Lifeline Logo

Hausmittel und natürliche Abführmittel

Dringends Bedürfnis nach Einnahme von Abführmittel © istockphoto, Anetlanda

Wer unter Verstopfungen leidet, sollte nicht gleich zu einem chemischen Abführmittel greifen, sondern zunächst lieber versuchen, die Verdauung auf eine natürliche Art und Weise wieder in Gang zu bringen. Wir geben Ihnen Tipps, wie es mit der Verdauung auch ohne chemische Abführmittel wieder klappt und stellen Ihnen einige natürliche Abführmittel und abführend wirkende Hausmittel vor.

Die Verdauung natürlich in Schwung bringen

Wenn Sie unter Verstopfungen leiden, sollten Sie zunächst einmal Ihr alltägliches Verhalten genauer unter die Lupe nehmen: Wie gesund ernähren Sie sich? Und wie ist es um Ihre sportliche Aktivität bestellt? Wir haben hier einige Tipps zusammengestellt, mit denen Sie Ihrer Verdauung vielleicht auch ohne Abführmittel auf die Sprünge helfen können:

  1. Achten Sie bewusst auf Ihre Ernährung: Versuchen Sie möglichst Lebensmittel zu konsumieren, die viele Ballaststoffe enthalten. Bei Ballaststoffen handelt es sich um unverdauliche Nahrungsbestandteile, die im Darm aufquellen und dadurch die Verdauung ankurbeln. Besonders viele Ballaststoffe sind in Vollkornprodukten enthalten. Daneben kommen sie aber auch in Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten in größeren Mengen vor.
  2. Überprüfen Sie, ob Sie genügend trinken. Pro Tag sollten Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit – am besten Wasser – zu sich nehmen. Wenn Sie zu wenig trinken, kann dies dazu führen, dass der Stuhl besonders hart ist und nur schwer ausgeschieden werden kann.
  3. Werden Sie sportliche aktiv: Gehen Sie Joggen, Schwimmen, Walken oder fahren Sie mit dem Fahrrad. Bewegung ist wie eine Massage für den Darm und hilft somit die Verdauung anzukurbeln.

Neben einer Umstellung der Ernährung kann bei Verstopfungen auch eine leichte Bauchmassage helfen: Massieren Sie Ihren Bauch mehrmals pro Tag rund um den Bauchnabel. Wichtig ist, die kreisenden Bewegungen mit dem Uhrzeigersinn auszuführen.

Natürliche Hausmittel bei Verstopfungen

Wenn Sie unter Verdauungsproblemen oder Verstopfungen leiden und sie mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung keinen Erfolg haben, können Sie auch auf natürliche Hausmittel gegen Verstopfungen zurückgreifen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Sauerkraut oder Sauerkrautsaft
  • Getrocknete Pflaumen, Aprikosen oder Feigen (Tipp: Weichen Sie die Pflaumen über Nacht in Wasser ein und verzehren Sie sie erst am nächsten Morgen.)
  • Birnensaft oder Pflaumensaft
  • Kiwis
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen

Stopfende Lebensmittel wie Bananen, Kakao oder Weißmehlprodukte sollten dagegen vermieden werden.

Schlagen die Verdauungshilfen nicht an, können Sie mit Quellmitteln auf ein besonders sanftes Abführmittel zurückgreifen. Zu den Quellmitteln gehören beispielsweise Leinsamen, Flohsamen oder Weizenkleie. Diese natürlichen Abführmittel sollten jeweils mit genügend Flüssigkeit eingenommen werden, da sie im Darm aufquellen. Quellmittel können auch über einen längeren Zeitraum ohne negative gesundheitliche Folgen eingenommen werden.

Bei der Einnahme von Quellmitteln ist allerdings zu beachten, dass sie die Aufnahme anderer Medikamente verzögern oder sogar hemmen können. Deswegen sollten Medikamente dem Körper zeitlich versetzt zugeführt werden.

Vorsicht vor pflanzlichen Abführmitteln

Pflanzlichen Produkten haftet der Ruf an, dass sie besonders mild und bekömmlich sind. Für einige pflanzliche Abführmittel gilt dies jedoch nicht: Pflanzliche Abführmittel, die den Wirkstoff Anthrachinon enthalten, stehen im Verdacht, besonders schwere Nebenwirkungen wie Krebserkrankungen hervorrufen zu können. Zu den anthrachinonhaltigen Abführmitteln gehören unter anderem Mittel aus Sennesblättern, Aloe, Rhabarber und Faulbaumrinde.

Anthrachinonhaltige Abführmitteln dürfen aufgrund ihrer Nebenwirkungen heutzutage nur noch kurzfristig eingesetzt werden. Zudem dürfen sie nur noch bei Verstopfungen und nicht mehr zur Verdauungsförderung verschrieben werden. Darüber hinaus werden diese pflanzlichen Abführmittel nur noch in therapiegerechten Packungsgrößen verkauft.

Aktualisiert: 13.05.2019 – Autor: Kathrin Mehner

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?