Zecken richtig entfernen: So gehts!

Zecke mit Zeckenhaken entfernt © istockphoto, Teamarbeit

Wenn Sie bei sich eine Zecke entdecken, ist schnelles Handeln wichtig. Denn je länger das Tier in Ihrer Haut verbleibt, desto größer wird das Risiko, dass das Insekt gefährliche Borreliose-Bakterien (Borrelien) überträgt. Wir verraten, wie Sie eine Zecke richtig entfernen und wann nach einem Zeckenbiss ein Arztbesuch nötig ist. 

Gefahr durch Zecken

Zecken können die Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Um das Infektions-Risiko so gering wie möglich zu halten, sollte eine Zecke immer möglichst sofort entfernt werden. Die Übertragung von FSME-Viren beginnt zwar unmittelbar nach dem Zeckenstich, bis Borreliose-Viren übertragen werden, kann es jedoch zwischen 12 und 24 Stunden dauern. 

Zecken richtig entfernen

Haben Sie bei sich einen Zeckenstich festgestellt, ist es wichtig, dass die Zecke richtig entfernt wird. Ansonsten kann nämlich das Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern ansteigen. Entfernen Sie das Insekt deswegen nur mit einer Zeckenkarte, einer Zeckenzange oder einer speziellen Zeckenpinzette.

Zur Not können Sie auch auf eine handelsübliche Pinzette zurückgreifen. Auf andere "Hausmittel" wie das Einreiben der Zecke mit Öl oder Nagellack sollten Sie dagegen verzichten. 

Übrigens ist es – entgegen der häufig gehörten Empfehlung – nicht ratsam, die Zecke herauszudrehen, vielmehr sollte man sie vorsichtig herausziehen.

Zeckenkarte und Zeckenzange

Zeckenkarte und Zeckenzange zählen zu den gängigen Hilfsmitteln, die zum Entfernen von Zecken eingesetzt werden. Die Zeckenzange wird zunächst rechts und links neben der Zecke auf der Haut aufgesetzt. Anschließend wird das Insekt möglichst nah an der Haut gepackt und langsam aus dieser herausgezogen. Leichtes Rütteln kann dazu beitragen, dass es sich leichter entfernen lässt. Keinesfalls sollten Sie versuchen, die Zecke mit einem Ruck zu entfernen. 

Bei einer Zeckenkarte handelt es sich um eine Plastikkarte, die an einer Seite eine V-förmige Auslassung hat. Die Karte wird so unter den Körper der Zecke geschoben, dass dieser in der Auslassung fixiert wird. Anschließend wird die Zecke durch eine Bewegung nach vorne-oben entfernt. Der Vorteil von Zeckenkarten liegt darin, dass sie den Körper des Insekts beim Entfernen meist nicht in Mitleidenschaft ziehen. Nachteilig ist allerdings, dass die Zecken teilweise durch den Schlitz hindurch rutschen können. Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren auch Zeckenhaken.

Zecken mit der Pinzette entfernen

Neben einer Zeckenkarte und einer Zeckenzange lassen sich Zecken auch gut durch eine spezielle Zeckenpinzette entfernen. Diese ist vorne relativ spitz und leicht gebogen. Haben Sie keine solche Pinzette zur Hand, können Sie auch eine handelsübliche Pinzette verwenden. Vom Prinzip her wird die Pinzette ähnlich wie die Zeckenzange verwendet: Greifen Sie das Insekt mit der Pinzette möglichst nah an der Haut und ziehen Sie es anschließend langsam und vorsichtig aus der Haut heraus. 

Egal ob mit Zeckenzange, Zeckenkarte oder Pinzette: Wenn Sie die Zecke vollständig entfernt haben, sollten Sie die Stichstelle desinfizieren. Am besten nehmen Sie dafür Alkohol oder eine jodhaltige Salbe. Bleiben kleine schwarze Punkte in der Wunde zurück, ist dies in der Regel kein Grund zur Sorge: Meist handelt es sich dabei um harmlose Reste der Beißwerkzeuge. 

Finger weg von Öl und sonstigen Hausmitteln

Häufig werden bei einem Zeckenstich Hausmittel wie Öl, Benzin, Alkohol oder Nagellack empfohlen. Auf solche Hausmittel sollten Sie jedoch besser verzichten. Sie sorgen nämlich in der Regel dafür, dass die Zecke abstirbt. Dabei kann es passieren, dass sie Ihren Darminhalt in die Stichstelle erbricht und somit das Risiko für eine Übertragung von Erregern ansteigen.

Entfernen Sie die Zecke deswegen lieber sachgemäß mithilfe einer Zeckenkarte oder einer Zeckenpinzette. 

Was tun bei Komplikationen?

Nicht immer lässt sich eine Zecke ohne Probleme entfernen. Wir verraten, was Sie dann tun können:

  • Wenn sich die Zecke nicht beim ersten Versuch entfernen lässt, bleiben Sie ruhig. Es ist ganz normal, dass beim Herauslösen des Insektes mehrere Versuche benötigt werden. Werden Sie nicht hektisch und versuchen Sie auch nicht, die Zecke mit Gewalt zu entfernen.
  • Wenn sich die Zecke an einer Stelle befindet, die sie selbst nur schwer erreichen können, sollten Sie eine andere Person um Hilfe bitten.
  • Wenn Sie sich das Entfernen der Zecke nicht selbst zutrauen, suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf. Generell sollte das Herauslösen des Insektes aus dem Gewebe aber kein Problem darstellen. 

Tipp: Wenn Sie bei sich eine Zecke gefunden haben, sollten Sie auch den Rest Ihres Körpers sorgfältig untersuchen. Es ist nämlich durchaus möglich, dass Sie mehr als nur eine Zecke haben.

Im Zweifelsfall zum Arzt

Ein Arztbesuch macht nach einem Zeckenstich immer dann Sinn, wenn die Stichstelle sehr stark gerötet ist oder sich die Rötung ausbreitet. Auch wenn die Stichstelle geschwollen und überwärmt ist oder schmerzt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Tritt einige Tage bis wenige Wochen nach dem Zeckenstich eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle auf (sogenannte Wanderröte), müssen Sie ebenfalls zum Arzt. Dieses Symptom deutet nämlich auf eine Borreliose-Erkrankung hin.

Aktualisiert: 24.05.2019 – Autor: Kathrin Mehner

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