Darmkrebs – Risikofaktoren

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart – jährlich werden in Deutschland etwa 70.000 Fälle diagnostiziert. Er tritt verstärkt ab dem 45. Lebensjahr auf. Menschen, die ein erbliches Risiko in sich tragen, erkranken jedoch häufig schon in wesentlich jüngeren Jahren.

Oft jahrelang symptomlos

Darmkrebs ist ein "stiller Killer" – über viele Jahre zeigt er keinerlei Symptome! Wenn sich Darmkrebs durch Beschwerden bemerkbar macht, ist es für eine Heilung meist schon zu spät, da der Krebs oftmals schon die umliegenden Organe befallen hat. Deshalb endet Jahr für Jahr bei 27.000 Menschen diese Krankheit tödlich – eine Zahl, die sich mit Früherkennung erheblich verringern ließe.

Vererbt – familiäre Risikofaktoren

Mittlerweile ist bekannt, dass einige unserer Gene Zeitbomben sind, die in der Familie weitergegeben werden können. Fast ein Drittel der Betroffenen haben eine familiäre Vorgeschichte und damit ihre Krankheit "geerbt". Deshalb sollten auch bei völliger Beschwerdefreiheit vor allem die Menschen zur Darmkrebsfrüherkennung gehen, die

  • ein oder mehrere erstgradig verwandte Familienmitglieder (Vater, Mutter, Geschwister) haben, bei denen Dickdarm- oder Gebärmutterkrebs vor dem 45. Lebensjahr diagnostiziert wurden (auch junge Menschen!),
  • ein erstgradig verwandtes Familienmitglied (Vater, Mutter, Geschwister) haben, bei dem ein oder mehrere sogenannte Adenome oder Polypen (Vorformen von Darmkrebs) vor dem 40 Lebensjahr diagnostiziert wurden (auch junge Menschen!),
  • zwei erstgradig verwandte oder drei verwandte Familienmitglieder haben, die an Darmkrebs oder anderen Krebsarten wie Gebärmutter-, Eierstock-, Magen-, Dünndarm- oder Blasen- und Harnleiterkrebs erkrankt sind,
  • über Jahre an einer entzündlichen Darmerkrankung (Colitis Ulcerosa) leiden, die das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, langfristig erhöht.

Erworben – individuelle Risikofaktoren

Die Entstehung von Darmkrebs zusätzlich auch durch individuelle Risikofaktoren beeinflusst. Eine Faustregel besagt, dass diejenigen Menschen ein erhöhtes Risiko tragen, die

  • 50 Jahre sind oder älter (veränderte Gene auf Grund von Alterungsprozessen)
  • auf der einen Seite viel Fleisch und tierische Fette, auf der anderen Seite zu wenig Obst, Gemüse und insgesamt zu wenig Ballaststoffe essen
  • wenig auf körperliche Bewegung achten und weniger als zweimal in der Woche für mindestens 30 Minuten Sport treiben
  • stark übergewichtig sind
  • rauchen
  • regelmäßig Alkohol trinken (täglich mehr als ein Glas Bier, Schnaps oder Wein)

Menschen, bei denen ein oder mehrere dieser Punkte zutreffen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, und sollten auf jeden Fall regelmäßig Darmkrebsvorsorge wahrnehmen.

Aktualisiert: 03.08.2017 – Autor: Dagmar Reiche / Felix Burda Stiftung

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?