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Arten von Angsterkrankungen

Angsterkrankungen im Überblick

Bei Angsterkrankungen wird ganz allgemein zwischen psychisch bedingten Angststörungen, organischen Angststörungen und substanzinduzierten Angststörungen unterschieden. Während organische Angststörungen durch eine körperliche Erkrankung wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst werden, werden substanzinduzierte Angststörungen durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder Drogen ausgelöst.

Psychisch bedingte Angststörungen können weiter in Phobien, Panikstörungen und generalisierte Angststörungen unterteilt werden.

Phobien

Als Phobien werden ausgeprägte, krankhafte Ängste vor einer real nicht oder kaum bedrohlichen Situation bezeichnet. Legt man die anfängliche Definition von Furcht als "gezielte Angst" zugrunde, kann man auch von einer krankhaft übersteigerten Furcht sprechen. Allerdings ist auch der Begriff der Phobie nicht ganz eindeutig – es gibt nämlich auch einige Phobien, die nicht zwingend krankhaft sind (zum Beispiel die Phagophobie).

In den gängigen Einteilungen unterscheidet man drei Gruppen von Phobien:

  1. Agoraphobie: ursprünglich die Angst vor weiten Plätzen. Mittlerweile umfasst der Begriff alle Situationen, bei denen vor deren Eintreten bereits eine "Erwartungsangst" vorhanden ist (weshalb diese Situation vermieden wird). Oft kommt die Agoraphobie zusammen mit Panikattacken vor. Sie beginnt meist im zweiten Lebensjahrzehnt und betrifft überwiegend Frauen.
  2. Soziale Phobien: Furcht, durch ungeschicktes Verhalten eine peinliche Situation auszulösen. Eine soziale Phobie beginnt meist während der Pubertät und geht oft mit starken Selbstzweifeln und dem Hang zum Substanzmissbrauch einher. Verschiedene Formen der sozialen Phobie sind die Errötungsangst, die Gynäkophobie (Angst vor dem Weiblichen), die Sprechangst und die Versagensangst.
  3. Spezifische Phobien: Anhaltende Furcht vor einem bestimmten Objekt (zum Beispiel einem Tier) oder einer speziellen Situation (zum Beispiel Gewitter, Arztbesuch). Bei der spezifischen Phobie werden bereits durch die Vorstellung des Auslösers Angstsymptome erzeugt. Meist beginnt diese Form der Phobie bereits in der Kindheit.

Arten von spezifischen Phobien

Zu den spezifischen Phobien gehören:

  • Dunkelangst (nicht zwingend krankhaft)
  • Flugangst (nicht zwingend krankhaft)
  • Fremdenangst (Xenophobie; Krankheitswert umstritten)
  • Höhenangst (Akrophobie; nicht zwingend krankhaft)
  • Klaustrophobie (Angst vor engen oder geschlossenen Räumen, wird umgangssprachlich oft als Platzangst bezeichnet)
  • Leistungsangst
  • Prüfungsangst (nicht zwingend krankhaft)
  • Schluckangst (Phagophobie; nicht zwingend krankhaft)
  • Schulphobie, Schulangst
  • Spritzenangst oder Angst vor einem Arztbesuch
  • Zoophobie (Angst vor Tieren, beispielsweise vor Spinnen = Arachnophobie oder Hunden = Kynophobie)

Typisch für Phobien ist, dass sie vorhersagbar sind, also immer in bestimmten Situationen auftreten und zwar so, dass die Angst weit stärker ist als der Auslöser es "verdient".

Panikstörungen

Panikstörungen sind durch wiederholte schwere Angstattacken gekennzeichnet, die entweder an bestimmte Situationen oder Auslöser geknüpft sind (Panikstörung mit Agoraphobie) oder unvorhergesehen und plötzlich auftreten (Panikstörung ohne Agoraphobie). Sie sind von der starken Frucht zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren sowie ausgeprägten körperlichen Symptomen begleitet. Häufig werden die Betroffenen als Notfall mit dem Verdacht auf ein körperliches Leiden wie einen Herzinfarkt in die Ambulanz eingeliefert.

Zu den Panikstörungen gehören:

  • Todesangst (nicht zwingend krankhaft)
  • Trennungsangst (nicht zwingend krankhaft)
  • Erwartungsangst (Angst vor der Angst oder vor dem Unbekannten, kommt sowohl bei der Panikstörung als auch bei den Phobien vor)

Generalisierte Angststörungen

Bei dieser Angsterkrankung ist typisch, dass verschiedene Alltagssituationen mit innerer Anspannung, Sorge und Befürchtungen gekoppelt sind; daneben bestehen auch körperliche Beschwerden wie Herzklopfen, Schweißausbrüche und Beklemmungsgefühle sowie psychische Symptome wie Schreckhaftigkeit, Ruhelosigkeit, Konzentrations- und Schlafprobleme.

Damit die Diagnose gerechtfertigt ist, müssen die Symptome mindestens ein halbes Jahr bestehen.

Aktualisiert: 13.05.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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