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Bronchitis: Ursachen und Folgen

Husten bei Bronchitis © istockphoto, Ridofranz

Bei einer Bronchitis sind die Atemwege entzündet, was in den meisten Fällen einen vorübergehenden, oftmals starken Husten mit sich bringt. Bei einer chronischen Bronchitis tritt dieser immer wieder und über einen längeren Zeitraum auf. Wie eine akute oder chronische Bronchitis entsteht, welche Kompliaktionen auftreten können und wie eine Bronchitis diagnostiziert wird, lesen Sie im Folgenden.

Formen und Symptome einer Bronchitis

Bei einer akuten Bronchitis klagen die meisten Patienten über:

  • starken Hustenreiz und später auch Schmerzen im Brustkorb
  • sehr zähen, schleimigen Auswurf
  • Fieber
  • Kopfschmerzen

Eine schwere Infektion kann die klassischen Grippesymptome wie Schnupfen, Hals- und Gliederschmerzen auslösen.

Die chronische Bronchitis ist charakteristischer Weise begleitet von Husten und schleimigem Auswurf. Meist klagen die Patienten vor allem in den Morgenstunden über quälenden Husten. Der in den Bronchien befindliche Schleim ist zäh und daher nur schwer abzuhusten. Dieser sogenannte "Raucherhusten" wird häufig über Jahre toleriert, ohne dass die Patienten einen Arzt aufsuchen. Bei anhaltendem Zigarettenkonsum kann sich die Erkrankung massiv verschlechtern.

Chronische Bronchitis: Ursachen

Die andauernde Reizung der Bronchialschleimhaut durch Zigarettenrauch oder andere schädliche Einflüsse wie Feinstaub führt zu einer chronischen Entzündung. Dadurch werden die Flimmerhärchen der Schleimhaut geschädigt und können ihre Funktion – die Reinigung der Atemwege von Schleim und Staubpartikeln – nicht mehr erfüllen.

Entstehung einer chronischen Bronchitis

Zudem vermehren sich die schleimproduzierenden Zellen in den Wänden der Bronchien und produzieren zäheren Schleim, der durch die geschädigten Flimmerhärchen nicht ausreichend abtransportiert werden kann. Es kommt zur Ansammlung von Schleim und einer Anschwellung der Bronchialschleimhaut. Dieses Stadium bezeichnet man als chronisch obstruktive Bronchitis, da zusätzlich zu der chronischen Entzündung eine Verengung (Obstruktion) der Bronchien vorliegt. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Sauerstoffaufnahme ins Blut.

Die Patienten klagen über zunehmende Atemnot zunächst nur bei Belastung, dann aber auch in Ruhe und einen allgemeinen Leistungsabfall. 

Lungenentzündung als mögliche Folge

Die durch eine akute oder chronische Bronchitis vorgeschädigte Lunge ist anfälliger für zusätzliche bakterielle Infektionen. Häufige Komplikation ist daher eine eitrige Bronchitis. Sichtbares Zeichen hierfür ist eitriger, trüber, gelblich-grüner Auswurf.

Schreitet die Entzündung weiter fort, können auch Lungenentzündungen auftreten.

Komplikationen einer Bronchitis

Besonders bei der chronischen Bronchitis ist die Entstehung eines sogenannten Lungenemphysems eine mögliche Komplikation: Dringt die Entzündung bis in die Lungenbläschen vor, können deren Wände durch einwandernde Immunzellen geschädigt werden. Da das Ausatmen durch die Verengung der Bronchien erschwert ist, besteht in der Lunge ein erhöhter Druck, dem die Lungenbläschen dann nicht mehr standhalten können. Sie werden überdehnt, was auf Dauer zur Schädigung des Lungengewebes führt.

Die andauernde Unterversorgung mit Sauerstoff verursacht außerdem eine Verengung der Lungengefäße, wodurch sich der Blutdruck im Lungenkreislauf erhöht. Die rechte Herzhälfte, die das Blut in den Lungenkreislauf pumpt, muss infolgedessen gegen einen starken Widerstand arbeiten. Besteht diese Überlastung auf Dauer, vergrößert sich die rechte Herzhälfte und verliert an Kraft (Cor pulmonale). Dies kann bis zur Rechtsherzschwäche führen. 

Bronchitis frühzeitig behandeln

Da diese Folgeschäden teilweise nicht mehr rückgängig gemacht werden können, gilt es bereits zu Beginn einer chronischen Bronchitis, die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen einzuleiten, um einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen.

Patienten mit einer chronischen Bronchitis haben zudem ein erhöhtes Risiko, an einem bösartigen Lungentumor zu erkranken. Denn im Rahmen der anhaltenden Entzündung kommt es zu Umbauvorgängen an der Bronchialschleimhaut, die das Risiko einer Entartung der Zellen erhöht. Folge ist die Entstehung eines bösartigen Tumors, meist eines sogenannten Plattenepithelkarzinoms.

Diagnose einer Bronchitis

Die genaue Befragung durch den behandelnden Arzt und eine körperliche Untersuchung mit Abhören der Lunge geben erste Hinweise auf die richtige Diagnose.

Das Röntgenbild weist bei einer unkomplizierten Bronchitis keine Veränderungen auf. Nur bei zusätzlicher bakterieller Entzündung oder den oben beschriebenen Lungen- und Herzveränderungen zeigen sich im Röntgenbild Auffälligkeiten wie zum Beispiel Zeichen einer Lungenüberblähung oder Herzinsuffizienz. Die Untersuchung des Auswurfes (Sputumdiagnostik) ermöglicht es, das richtige Medikament zur Behandlung einer eventuellen Infektion mit Bakterien oder Pilzen auszuwählen.

Die Lungenfunktionsprüfung, das heißt die Messung des Atemstroms sowie des gesamten Lungenvolumens, liefert Informationen über den Zustand von Lunge und Atemwegen. Sie gibt bei einer fortgeschrittenen chronischen Bronchitis über den Funktionszustand der Lunge Aufschluss und dient auch als Verlaufsuntersuchung. Patienten können zuhause mit einem sogenannte Flowmeter das maximale Ausatemvolumen in einer Sekunde, die sogenannte Einsekundenkapazität selbst messen und so den momentanen Zustand ihrer Lunge kontrollieren.

Diagnose einer chronischen Bronchitis

Eine chronische Bronchitis liegt nur dann vor, wenn die klassischen Symptome wie Husten und Auswurf in einen Zeitraum von zwei aufeinanderfolgenden Jahren mindestens drei Monate pro Jahr aufgetreten sind.

Die Diagnose "Chronische Bronchitis" ist im Prinzip eine Ausschlussdiagnose. Es müssen zunächst alle anderen in Frage kommenden Krankheiten ausgeschlossen werden, da es keine eindeutigen Symptome gibt und sich hinter den klassischen, aber relativ unspezifischen Beschwerden auch andere Erkrankungen verbergen können.

Aktualisiert: 10.07.2019 – Autor: Udo Schmidt, überarbeitet: Dr. med. Jana Wittkowski

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