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Sodbrennen – wann und wie behandeln?

Frau mit Sodbrennen © istockphoto, Wavebreakmedia

Sodbrennen verursacht nicht nur in der Brust einen brennenden Schmerz, er kann die Betroffenen auch seelisch erheblich belasten. Das ist das Ergebnis einer norwegischen Studie, bei der mehr als zehntausend Patienten befragt wurden. Eine frühzeitige Therapie verhindert ernste Folgen. Wann und wie eine Behandlung bei Sodbrennen erfolgen sollte, erfahren Sie im Folgenden.

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen tritt vor allem nach reichhaltigen Mahlzeiten oder bei Stress auf. Wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht optimal funktioniert, kann der Speisebrei aus dem Magen zurückfließen. Dann gelangt auch Magensäure in die Speiseröhre. Dies ist eine Mischung aus Salzsäure und eiweißspaltenden Enzymen, die in der Magenschleimhaut produziert wird, um Speisen zu verdauen und Krankheitskeime aus der Nahrung zu zerstören.
 
Vereinzelte Säureangriffe kann die Speiseröhre verkraften. Gelangt die Magensäure jedoch regelmäßig in die Speiseröhre, verätzt sie die empfindliche Scheimhaut und verursacht Entzündungen (Refluxösophagitis).

Sodbrennen: Symptome ernst nehmen

Viele Patienten leiden besonders in der Nacht. Im Liegen kann der Magensaft bis in den Mund fließen und von dort in die Atemwege gelangen. So kann Sodbrennen sogar chronische Bronchitis und asthmaartige Beschwerden auslösen.

Und wenn der Hustenreiz den Tiefschlaf beeinträchtigt, fühlt sich der Patient am Morgen unausgeschlafen und gerädert. Langfristig besteht sogar die Gefahr, dass die Schleimhautzellen in der Speiseröhre entarten und sich Krebs entwickelt.

Neben den körperlichen Symptomen hat die Studie in Norwegen aber auch gezeigt, dass das Leiden gravierende Einschränkungen der Lebensqualität verursacht. Die Betroffenen berichteten von Ängsten vor versteckten schweren Krankheiten, seelischem Dauerstress und verminderter Vitalität.

Sodbrennen: Alkohol und Kaffee meiden

Experten warnen deshalb davor, Sodbrennen auf die leichte Schulter zu nehmen. Bei leichten Beschwerden helfen säurehemmende oder säurebindende Medikamente, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Gleichzeitig sollte man:

  • fette und üppige Mahlzeiten meiden
  • Stress abbauen
  • Gewicht reduzieren
  • den Kaffeekonsum verringern
  • Alkohol meiden
  • das Rauchen einschränken

Medikamente gegen Sodbrennen

Spätestens, wenn die Beschwerden mehrmals in der Woche auftreten oder länger als zwei bis drei Wochen anhalten, sollte der Arzt aufgesucht werden. Er kann spezielle Medikamente verschreiben, die die Säureproduktion im Magen fast vollständig hemmen.

In besonders schweren Fällen besteht die Möglichkeit, den Schließmuskel des Magens operativ zu verstärken. Diese "Funduplication" wird in spezialisierten Kliniken angewendet.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigsten Mittel und Medikamente gegen Sodbrennen vor.

Säurebindende Mittel (Antazida)

Diese Mittel bilden eine Art Brei im Magen, der überschüssige Säure bindet oder neutralisiert. Sie enthalten beispielsweise Aluminium- oder Magnesiumverbindungen und sind für die kurzzeitige Behandlung geringer oder gelegentlicher Beschwerden als Kautablette, Gel oder Trinklösung rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Die Wirkung setzt innerhalb weniger Minuten ein und hält einige Stunden vor. Am besten wirken sie, wenn sie zwei bis drei Stunden nach dem Essen und vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Einige Präparate können nach Rücksprache mit dem Arzt kurzzeitig in der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Präparate mit Aluminiumverbindungen sollten nicht in Verbindung mit Fruchtsäften, Zitrusfrüchten oder Vitamin C eingenommen werden, da sonst vermehrt Aluminium ins Blut gelangt. Werden Antazida zeitgleich mit anderen Medikamenten, zum Beispiel Antibiotika, verabreicht, können sie deren Wirkung beeinträchtigen.

Säurehemmende Mittel (H2-Blocker)

H2-Blocker besetzen in der Magenschleimhaut die Bindestellen (H2-Rezeptoren) für das Gewebshormon Histamin, das bei der Produktion der Magensäure beteiligt ist. Dadurch wird weniger Säure hergestellt und in den Magen ausgeschüttet. Die Tabletten sind für die kurzzeitige Behandlung rezeptfrei erhältlich.

Ihre Wirkung tritt nach wenigen Minuten ein und hält mehrere Stunden vor. Da Magensäure vor allem nachts produziert wird, ist es sinnvoll, das säurehemmende Mittel abends einzunehmen.

Schwangere sollten H2-Blocker nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Für Kinder sind diese Medikamente nicht geeignet.

Protonenpumpenhemmer

Protonenpumpenhemmer können bei starken und dauerhaften Beschwerden zur Behandlung in Erwägung gezogen werden. Sie hemmen ein Enzym in der Magenschleimhaut, das maßgeblich bei der Säureproduktion beteiligt ist. Die Medikamente wirken etwa drei bis vier Tage.

Präparate mit Kalzium- oder Natriumkarbonat

Sie binden zwar die überschüssige Magensäure, dabei entsteht jedoch eine große Menge blähendes Kohlendioxid-Gas und die Säureausschüttung wird eher noch angeregt. Deshalb sollten diese Präparate nicht im Dauergebrauch verwendet werden.

Heilerde (naturreiner Löss)

Heilerde ist eine Mischung aus Quarz und Tonmineralien mit säurebindender Wirkung und wurde schon im Altertum verwendet. Das natürliche Arzneimittel ist nur zur innerlichen Anwendung bei leichtem, gelegentlichem Sodbrennen in der Apotheke erhältlich.

Kombinationspräparate

Solche Medikamente enthalten neben einem säurehemmenden Mittel zum Beispiel entschäumende Wirkstoffe, die Bläschen im Mageninhalt schneller platzen lassen und Blähungen lindern. Entschäumer wie Dimeticon oder Simethicon wirken jedoch nicht gegen Sodbrennen. Andere Antazida enthalten zusätzlich pflanzliche Extrakte etwa aus Schöllkraut oder Bismutverbindungen, deren Wirkung bei Sodbrennen eher kritisch betrachtet wird.

Aktualisiert: 20.01.2017

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