Burning Mouth Syndrom

Frau mit Burning Mouth Syndrom © istockphoto, RyanKing999

Kennen Sie das auch: Zungen- oder Mundbrennen? Ein lästiges Symptom, das vor allem bei Frauen zwischen 45 und 50 Jahren auftritt, aber auch bei der Altersgruppe über 60 Jahre. Die Missempfindungen äußern sich als brennendes, wundes Gefühl, manchmal auch verbunden mit Kribbeln oder Jucken. Sie können sich steigern bis zu stechenden Schmerzen und sind oftmals auch verbunden mit Störungen des Geschmacks und der Speichelbildung.

Symptome des Burning Mouth Syndroms

Das Burning Mouth Syndrom (BMS) verursacht bei Betroffenen unangenehme Beschwerden. Diese beginnen nicht selten am Morgen und verstärken sich über den Tag. Derartige Beschwerden können als Begleitsymptom bei allgemeinen Erkrankungen oder auch bei Veränderungen der Mundschleimhaut auftreten.

  • Dabei ist das "brennende Gefühl" (Burning Mouth Syndrom) meist in den vorderen zwei Dritteln der Zunge, im vorderen Teil des harten Gaumens und in den Unterlippen zu spüren.
  • Zwei Drittel der BMS-Patienten etwa klagen außerdem über Mundtrockenheit.
  • Nur selten sind auch das Zahnfleisch, der Mundboden und der weiche Gaumen betroffen.

Burning Mouth Syndrom: Diagnostik

Für den Zahnarzt ist die Diagnose eines Burning Mouth Syndroms eine echte Herausforderung, da das Krankheitsbild multifaktoriell bedingt ist, wobei viele Ursachen nicht nur im zahnmedizinischen Bereich liegen, sondern auch vielerlei andere Ursachen im Hintergrund stehen. So ist das Burning Mouth Syndrom oft von psychischen Störungen (Angstzuständen, Depressionen), einem Diabetes vom Typ II, Anämie (Blutarmut / Vitamin-B-12-Mangel) und anderen ernährungsbedingten Mangelzuständen (Eisenmangel, Folsäuremangel) sowie eventuell auch von oralen Dysfunktionen wie Zungenpressen begleitet.

Dies bedingt, dass die Diagnostik und auch die Therapie nicht nur rein zahnmedizinische Aufgaben sind, sondern die Abklärung des Krankheitsbildes fast immer nur interdisziplinär zu lösen ist in der Zusammenarbeit von Zahnmedizinern, Internisten, Gynäkologen, Hals-, Nasen-, Ohrenärzten sowie Psychologen und Psychosomatikern.

Im zahnmedizinischen Bereich können neben den zuvor erwähnten Dysfunktionen auch direkt von den Zähnen ausgehende Ursachen wie Unverträglichkeit gegenüber verwendeten Dentalmaterialien oder auch Prothesenunverträglichkeiten eine Rolle spielen. Klimakterische Faktoren können diese Reizmomente eventuell verstärken. Nicht selten sind insbesondere bei Dysfunktionen auch Belastungen, Anspannungen und Stress, aber auch Leid und Kummer im Hintergrund und führen dazu, dass beispielsweise ständig nervös mit der Zunge am Zahnersatz "gespielt" wird, wie die DGZMK erläutert. Dabei ist es typisch, dass es dabei in der Regel keinen krankhaften Befund im Mund gibt und auch erhobene Laborwerte (Blutentnahme) keine auffälligen Veränderungen zeigen.

Burning Mouth Syndrom als ständige Belastung

Vielfach berichten die Patienten, dass sie meist mehrere erfolglose Behandlungen durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen hinter sich haben und sich ihr Leiden schon über einen längeren Zeitraum hinzieht. "Die tägliche Präsenz dieses Brenngefühls in unterschiedlich starker Ausprägung und die oft lange Krankheitsgeschichte machen die Patienten oft hilflos, sodass sie keinen anderen Gedanken mehr fassen können. Das Gefühl des Brennens ist permanent insbesondere tagsüber präsent und scheinbar unvermeidlich.

Es steuert oft das Verhalten im Alltag, im Beruf und in der Freizeit, lähmt die Aktivitäten und führt eventuell bis zu einem völligen Rückzug aus dem sozialen Umfeld", wie Professor Dr. Gerhard Wahl, Direktor der Poliklinik für Chirurgische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Bonn, noch zu den gravierenden Auswirkungen des BMS ergänzt.

Aktualisiert: 26.07.2017 – Autor: Rundum Zahngesund

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