen, ob nicht doch noch irgendwo eine Zecke sitzt. Achten Sie dabei besonders auf Regionen mit dünner Haut, zum Beispiel unter den Achseln, in den Kniekehlen oder im Schambereich.

Fallen Zecken von den Bäumen?

Weit verbreitet ist der Glaube, dass Zecken sich von Bäumen auf Menschen fallen lassen. Dies stimmt jedoch nicht: Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern warten im Gras, im Unterholz und im Gebüsch auf Mensch oder Tier, die die Zecken im Vorbeigehen abstreifen.

Gefährdet sind dabei neben Waldarbeitern und Forstbeamten auch alle Wanderer, Camper und Freizeitsportler, denn 90 Prozent der FSME-Infektionen werden bei Freizeit-Aktivitäten übertragen.

Wie werden Zecken richtig entfernt?

FSME-Viren können schon unmittelbar nach dem Stich übertragen werden. Von Borreliose-Erregern nimmt man an, dass die Übertragung erst nach längerem Saugen erfolgt. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass Zecken so schnell wie möglich entfernt werden. Dazu die Zecke vorsichtig mit einer feinen Pinzette entfernen.

Wichtig ist dabei die richtige Technik:

  1. Setzen Sie die Zeckenkarte oder die Pinzette nah an der Haut an, um sicherzustellen, dass auch der Kopf der Zecke entfernt wird. Bleibt der Kopf der Zecke stecken, kann sich die Haut entzünden.
  2. Hebeln beziehungsweise schieben Sie die Zecke vorsichtig nach hinten heraus. Achten Sie unbedingt darauf, die Zecke nicht zu quetschen oder zu drehen. Sie riskieren sonst, dass der Kopf der Zecke abreißt und in der Wunde stecken bleibt.
  3. Stellen Sie – gegebenenfalls mithilfe einer Lupe – sicher, dass die entfernte Zecke vollständig ist und keine Teile der Zecke in der Haut steckengeblieben sind. Entdecken Sie Reste der Zecke in der Wunde, ziehen Sie einen Arzt hinzu, um die Reste zu entfernen.
  4. Säubern Sie die Bisswunde mit Alkohol oder Desinfektionsmittel, um Entzündungen zu vorzubeugen.

Das Auftröpfeln von Öl oder Nagellack oder das Quetschen der Zecke schadet mehr als das es nützt. Der Grund: mit dem Speichel, den die Zecke dann verstärkt abgibt, werden oft noch mehr Krankheitserreger in die Wunde abgegeben.

Zecken einschicken – sinnvoll oder nicht?

Es besteht die Möglichkeit, eine entfernte Zecken einzuschicken und sie auf Krankheitserreger wie Borreliose oder FSME untersuchen zu lassen. Die Analyse soll dazu beitrage, die Diagnose zu vereinfachen, wenn es nach dem Zeckenstich zum Auftreten von Symptomen kommt.

Die Kosten für diese Untersuchung werden jedoch nicht übernommen, da das Verfahren umstritten ist: Selbst wenn eine Zecke die Erreger in sich trägt, heißt das nicht, dass es beim Stich auch zu einer Übertragung gekommen ist. Umgekehrt kann ein Zeckenstich auch unbemerkt bleiben, sodass die eingesandte Zecke zwar frei von Erregern ist, es aber dennoch zu einer Infektion kam.

Darüber hinaus sind die Nachweisverfahren für die Erreger in Zecken nicht gleichermaßen zuverlässig: Ein vorhandener Erreger in einer Zecke wird durch den Test möglicherweise nicht nachgewiesen. Alles in allem bewerten Experten die Aussagekraft solcher Analysen von Zecken als gering, weshalb das Verfahren als nicht sinnvoll erachtet wird.

Aktualisiert: 24.05.2019 – Autor: Udo Schmidt

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