Reizdarm – Behandlung und Therapie

Tastuntersuchung bei Reizdarm © istockphoto, Wavebreakmedia

Zwar ist Reizdarm bzw. Reizdarmsyndrom an sich harmlos, doch für die Betroffenen oft sehr quälend. Die Behandlung beim Reizdarm zielt deshalb darauf ab, die Beschwerden zu lindern; eine Heilung durch die Behandlung ist meist nicht zu erwarten. Sinnvoll ist es, Ursachen zu finden und diese so weit möglich zu vermeiden.

Bei akuten Schmerzen hilft vielen Betroffenen als Möglichkeit der Behandlung eine Wärmeanwendung, zum Beispiel ein Heiz- oder Dinkelkissen auf dem Bauch. Auch eine sanfte kreisende Bauchmassage (von rechts unten nach oben, quer zur anderen Seite und weiter nach links unten) lindert vielfach die Beschwerden bei Reizdarm.

Reizdarm: Medikamente helfen nicht immer

Ob Medikamente als Teil der Behandlung sinnvoll sind, sollte mit dem Arzt besprochen werden. Einige der zur Verfügung stehenden Medikamente wirken nur bei manchen Betroffenen: 

  • Krampflösende Wirkstoffe wie Butylscopolamin helfen in Einzelfällen, sollten aber wegen ihrer Nebenwirkungen nicht dauerhaft genommen werden.
  • Substanzen gegen Blähungen wie Simeticon lindern eher selten, sind aber einen Versuch wert.
  • Nicht empfehlenswert bei der Behandlung sind Abführmittel. Sie führen auf Dauer zu einer Gewöhnung, was beim chronischen Krankheitsbild Reizdarm eher kontraproduktiv ist.
  • Stopfende Substanzen wie Loperamid sollten nur kurzfristig eingenommen werden.
  • Starke Bauchschmerzen können möglicherweise durch Antidepressiva gemildert werden, da diese Schmerzschwellen erhöhen.

Krämpfe lindern mit Pflanzenheilkunde

Die Pflanzenheilkunde bietet Kümmel- oder Pfefferminzöl zur Einnahme (Tee, Kapseln) oder auch Bauchmassage bei krampfartigen Bauchschmerzen an. Indische Flohsamen wirken gleichzeitig leicht abführend. Per Ernährung zugeführte Quellstoffe wie Leinsamen und Weizenkleie regen die Darmtätigkeit an, müssen aber mit viel Flüssigkeit eingenommen werden.

Zur Wirksamkeit von Akupunktur beim Reizdarmsyndrom gibt es einige vielversprechende Studien – auch hier lohnt eventuell ein Versuch (ebenso wie mit einer Konstitutionstherapie der Homöopathie).

Aktualisiert: 10.10.2019 - Autor: Dagmar Reiche

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