Bauchschmerzen - Ein Symptom und viele Krankheiten

Wärmflasche gegen Bauchschmerzen © istockphoto, AndreyPopov

Kein anderes Symptom kann auf so verschiedene Krankheiten hinweisen wie der Bauchschmerz. Ob Gallenbeschwerden, Stress, Magen-Darm-Infekt, Herzinfarkt oder Nieren- oder Wirbelsäulenprobleme - Bauchschmerzen sind äußerst vielfältig und bedürfen einer sorgfältigen Abklärung. Jeder hatte schon mal Bauchschmerzen und weiß aus eigener Erfahrung, dass sich selbst Bauchkrämpfe jedes Mal anders anfühlen können. Um die Ursache für den Bauchschmerz herauszufinden, muss man wissen, wie Bauchschmerzen entstehen und genau nach Ort und Art des Schmerzes fahnden.

Wie entsteht Bauchschmerz?

Zu Bauchschmerzen kommt es, wenn schmerzleitende Nervenbahnen Reize zum Gehirn leiten. Je nach Art der gereizten Nervenbahnen werden somatische und viszerale Schmerzen unterschieden. Somatischer Schmerz entsteht, wenn Nerven, die die Bauchwand, das äußere Bauchfell oder den Bereich hinter den Baucheingeweiden (das Retroperitoneum) versorgen, gereizt werden. Dieser Schmerz ist eher

  • "hell",
  • brennend,
  • schneidend,
  • gleichmäßig intensiv und
  • lokalisierbar.

Somatischer Schmerz tritt oft bei einer akuten Blinddarm- oder Gallenblasenentzündung (die Entzündung reizt das äußere Bauchfell), bei Nierenkoliken oder Wirbelsäulenproblemen auf.

Viszeraler Schmerz

Viszeraler Schmerz ist im Vergleich zu somatischem Schmerz

  • dumpf,
  • bohrend,
  • krampfartig,
  • eher diffus,
  • nicht genau einem bestimmten Ort zuzuordnen und
  • entsteht, wenn Nerven, die in der Organhaut, dem inneren Anteil des Bauchfells, verlaufen, gereizt werden.

Viszeraler Schmerz ist häufig bei Magen-Darm-Infekten, bei chronischen Entzündungen der Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse, aber auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, z.B. auf Gluten, Laktose oder Fruchtzucker. Die Art des Schmerzes führt dazu, dass sich der Betroffene ganz typisch verhält: Bei somatischen Schmerzen wird er sich eher hinlegen wollen, die Beine leicht anziehen, also eine Schonhaltung einnehmen, da jede Bewegung den Schmerz verstärkt. Oft ist die Bauchdecke angespannt und jede Berührung des Bauches schmerzhaft.

Bei viszeralem Schmerz ist das Verhalten umgekehrt - Ruhe verstärkt die Schmerzen, Umhergehen und massierende Bauchbewegungen sind schmerzlindernd. Da beim viszeralen Schmerz das vegetative Nervensystem aktiviert wird, begleiten den Schmerz vegetative, also nicht beeinflussbare Symptome wie Übelkeit, Schwitzen, Unruhe oder Erbrechen.

Aktualisiert: 22.06.2016 – Autor: Nathalie Blanck

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