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Depression – Entstehung und Häufigkeit

Meist hat eine Depression nicht nur genau eine Ursache, sondern entsteht durch das Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Inzwischen weiß man, dass einerseits die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin eine Rolle spielen. Wenn zu wenig von ihnen im Gehirn vorhanden ist oder ihre Signale nicht richtig weitergegeben werden, entwickelt sich eine Depression.

Wie entsteht eine Depression?

Andererseits vermutet man eine genetische Komponente, die vererbt wird – allerdings scheint nur die Veranlagung, eine Depression möglicherweise zu entwickeln, vererbbar zu sein, nicht aber die tatsächliche Ausprägung.

Dazu kommen die Faktoren, die bei jedem Menschen verschieden sind, wie soziale und psychische Einflüsse. Frauen sind durchschnittlich doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Ursachen einer Depression erkennen

Da die Ursachen so vielfältig sind, bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass bei der Ursachenforschung im Einzelfall genau aufgeschlüsselt werden muss, welche Faktoren in der jetzigen Situation eines Betroffenen wahrscheinlich zu der Depression geführt haben – nur dann kann man unter Umständen diese Faktoren verändern und dem Betroffenen langfristig helfen.

Wie häufig sind Depressionen?

Depressionen sind inzwischen so häufig, dass man von einer Volkskrankheit spricht. Aktuelle Zahlen sprechen von circa fünf bis sechs Millionen depressiven Menschen in Deutschland. Man geht davon aus, dass über elf Prozent aller Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken. Dabei kann die depressive Phase einmalig auftreten (bei circa 25-40 Prozent), es kann mehrere Krankheitsphasen geben, zwischen denen der Betroffene wieder gesundet – aber es gibt leider auch einen chronischen Verlauf (bei 10 bis 15 Prozent).

Suizid als Folge einer Depression

Grundsätzlich ist die Depression eine ernst zu nehmende Krankheit, denn die traurige Grundstimmung kann zu Berufsunfähigkeit oder sogar zu Suizidgedanken führen. Damit wird die Krankheit für den Betroffenen lebensbedrohlich, denn sobald die Antriebshemmung nachlässt, die depressive Grundstimmung aber noch vorhanden ist, ist der Weg von Selbstmordgedanken zum wirklichen Versuch nicht mehr weit.

40 bis 70 Prozent aller Selbstmorde werden im Rahmen einer Depression ausgeführt und fast jeder Patient mit einer schweren Depression hat zumindest Selbstmordgedanken.

Aktualisiert: 09.04.2019 – Autor: Nathalie Blanck

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