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Blasenkrebs

Frau mit Blasenkrebs © istockphoto, KatarzynaBialasiewicz

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 30.000 Menschen an Blasenkrebs (Blasenkarzinom). Männer sind etwa doppelt so oft betroffen wie Frauen. Aktuell liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Frauen bei 74 Jahren und bei Männern bei 72 Jahren.
Die Diagnose Blasenkrebs wird häufig erst in einem späten Stadium gestellt, da sich Tumore in der Blase lange Zeit kaum bemerkbar machen. Symptome, die auf Blasenkrebs hindeuten können, sind Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen. Allerdings können solche Symptome auch bei einer harmlosen Blasenentzündung vorkommen. Wird Blasenkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungschancen meist gut.

Ursachen von Blasenkrebs

Bei Blasenkrebs bildet sich in der Harnblase ein bösartiger Tumor. Warum solche Blasentumore genau entstehen, darüber sind sich Wissenschaftler weiterhin uneinig. Allerdings gibt es einige Faktoren, welche das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, deutlich erhöhen.

Ähnlich wie bei Lungenkrebs spielt auch bei der Entstehung von Blasenkrebs das Rauchen eine zentrale Rolle, denn Zigarettenrauch enthält verschiedenste krebserregende Substanzen. Beim Rauchen gelangen die Schadstoffe zunächst ins Blut, später in die Niere und schließlich mit dem Urin in die Blase. Da der Urin dort zumeist über einen längeren Zeitraum verbleibt, können die Substanzen ihre schädigende Wirkung in der Blase besonders gut entfalten. Laut Experten werden zwischen 30 und 70 Prozent aller Blasenkrebserkrankungen durch Rauchen hervorgerufen.

Chemische Stoffe erhöhen das Blasenkrebs-Risiko

Daneben kann vor allem der Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen das Risiko für Blasenkrebs deutlich erhöhen. Als besonders gefährlich gelten aromatische Amine. Aromatische Amine kommen beispielsweise in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, der Gummi-Industrie, der Textilindustrie sowie in der Lederverarbeitung zum Einsatz.

In einigen Berufszweigen wird daher Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkannt. Mittlerweile werden die gefährlichsten Stoffe in den betroffenen Berufszweigen nicht mehr eingesetzt, da Blasenkrebs sich jedoch über einen sehr langen Zeitraum entwickelt, treten noch immer Fälle auf.

Darüber hinaus kann auch eine chronische Blasenentzündung das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, erhöhen. Ebenso haben auch Personen, die öfters auf die mittlerweile nicht mehr zugelassenen Schmerzmedikamente mit dem Wirkstoff Phenazetin zurückgegriffen haben, ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs.

Symptome von Blasenkrebs

Die ersten Anzeichen einer Krebserkrankung der Blase sind zumeist uncharakteristisch, da sie auch auf andere Erkrankungen hindeuten könnten. Gerade deshalb sollte man bei bestimmten Symptomen aber frühzeitig zum Arzt gehen, um die Diagnose Blasenkrebs ausschließen zu können. Folgende Symptome können erste Anzeichen für einen Blasenkrebs darstellen:

  • Blut im Urin: Bei rund 80% der Patienten, die an Blasenkrebs leiden, ist im Urin Blut enthalten. Blut im Urin ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, teilweise ist der Urin auch nur dunkler als normal gefärbt. Bei Frauen wird Blut im Urin oft fälschlicherweise auf die Menstruation oder die Wechseljahre geschoben.
  • Flankenschmerzen: Schmerzen in der Flanke, die keine andere offensichtliche Ursache haben, können auf Blasenkrebs, aber auch auf Nierenkrebs hindeuten.
  • Schmerzen beim Wasserlassen: Auch Symptome, die wir zunächst eher einer chronischen Blasenentzündung zuordnen würden, können Anzeichen für Blasenkrebs sein. Dazu gehören beispielsweise Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang sowie Störungen bei der Entleerung der Blase.

Blasenkrebs: Diagnostik

Sollten Sie bei sich Symptome feststellen, die auf einen Blasenkrebs hindeuten, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser wird mit Ihnen zunächst ein persönliches Gespräch führen, in dem Sie Ihre Beschwerden schildern und den Arzt über Vorerkrankungen sowie mögliche berufliche Risikofaktoren informieren können.

Wird durch das Gespräch der Verdacht verstärkt, dass Blasenkrebs vorliegen könnte, wird der Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen. Durch diese Untersuchung soll festgestellt werden, ob tatsächlich ein Blasentumor vorliegt oder ob hinter den Beschwerden eine harmlose Ursache steckt. Dazu werden vom behandelnden Arzt zunächst Blut und Urin untersucht. Je nach Bedarf kann im Anschluss eine Röntgenuntersuchung der Harnwege, eine Ultraschalluntersuchung oder eine Blasenspiegelung nötig werden. Bei der Blasenspiegelung kann der Arzt die Blase gezielt nach verdächtigen Stellen absuchen und bei Bedarf auch direkt Gewebeproben entnehmen.

Liegt nach der Blasenspiegelung der Verdacht nahe, dass in der Blase ein Tumor gewachsen ist, wird der Urin des Patienten noch einmal untersucht - diesmal auf bösartig veränderte Zellen hin. Werden solche veränderte Zellen im Urin gefunden, so liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Blasentumor vor.

Genaue Untersuchung des Blasentumors

Sobald es als gesichert gilt, dass der Patient an Blasenkrebs leidet, wird der Arzt überprüfen, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist und ob der Krebs bereits gestreut hat, das heißt, ob sich Metastasen gebildet haben. Um genauere Informationen über den Tumor zu gewinnen, wird noch einmal Gewebe aus der Blase entnommen und untersucht.

Außerdem wird eine Computertomographie (CT) durchgeführt, mit der Lage und Größe des Tumors sowie mögliche Tochtergeschwülste dargestellt werden können. Durch ein CT enthält der behandelnde Arzt auch Informationen darüber, ob der Tumor überhaupt operativ entfernt werden kann. Besteht der Verdacht, dass sich Metastasen gebildet haben, können zusätzlich zu Ultraschall und CT auch eine Kernspintomographie (MRT) oder ein Skelettszintigramm durchgeführt werden.

Im Anschluss an die Untersuchungen wird der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten die für ihn optimale Behandlung abstimmen.

Aktualisiert: 29.04.2019 – Autor: Kathrin Mehner

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