Reizdarm – Ursachen

Reizdarm: Darm im menschlichen Körper © istockphoto, 7activestudio

Nach wie vor ist nicht geklärt, wie das Reizdarmsyndrom entsteht. Wissenschaftler vermuten, dass eine gestörte Darmbeweglichkeit und eine Überempfindlichkeit des Magen-Darm-Trakts bei der Erkrankung Reizdarm zusammenspielen. Infolge der trägen Muskulatur und ihrer mangelnden Koordination werden sowohl Nahrungsbrei als auch Darmgase verzögert und dann wieder beschleunigt transportiert, was Symptome wie Druck- und Völlegefühl, Blähungen und Verstopfung im Wechsel mit Durchfall zur Folge haben kann. Was wiederum Ursachen für diese Symptome sind, ist unklar.

Reizdarm: Ursachen unklar

Diskutiert werden Veränderungen des Darmimmunsystems und der Nervenübermittlung als Folge einer Darminfektion. Möglicherweise führt eine dadurch ausgelöste Entzündung zu einem Ungleichgewicht der Darmflora (Dysbiose). Daneben scheinen auch Nervenreize aus dem Magen-Darm-Trakt falsch übermittelt beziehungsweise im Gehirn verarbeitet werden.

Auffällig ist eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Betroffenen im Bereich des Darms: Normale Nervenreize wie Dehnen des Darms werden bereits als Schmerzen interpretiert – was erklärt, warum gerade nach dem Essen krampfartige Bauchschmerzen oder unangenehmes Völlegefühl auftreten. Vermutlich kommen weitere Ursachen hinzu oder können Symptome bei Reizdarm verschlimmern.

Weitere mögliche Ursachen für Reizdarm

Zu den weiteren möglichen Ursachen für einen Reizdarm gehören Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel (insbesondere von Kohlenhydraten, vor allem Milchzucker) und Allergien, oft auch der Genuss von Kaffee, Alkohol oder Zigaretten. Stressfaktoren und andere psychische Belastungen, welche "auf den Magen schlagen", das ständige Gefühl der Überforderung und die Unfähigkeit, Gefühle auszudrücken, scheinen die Entwicklung von Reizdarm ebenso zu begünstigen.

Umgekehrt kann ein lang bestehendes Reizdarmsyndrom wiederum psychische Beschwerden hervorrufen. Bei Angsterkrankungen oder Depressionen kommt das Reizdarmsyndrom gehäuft vor. Oft wird auch eine übermäßige Besiedlung mit Darmpilzen (Candida) verantwortlich gemacht – der Zusammenhang konnte bisher jedoch wissenschaftlich nicht erwiesen werden.

Aktualisiert: 25.08.2017 - Autor: Dagmar Reiche

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