Zahnschmerzen – Therapie und Vorsorge

Zahnschmerzen benötigen oftmals der Behandlung durch einen Zahnarzt, denn die Schmerzen sind nicht nur lästig, sondern können unbehandelt schwere Folgen für die Gesundheit haben. Was gegen Zahnschmerzen hilft und wie Sie vorbeugen können, erfahren Sie hier.

Folgen von Zahnschmerzen

Besonders problematisch sind die Folgen einer unbehandelten bakteriellen Entzündung, da der Mundraum sehr gut durchblutet ist und sich die Erreger schnell im Körper und durch die unmittelbare Nähe zum Gehirn auch dorthin gut ausbreiten können.

So führten unbehandelte Zahnentzündungen früher oft zu Herzklappenveränderungen – die Bakterien siedelten sich gern auf der Herzklappe an und zerstörten diese langsam. Glücklicherweise hat die zunehmende Häufigkeit von Zahnarztbesuchen in den letzten 20 Jahren zu einer kontinuierlichen Abnahme dieser Folgekrankheit geführt.

Was tun gegen Zahnschmerzen?

Während früher das Ziehen des Zahnes zwar radikal, aber als einziges wirksames Mittel gegen Zahnschmerzen bekannt war, gibt es heute viele Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern und dabei den Zahn zu erhalten.

Grundsätzlich sollten Sie sich immer Ihren Zahnarzt aufsuchen – auch wenn die letzte Vorsorgeuntersuchung unauffällig war und Sie ungern zum Zahnarzt gehen. Er wird Ihnen kompetent Auskunft geben, was genau mit Ihren Zähnen nicht stimmt, und sich sofort daran machen, die Ursache für Ihre Zahnschmerzen zu beheben – sei es einen kariösen Zahn mit einer Füllung zu versehen oder, wenn nötig, eine Nervenwurzel zu entfernen, also eine Wurzelbehandlung durchzuführen.

Sie müssen als Schmerzpatient meist nicht lange warten, sondern erhalten einen vorgezogenen Termin.

Schmerzmittel gegen Zahnschmerzen

Die Zeitspanne bis zum Termin können Sie mit einem leichten Schmerzmittel aus der Apotheke kurzfristig überbrücken – dabei sollten Sie allerdings acetylsalicylhaltige Medikamente (zum Beispiel in Aspirin®) meiden, da diese zu einer verstärkten Blutungsneigung führen, was unter Umständen eine notwendige Operation verkompliziert.

Geeignete Schmerzmittel bei Zahnschmerzen sind beispielsweise:

  • Ibuprofen (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend)
  • Paracetamol (schmerzstillend, aber nicht entzündungshemmend)
  • Diclofenac (hochwirksam, nur in geringen Dosen rezeptfrei erhältlich)
  • Metamizol (rezeptpflichtig)

Bei starken Zahnschmerzen wird Ihnen Ihr Zahnarzt ein entsprechendes Schmerzmittel verschreiben. Bei leichten Zahnschmerzen können Sie auch auf Hausmittel zurückgreifen.

Hausmittel: Was hilft gegen Zahnschmerzen?

Ein beliebtes Hausmittel gegen Zahnschmerzen ist Nelkenöl: Bestreichen den schmerzenden Bereich mit einer entzündungshemmenden und desinfizierenden Nelkenölzubereitung.

Auch das Kauen von getrockneten Rosmarinblättern und eine Gurgelbehandlung mit Salbeitee oder verdünntem Teebaumöl sind bekannte Hausmittel gegen Zahnschmerzen.

Probieren Sie aus, was in Ihrem Fall hilft. Sie werden möglicherweise feststellen, dass die Schmerzen nachts und bei körperlicher Anstrengung zunehmen – meiden Sie alle durchblutungsfördernden Aktivitäten und kühlen Sie Ihre Wange abends mit einem feuchtkalten Umschlag oder einem Zwiebel- oder Wirsingwickel.

Zahnschmerzen vorbeugen – 5 Tipps

Um Zahnschmerzen vorzubeugen, ist eine gründliche Mundhygiene unerlässlich. Beachten Sie folgende Tipps:

  1. Der beste Weg, Zahnschmerzen zu vermeiden, ist der regelmäßige Zahnarztbesuch. Zweimal jährlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Untersuchung beim Zahnarzt; er wird Ihnen genau erklären, wie es um Ihre Zähne bestellt ist und was Sie tun können, um Ihre Zähne zu schützen.
  2. Ein wichtiger Faktor ist das richtige und regelmäßige Zähneputzen, das durch das Benutzen von Zahnseide unterstützt wird. Als Richtwert gilt: Putzen Sie zweimal täglich Ihre Zähne und fädeln Sie die Zahnzwischenräume einmal täglich.
  3. Möglicherweise wird Ihr Zahnarzt Ihnen raten, eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen – wie oft Sie diese Tätigkeit von Fachkräften ausführen lassen sollen, hängt wiederum vom Zustand Ihrer Zähne ab.
  4. Wenn Ihre Zähne sehr empfindlich auf Kaltes, Heißes oder Süßes reagieren, kann man Ihnen bei der professionelle Zahnreinigung zum Beispiel genau erklären, welche Zahnpasta hilft, Ihren Zahnschmelz zu unterstützen.
  5. Denken Sie ansonsten daran, dass Sie vor Urlaubsreisen mit dem Flugzeug, vor einem Tauch- oder Bergurlaub Ihre Zähne kontrollieren lassen: Schlecht versorgte Füllungen können bei plötzlichen Luftdruckänderungen dazu führen, dass sich Gasinseln im Zahn ausdehnen und zu heftigen Schmerzattacken führen.

Aktualisiert: 05.06.2019
Autor*in: Nathalie Blanck

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