Reizdarmsyndrom: Diagnose und Behandlung

Diagnose des Reizdarmsyndroms

Die Diagnose des Reizdarmsyndroms stellt der Arzt im eingehenden Gespräch mit dem Patienten und mit gründlicher Untersuchung. Von großer Wichtigkeit ist der Ausschluss anderer Erkrankungen (Darmkrebs, Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), die zu ähnlichen Symptomen führen können. Zu diesem Zweck wird eine Dickarmspiegelung durchgeführt.

Spezielle Nachweismethoden

Dank spezieller Nachweismethoden (Haemoccult-Test) können auch kleine, nicht sichtbare Mengen Blut im Stuhl nachgewiesen werden. Im Ermessen des Arztes liegt auch die Durchführung einer Kontrastmitteldarstellung des Darms mittels Röntgenbild. Mit Hilfe von Blutuntersuchungen (Blutbild, Entzündungszeichen) können weitere Ursachen ausgeschlossen werden.

Steht nach Ausschluss aller sonstigen in Frage kommenden Erkrankungen der Befund Reizdarm fest, lässt sich in vielen Fällen durch gezielte Maßnahmen eine deutliche Besserung der Symptome erreichen.

Komplikationen bei Reizdarm

Das Reizdarmsyndrom kann derart behindernd sein, dass Betroffene nicht mehr arbeitsfähig sind und sich aus ihrem Sozialleben stark zurückziehen. Auch das Sexualleben kann unter den ständigen Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten leiden.

Behandlung des Reizdarmsyndroms

Eine kurzfristige Denkweise führt nicht zur Lösung der Ursache. Nur eine beständige Anpassung der Lebensweise führt auf lange Sicht zum Ziel. Deshalb erfordert eine erfolgreiche Therapie in hohem Masse die Mitarbeit des/der Betroffenen. Die heute erhältlichen Medikamente lindern lediglich kurzzeitig die Symptome und sollten, wenn überhaupt, nur kurzfristig und nur in Absprache mit dem Arzt/der Ärztin eingesetzt werden. Neue Medikamente zur Behandlung von Reizdarm werden zur Zeit erforscht.

Eine dauerhafte Änderung der Essgewohnheiten kann durch Erkennen und Weglassen unverträglicher Speisen und durch vermehrten Verzehr von Ballaststoffen in manchen Fällen zum Erfolg führen. Idealerweise sollte eine Ernährungsberaterin aufgesucht werden.

Der gezielte Einsatz von pflanzlichen Mitteln wie Myrrhe und Curcuma, Minzöl, Artischocken, Flohsamen und Kümmel-Fenchel-Anis Tee kann häufig helfen. Spezielle Fasten-Kliniken begleiten Reizdarm-Patienten effizient und professionell bei einer individuell abgestimmten Fasten-Kur. Auch Kneipp´sche Therapien (beispielsweise Leibwickel, Heublumensack, Kümmelauflagen) haben oft heilsame Wirkung.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist eine psychologische Beratung und Betreuung. Oft verhilft bereits die Einsicht in die Gefahrlosigkeit der Störung eine Linderung. Alternative Stress- Bewältigungsmöglichkeiten (Atemtherapie, Yoga, autogenes Training) können das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wiederherstellen.

Reizdarmsyndrom vorbeugen

Zur Prävention sollte den Signalen des Verdauungstraktes vermehrte Beachtung geschenkt werden. Dazu gehört das Meiden von schlecht verträglichen Nahrungsmitteln und die Reduktion des Konsums kohlesäurehaltiger Getränke. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit reichlich Ballaststoffen und regelmäßiger Stuhlgang sind weitere Punkte, die berücksichtigt werden sollten.

Die Einbindung von Entspannungsübungen in den Alltag wirkt der Kumulation von Stressfaktoren entgegen. Ausreichend Bewegung (Spazieren, Joggen) befreien zusätzlich von Spannungen und lockert Geist und Darm.

Aktualisiert: 10.10.2019 - Autor: Udo Schmidt

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