Lebensmittelvergiftungen – Meist sind Bakterien schuld

Bauchschmerzen bei Lebensmittelvergiftung © istockphoto, DeanDrobot

Die Sonne lacht, das erste Eis schmeckt nach mehr – Stunden später gibt es dann leider Bauchschmerzen und Durchfall. Kennen Sie das? Oft sind bakterielle Verunreinigungen Auslöser für Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, doch Lebensmittel können auch andere Giftstoffe enthalten. Als Lebens- oder Nahrungsmittelvergiftung werden all die Beschwerden bezeichnet, die in Zusammenhang mit der Aufnahme von Nahrungsmitteln stehen, die in irgendeiner Form für den Menschen giftig sind – sie enthalten Giftstoffe von Bakterien, Pilzen, Fischen oder Pflanzen oder chemische Giftstoffe.

Lebensmittelvergiftung oder Magen-Darm-Infekt?

Der Unterschied zur Lebensmittelinfektion und zum Magen-Darm-Infekt ist der, dass dort immer Erreger beteiligt sind – meist Viren, seltener Bakterien oder Parasiten. Die Symptome sind allerdings die gleichen und in den meisten, weil häufigsten Fällen unterscheidet sich auch die Behandlung nicht.

Bei einer Lebensmittelvergiftung durch Bakterien verursachen also deren Giftstoffe, bei einer Lebensmittelinfektion das Bakterium selbst die Erkrankung. Die Unterscheidung erscheint akademisch, ist aber bei einigen Erregern hinsichtlich der Therapie wichtig.

Wie kommt es zu einer Lebensmittelvergiftung?

Die Ursachen einer Lebensmittelvergiftung können sehr unterschiedlich sein. Verschiedene Lebensmittel können unterschiedliche Keime, Gifte oder Verunreinigungen enthalten. Im Folgenden stellen wir Ihnen mögliche Auslöser einer Lebensmittelvergiftung vor.

Bakterielle Verunreinigungen

Besonders in der warmen Jahreszeit vermehren sich Keime wie Salmonellen, seltener auch Staphylo- oder Enterokokken schnell – vor allem, wenn Nahrungsmittel nicht richtig gelagert (ungekühlt) oder unachtsam zubereitet worden sind (Händewaschen vergessen). Gefährdet sind vor allem Speiseeis, Milchprodukte und rohe Eier (ganz typisch auch Mayonnaise), Wurst, Fleisch (besonders Hackfleisch), Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte.

Sie nehmen dann neben dem betroffenen Nahrungsmittel auch gleich ganze "Legionen" von Bakterien und deren für den Menschen giftige Stoffwechselprodukte, so genannte Toxine, zu sich – Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind die Folgen.

Einen lebensgefährlichen Sonderfall stellen die hochgiftigen Botulinustoxine dar, das sind Nervengifte, die von Clostridienbakterien in verdorbenen Konserven gebildet werden. Sie lähmen die Körper- und Atemmuskulatur und können so zu Atemnot führen. Frühzeitig treten Doppelbilder auf, da auch die Augenmuskeln angegriffen werden.

Gifte von Pflanzen und Pilzen

Unter den rund 10.000 bekannten Pilzarten gibt es ca. 1.000 genießbare und 500 giftige – das macht Pilzesuchen schwierig und gerade für den Ungeübten mitunter lebensgefährlich. Pilzgifte greifen nicht nur das Magen-Darm-System an, sondern können auch zu Halluzinationen, Leberschäden, Kreislaufversagen und zum Tod führen.

Pflanzengifte wie Solanin (aus rohen Kartoffeln oder grünen Tomaten) oder Atropin (aus der Tollkirsche) zeigen ähnliche Symptome: Hier treten oft Lähmungen auf.

Muscheln und Fische

Saxitoxin wird von bestimmten Algen produziert, die Muscheln als Nahrung dienen und in ihnen angereichert wird. Verzehrt man solche Muscheln, kommt es je nach Giftmenge zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, bei größeren Mengen zu Lähmung bis hin zur Atemnot. Tetrodotoxin ist das bekannte Nervengift des Kugelfischs, von dem bereits kleinste Mengen eine Atemlähmung auslösen.

Chemische Verunreinigungen

Antimon, Arsen, Blei, Kadmium und Zink sind beispielsweise in einigen Glasuren von Geschirr oder in Glas enthalten, die durch säurehaltige Lebensmittel angegriffen werden können. Auch in Schädlingsbekämpfungs- oder Holzschutzmitteln finden sich diese Bestandteile. Diese Giftstoffe reizen Haut und Schleimhaut, werden in Körpergeweben eingelagert und schädigen den menschlichen Organismus auf vielfältige Weise.

Aktualisiert: 14.12.2015 – Autor: Nathalie Blanck

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?