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Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs: Illustration einer Speiseröhre © istockphoto, leonello

Eine bösartige Zellwucherung im Bereich der Speiseröhre wird Speiseröhrenkrebs genannt. In der Fachsprache wird Speiseröhrenkrebs als Ösophaguskarzinom bezeichnet. Pro Jahr erkranken in Deutschland circa 11.000 Menschen neu an Speiseröhrenkrebs, meist sind Männer und ältere Menschen davon betroffen.

Gefährliches Krebsleiden

Die Speiseröhre ist ein muskulärer Schlauch, der die aufgenommene Nahrung vom Mund zum Magen transportiert. Durch seine große Dehnbarkeit spürt ein Patient mit Speiseröhrenkrebs die durch die zunehmende Einengung hervorgerufenen Symptome erst spät, so dass der Tumor bei der Diagnose meist schon weit fortgeschritten ist.

So bestehen bei einer späten Diagnosestellung in der Regel nur geringe Heilungschancen und die Lebenserwartung der Patienten ist eher niedrig.

Speiseröhrenkrebs kann in zwei verschiedene Arten eingeteilt werden: Plattenepithelkarzinom und Adenokarzinom. Wuchern die Deckzellen der Schleimhaut, so spricht man vom Plattenepithelkarzinom, welche die häufigere Form von Speiseröhrenkrebs darstellt. Bei einer Wucherung der Drüsenzellen handelt es sich um ein so genanntes Adenokarzinom.

Speiseröhrenkrebs: Ursachen beim Plattenepithelkarzinom

Die Ursachen des Speiseröhrenkrebses sind sehr vielfältig und viele Faktoren sind bisher nicht sicher geklärt. Dennoch lassen sich einige Faktoren eindeutig mit der Entstehung des Speiseröhrenkrebses in Verbindung bringen. Speiseröhrenkrebs vom Plattenepithelkarzinom-Typ findet sich meist im oberen Teil der Speiseröhre. Einem Plattenepithelkarzinom liegen insbesondere folgende Ursachen zugrunde:

  • Die wichtigsten Risikofaktoren sind das Rauchen und der Alkohol. Sie sind für drei Viertel aller Plattenepithelkarzinome ursächlich. Vor allem der gleichzeitige Genuss von Nikotin und Alkohol vervielfachen das Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.
  • Zu heiße oder zu scharf gewürzte Speisen und Getränke greifen die Schleimhaut der Speiseröhre an und können so zu Speiseröhrenkrebs führen.
  • Auch bestimmte Zusatzstoffe im Essen erhöhen das Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Dazu gehören Nitrosamine, welche zum Beispiel bei gepökeltem Fleisch in hoher Konzentration vorliegen oder der Stoff Aflatoxin von bestimmten Pilzen. Inhaltsstoffe der Betelnuss, welche in Südostasien gehäuft gegessen wird, erhöhen das Risiko für Speiseröhrenkrebs ebenfalls.
  • Verätzungen mit Lauge oder Bestrahlungen können die Schleimhaut schädigen und so auch nach Jahren noch zu Speiseröhrenkrebs führen.
  • Desweiteren können bestimmte angeborene Fehlbildungen Ursache für Speiseröhrenkrebs sein.

Speiseröhrenkrebs: Ursachen beim Adenokarzinom

Die seltenere, doch an Häufigkeit zunehmende Form von Speiseröhrenkrebs ist das Adenokarzinom, welches sich meist im unteren Teil der Speiseröhre bildet. Beim Adenokarzinom ist die Hauptursache der Rückfluss von Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre, was unter Medizinern Refluxkrankheit genannt wird.

Als Symptom verspürt der Patient meist Sodbrennen, doch nicht immer wird der Reflux vom Patienten wahrgenommen. Als Ursache für die Refluxerkrankung kommen besonders diese Faktoren in Betracht:

  • Eine sehr fettreiche Ernährung bei wenig Obst und Gemüse begünstigt den Rückfluss von Magensäure. Deshalb haben besonders übergewichtige Menschen oft ein erhöhtes Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.
  • Auch beim Adenokarzinom stellt das Rauchen einen Risikofaktor dar.
  • Seltenere Ursache für Reflux sind Medikamente, welche den Druck des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen senken.
  • Häufiges Erbrechen von Nahrung und Magensäure verursacht bei Bulimie-Patienten eine chronische Reizung der Schleimhaut und kann somit ebenfalls zu Speiseröhrenkrebs führen.

Bei der Refluxerkrankung unterliegt die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre einer ständigen Reizung durch die Magensäure und entzündet sich. Im Verlauf wandeln sich die Schleimhautzellen in die robustere Magenschleimhaut um, was dann Barrett-Schleimhaut oder Barrett-Erkrankung genannt wird.

Die veränderte Schleimhaut stellt eine mögliche Vorstufe zum Speiseröhrenkrebs dar, doch nicht jede Barrett-Schleimhaut muss sich zum Krebs entwickeln. Trotzdem sollten sich Patienten mit einer Barrett-Erkrankung regelmäßig kontrollieren lassen, um so ein sich möglicherweise entwickelndes Tumorgeschehen schnellstmöglich zu entdecken und die Heilungschancen zu erhöhen.

Speiseröhrenkrebs und dessen Symptome

Weil die Speiseröhre sehr dehnbar ist, kann sich ein beginnender Speiseröhrenkrebs lange unbemerkt vergrößern, bevor erste Symptome und Beschwerden auftreten. Erste Symptome sind meist Schluckstörungen, Schmerzen beim Schlucken oder das Gefühl einen „Kloß im Hals“ zu haben.

Häufig ist der Speiseröhrenkrebs zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten und die Heilungschancen und damit die Lebenserwartung des Patienten sind sehr eingeschränkt.

Die ersten Symptome sind meist subtil und unspezifisch, sie können schnell als banale Beschwerden verkannt werden. Deshalb ist es besonders wichtig Anzeichen für Speiseröhrenkrebs frühzeitig zu erkennen. Neben den Schluckbeschwerden als Leitsymptom treten auch Schmerzen oder Druckgefühl hinter der Brust auf, die gelegentlich als Rückenschmerz wahrgenommen werden.

Schluckbeschwerden als erstes Anzeichen

Weitere Symptome können Würgen beim Schlucken, ständiges Sodbrennen nach dem Essen oder häufiges kräftiges Aufstoßen sein. Später können auch Krämpfe in der Speiseröhre auf einen Speiseröhrenkrebs hinweisen. Diese genannten Symptome können viele Ursachen haben und müssen nicht immer gleich einen Speiseröhrenkrebs bedeuten, dennoch sollte in diesen Fällen ein Arzt aufgesucht werden.

Durch das erschwerte Schlucken von Nahrung leiden Patienten mit Speiseröhrenkrebs unter starkem Gewichtsverlust. Hat sich der Speiseröhrenkrebs schon über die Speiseröhre hinaus verbreitert und ist in die Luftröhre eingedrungen, kann Nahrung in die Luftwege gelangen und eine Lungenentzündung auslösen.

Das Einwachsen des Tumors in den Kehlkopf kann zu Heiserkeit führen. Diese Symptome bedeuten ein Hinauswachsen des Krebses über die Organgrenzen und verschlechtern die Lebenserwartung bei Speiseröhrenkrebs zusätzlich.

Aktualisiert: 17.03.2017 – Autor: Marina Hochdorfer

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