Darmkrebs – Symptome und Diagnostik

Lange Zeit macht der Krebs keine oder allenfalls milde und uncharakteristische Beschwerden.
Gerade deshalb sollten besonders Menschen über 45 auf folgende Anzeichen achten, die einer Abklärung bedürfen:

  • jede Änderung der Stuhlgewohnheiten (häufiger Stuhlgang zu ungewohnten Zeiten, hartnäckiger Durchfall oder/ und Verstopfung) innerhalb eines kurzen Zeitraumes, möglicherweise
  • kombiniert mit üblen Blähungen,
  • Blut im Stuhl (auch bei bekannten Hämorrhoiden)

Blut im Stuhl: Unbedingt zum Arzt

Die Beimengung von Blut im Stuhl muss in jedem Fall abgeklärt werden, auch wenn der Betroffene an Hämorrhoiden leidet – diese sind so häufig, dass beides (Krebs und Hämorrhoiden) gleichzeitig vorkommen können. Jeglicher Ursache von Blut im Stuhl muss gründlich nachgegangen werden, der Ausschluss von Krebs ist zwingende Konsequenz!

Einige Darmkrebsarten produzieren größere Mengen Schleim, der dann auch im Stuhl zu sehen sein kann. Weitere Beschwerden können Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Gewichtsverlust und Schmerzen im Bauchraum sein. Wirklich schwerwiegende Krankheitszeichen wie massive Verdauungsbeschwerden, Übelkeit oder eine Gelbfärbung von Augen und Haut (Ikterus) treten erst im fortgeschrittenen Krebsstadium mit Lebermetastasen auf.

Komplikationen bei Darmkrebs

Besonders bei sehr schnell wachsenden Tumoren besteht die Gefahr eines Darmverschlusses (Ileus), welcher umgehend operativ behoben werden muss. Metastasen können den Abfluss der Galle verhindern und zu einem Leberversagen führen.

Untersuchung auf Darmkrebs

In den meisten Fälle wird das Kolonkarzinom durch Austasten des Rektums und durch die Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) entdeckt. Um einen Eindruck vom histologischen Typ und vom Grad der Entartung (Dysplasie) zu erlangen, führt der Arzt gleichzeitig eine Gewebeentnahme (Biopsie) durch. Liefert eine Koloskopie nicht die gewünschten Informationen, besteht die Möglichkeit einer Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel.

Mit Hilfe von Ultraschall, Röntgenuntersuchungen und Computertomographie wird das Ausmaß des Krebsbefalls und das Vorliegen von Metastasen erfasst. Je nach Krankheitsstadium findet sich bei manchen Patienten im Blut ein vom Tumor ausgehendes Eiweiß, das carcino-embryonale Antigen (CEA). Dieses eignet sich zwar nicht für die Neuerkennung des Dickdarmkrebses, da es nicht nur bei diesem Typ Krebs vorkommt, seine Bestimmung kann aber bei der Nachsorge eingesetzt werden (steigt die Konzentration wieder an, ist das eine Zeichen, dass der Krebs [wieder] aktiv ist).

Wichtig für die Prognose ist wie weit der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose in die Darmwand eingedrungen ist und an welcher Stelle er wächst. Je näher er am Darmausgang sitzt, desto schlechter ist die Prognose, da er von dort aus einfacher über Lymph- und Blutgefässe seine Tochtergeschwülste streuen kann.

Heilungschancen bei Darmkrebs

Sind die bösartigen Tumorzellen ausschließlich auf den Darm beschränkt, sind die Heilungschancen sehr gut. Sogar bei Überschreitung der Darmwand und Befall von Lymphknoten können noch über die Hälfte der Patienten geheilt werden. Liegen mehrere Lebermetastasen vor, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit jedoch (noch) gering; liegt nur eine einzige Metastase vor, besteht allerdings Hoffnung auf Gesundung. Wurde der Krebs erfolgreich entfernt, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 20 bis 30 Prozent, dass er erneut auftritt.

Aktualisiert: 27.10.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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