Abnehmen mit Abführmitteln ist gefährlich

Abführmittel gehören zu den am häufigsten missbrauchten nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Aus medizinischer Sicht sollten Abführmittel nur zur Behandlung von Verstopfungen sowie in einigen wenigen anderen Situationen eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise eine Darmspiegelung oder eine Operation, schmerzhafter Stuhlgang aufgrund einer Analfissur oder von Hämorrhoiden sowie ein Herzinfarkt oder Bluthochdruck. Hier werden Abführmittel eingesetzt, um ein zu starkes Bauchpressen zu verhindern.

Mit Abführmitteln abnehmen?

Teilweise werden Abführmittel jedoch auch zum Abnehmen eingesetzt. Dabei wird angenommen, dass durch die Einnahme des Abführmittels die Verdauung beschleunigt wird und dem Körper deswegen die Zeit fehlt, die Kalorien aus der Nahrung aufzunehmen. Dadurch soll sich mit der Zeit ein Gewichtsverlust einstellen.

Tatsächlich ist es jedoch nicht möglich, durch die Einnahme von Abführmitteln abzunehmen. Denn durch die Abführmittel wird zwar die Verdauung beschleunigt, allerdings nur im Dickdarm. Die Aufnahme von Nährstoffen in den Körper erfolgt aber größtenteils bereits im Dünndarm. Somit kann man durch die Einnahme von Abführmitteln nicht abnehmen, da die aufgenommene Energiemenge durch die Abführmittel nicht abgesenkt wird.

Um durch Abführmittel abzunehmen, werden die Mittel oftmals hochdosiert eingenommen, so dass schwere Nebenwirkungen auftreten können. Durch die Überdosierung kann es zu starken Durchfällen kommen, durch die der Körper vor allem Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert. Auf die Dauer können dadurch Störungen im Elektrolythaushalt – insbesondere im Kaliumhaushalt – auftreten. Sinkt der Kaliumspiegel ab, kann dies zu einer Störung der Herzfunktion sowie zu Muskelschwäche führen. Zudem können die ständigen Durchfälle eine Reizung der Darmschleimhaut zur Folge haben.

Entschlacken durch Abführmittel

Neben Diäten werden Abführmittel auch häufig bei Entschlackungs-Kuren eingesetzt. Entschlackungs-Kuren werden meist im Frühling durchgeführt, um den Körper zu reinigen und von angesammelten Schlacken zu befreien.

Zum Entschlacken werden in erster Linie Abführmittel wie Bittersalz oder Glaubersalz verwendet. Da es bei der Einnahme solcher Abführmittel allerdings zu Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall und Muskelschwäche kommen kann, sollte die Einnahme vorher mit einem Arzt abgesprochen werden.

Aktualisiert: 22.02.2012 – Autor: Kathrin Mehner

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