Reizdarmsyndrom: Ursachen und Symptome

Frau mit Reizdarmsyndrom © istockphoto, DeanDrobot

Das Reizdarmsyndrom (Syndrom des irritablen Darmes, Irritable bowel syndrome; veraltet: Colon irritabile, Colica mucosa, Kolonneurose, nervöser Darm, spastisches Kolon, unstabiles Kolon) ist die häufigste Ursache von Beschwerden im Magen-Darmbereich. Etwa die Hälfte aller Patienten mit Verdauungsproblemen ist davon betroffen. Bei dieser durch viele Faktoren bedingten Krankheit stehen Verstopfung abwechselnd mit Durchfall, Schmerzen und Druckgefühl in der Bauchregion sowie Blähungen und Völlegefühl im Vordergrund.

Reizdarmsyndrom: Ursachen

Für die chronische Darmstörung lässt sich keine organische Grundlage nachweisen. Es handelt sich um so genannte funktionelle Beschwerden. Die Abwesenheit von nachweisbaren Defekten oder Fehlbildungen ändert jedoch nichts an der Notwendigkeit von Behandlungsmaßnahmen. Bei der Ausprägung der Erkrankung spielen sehr häufig psychische Belastungsfaktoren wie Angst oder Stress eine bedeutende Rolle.

Konstitutionelle Gegebenheiten können den Grundstein zum Leiden bilden. So sind jene Menschen besonders betroffen, die bewusst oder unbewusst tägliche Anspannungen und Strapazen auf die Verdauungsorgane projizieren. Trotzdem darf man sich nicht von der irrtümlichen Annahme verleiten lassen, die Darmprobleme seien ausschließlich psychischer Natur. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass die Darmmuskulatur betroffener Personen auf Reize stärker reagiert als normal. Auslöser dieser Stimuli können harter Stuhl, Luft im Darm, aber auch Schokolade, Milchprodukte, Alkohol oder Medikamente sein.

Eine Zunahme der Reizdarm-Symptome bei Frauen während der Menstruation suggeriert auch eine hormonelle Komponente. Daneben kann auch eine verminderte Verträglichkeit von bestimmten Nahrungsmitteln Mitursache der Beschwerden sein.

Symptome des Reizdarmsyndroms

Von dieser sehr häufig vorkommenden Krankheit (bis zu 20 Prozent der Bevölkerung) sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Charakteristisch für das Reizdarmsyndrom ist ein Wechsel der Häufigkeit von Darmbewegungen und unterschiedliche Stuhlkonsistenz (Verstopfung im Wechsel mit Durchfall). Begleitend treten stechende, krampfartige und brennende Schmerzen im Unterbauch und unterhalb des Rippenbogens kombiniert mit einem ständigen Druckgefühl in Erscheinung.

Bei einigen Patienten macht sich auch der Magen durch Völlegefühl und Schmerzen unterhalb des Brustbeins negativ bemerkbar. Nach Stuhlentleerung kommt es oft zu einer Linderung der Beschwerden. Im unteren Teil des Dickdarms tritt häufig vermehrte Luftansammlung auf, die sich in Form von Völlegefühl, Blähungen und lauten Darmgeräuschen bemerkbar macht. Der Stuhl kann möglicherweise "schafskotartig" aussehen, geringe Schleimbeimengungen werden ebenfalls beobachtet.

Auf keinen Fall vereinbar mit dem Reizkolon sind Blutbeimengungen im Stuhl und Gewichtsverlust! In diesem Falle muss nach einer organischen Ursache gesucht werden.

Aktualisiert: 17.02.2017 – Autor: Udo Schmidt

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