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Sport hilft bei Depression

Mann betreibt Sport gegen Depression © rawpixel

Fast jeder kennt das Gefühl. Nach einem Dauerlauf, ein paar Runden Schwimmen oder einer Radtour fühlt man sich entspannt, erholt und glücklich. Das gute Gefühl, etwas für sich und seinen Körper getan zu haben, macht Strapazen schnell vergessen. Auch bei Depression kann sich Ausdauersport positiv auswirken. Was Sport bei einer Depression bewirken kann, erfahren Sie hier.

Glücksgefühl durch Sport

Nicht nur nach, sondern auch bereits während des Trainings stellt sich bei Sportlern oft ein Glücksgefühl ein. Schließlich werden beim Sport jede Menge Endorphine ausgeschüttet, welche trübe Gedanken schnell wegblasen. In vielen Kliniken gehören Sport und Bewegung daher schon fest zum Therapieplan bei Depressionen.

Welche Sportarten sind bei Depression geeignet?

Besonders regelmäßig betriebener Laufsport, Schwimmtraining oder Radfahren können den Patienten oft helfen. Auch Mannschaftssportarten stärken durch das Gemeinschaftsgefühl und die Erfolgserlebnisse. Zudem wächst bei Sport in der Gruppe oder mit einem Trainingspartner die Wahrscheinlichkeit, dabeizubleiben.

Von wettkampforientierten Sportarten ist jedoch eher abzuraten, denn sie vermitteln schnell ein Gefühl des Versagens, was für depressive Menschen noch viel schlimmer ist, als für gesunde.

Positive Effekte von Sport

Wie bei allen Menschen fördert Sport auch bei psychisch Kranken Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination, Konzentration, Körperwahrnehmung und insbesondere bei Gruppenangeboten Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen.

Zudem hilft das Training,

  • Ärger und Aggressionen abzubauen
  • von negativen Wahrnehmungen und Empfindungen abzulenken
  • den Patienten zu offenbaren, dass sie Situationen bewältigen können

Ein wichtiger Faktor ist auch die feste Struktur, die ein regelmäßiges Training in den Alltag der Patienten bringt, welcher oft von Antriebslosigkeit und Rückzug in die eigenen vier Wände geprägt ist.

Sport als Hilfe bei leichten Depressionen

In der Antriebslosigkeit von depressiven Menschen liegt gleichzeitig aber auch das Problem. Schwer Depressive können sich morgens kaum dazu aufraffen, das Bett zu verlassen und die Zähne zu putzen. Die Sportschuhe zu schnüren und ins Freie, unter Menschen zu gehen, erfordert da schon mehr Courage.

Für schwer depressive Patienten oder solche, die noch nie Sport getrieben haben, ist eine Bewegungstherapie daher weniger empfehlenswert. Sie würden sich damit vermutlich nur unnötig quälen, um am Ende weitere Misserfolgserlebnisse zu haben, wenn sie sich wieder einmal nicht zum Training aufraffen konnten.

Für Menschen mit leichten bis mittelschweren Depressionen bietet regelmäßiger Sport jedoch eine große Chance und kann sogar davor bewahren, in eine schwere Depression abzurutschen. Das Gefühl, selbst gegen die Krankheit aktiv zu werden, beflügelt sicherlich mehr als die Einnahme von Medikamenten oder lange Sitzungen beim Psychotherapeuten. Auch das positive Feedback, sowohl vom Körper selbst, als auch von der Umwelt, das sich durch regelmäßiges Training einstellen wird, hilft bei dem Weg aus der Depression.

Realistische Ziele stecken

Bevor ein Patient mit dem Training beginnt, sollte er in jedem Fall Rücksprache mit seinem Arzt halten und einen Gesundheits- und Belastungscheck machen lassen. Ein sanfter Einstieg ins Training mit realistischen Zielen ist dann essenziell – nichts wäre nun schlimmer als das Gefühl des Versagens, wenn während eines geplanten Zehn-Kilometer-Laufs die Puste ausgeht.

Wer sich jedoch anfangs nicht zu viel vornimmt, sondern bereits das Anziehen der Trainingskleidung als Erfolg verzeichnet, der ist sicherlich auf dem richtigen Weg.

Fazit: So hilft Sport bei Depression

Eindeutig belegt ist die konkrete Wirkung von Sport auf die Depression nicht. Zahlreiche Studien belegen aber mittlerweile die beeindruckenden Resultate. In manchen Fällen war der Sport sogar erfolgreicher als die Therapie mit Medikamenten, wobei die eine Therapie die andere nicht ausschließt.

Grundsätzlich gilt in jedem Fall: Sport bringt Routine und Struktur in den Tagesablauf der Patienten, er gibt Halt, Sicherheit und das gute Gefühl, etwas geleistet zu haben. Er hilft, negative Gedanken zu vergessen und Ängste zu verlieren. Bei realistisch gesteckten Zielen entstehen schnell kleine Erfolgserlebnisse, die nicht nur die Laune, sondern auch das Selbstbewusstsein steigern.

Aktualisiert: 09.04.2019 – Autor: Kristina Klement

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