Dopamin: Wirkung und Mangel des Glückshormons

Dopamin: Glücklicher Mann
© Fotografie Loban

Dopamin hat als wichtiger Botenstoff des Nervensystems einen großen Einfluss auf Körper und Psyche des Menschen. Ein Dopaminmangel oder -überschuss kann sich deshalb je nach Ausmaß gravierend auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken. Auch die Entstehung bestimmter Krankheiten, wie Parkinson oder ADHS, wird durch veränderte Dopaminwerte beeinflusst. Was ist Dopamin genau, welche Wirkung hat es im Körper und welche Symptome weisen auf zu viel oder zu wenig Dopamin hin?

Was ist Dopamin?

Dopamin wird im Körper aus den Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin gebildet. Es ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung der Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin, weshalb sich Stress auch auf den Dopaminspiegel auswirkt.

Freigesetzt wird Dopamin im synaptischen Spalt, also dem Spalt zwischen zwei Nervenzellen. Als sogenannter Neurotransmitter – eine Art Hormon – leitet Dopamin Signale zwischen Neuronen weiter und sorgt so für die Steuerung sowohl körperlicher als auch geistiger Bewegungen.

Dopamin: Wirkung

Da Dopamin Signale zwischen Neuronen weiterleitet, ist es für eine Vielzahl von Körperreaktionen verantwortlich, so etwa für die Feinmotorik oder die Körperbewegung, aber auch für psychischen Antrieb, Wohlbefinden, Lebensfreude, Mut, Konzentration und Vergnügen. Dabei steht Dopamin in ständiger Wechselwirkung mit dem eher dämpfend-entspannend wirkenden Serotonin. Außerdem wird Dopamin als Glücksgefühl bei bestimmten Tätigkeiten wie etwa Essen oder Sex ausgeschüttet und weckt dabei den Wunsch nach Wiederholung. Auch auf die Durchblutung von Bauch und Nieren hat Dopamin Einfluss. Aus diesem Grund wird es beispielsweise in der Notfallmedizin bei drohendem Nierenversagen angewendet.

Dieses "Belohnungssystem" kann bei Drogenmissbrauch gefährlich werden, denn Dopamin wird auch bei der Einnahme von Amphetaminen, Opiaten und Kokain verstärkt ausgeschüttet und führt so zur Sucht. Auch Nikotin führt zur Ausschüttung von Dopamin und sorgt so beim Rauchen für Glücksgefühle. Auch bereits das Halten und Anzünden einer Zigarette setzt Dopamin frei. Dies macht es Süchtigen schwer, sich das Rauchen abzugewöhnen.

Dopaminmenge beeinflusst Persönlichkeit

Die Menge an Dopamin, die im Gehirn sitzt, ist von Mensch zu Mensch verschieden und vermutlich auch für das individuelle Temperament verantwortlich.

Forscher*innen an der Berliner Charité haben herausgefunden, dass Menschen mit hoher Dopamin-Konzentration meist ängstlicher sind, als Personen mit weniger Dopamin. Menschen mit einer durchschnittlichen Menge des Botenstoffes sind in der Regel ausgeglichen und zufrieden. Durch seine zahlreichen Funktionen kann es bei einem Mangel oder Überschuss von Dopamin jedoch schnell gefährlich werden.

Dopamin als körpereigenes Aufputschmittel

In anderen Fällen nutzt der Körper das Dopamin aber auch, um sich selbst zu helfen. So ist der Körper beispielsweise nach einer langen Nacht mit wenig Schlaf in der Lage, verstärkt Dopamin auszuschütten und es wie ein Aufputschmittel als körpereigenen Muntermacher zu nutzen. So kommt es, dass wir uns trotz Schlafentzugs oft noch konzentriert, wach sowie erstaunlich fit fühlen.

Dopaminmangel: Symptome

Dopamin beeinflusst die Psyche sowie die Durchblutung bestimmter Körperbereiche, die Körperbewegung und Motorik. Ein Dopaminmangel kann deshalb zu folgenden Symptomen führen:

Durch die Wirkung von Dopamin auf die körperliche Motorik kann ein starker Dopaminmangel außerdem das Risiko zur Entwicklung von Parkinson erhöhen. Diese Erkrankung ist nachweislich untrennbar mit einem Dopaminmangel verbunden – bei Menschen mit Parkinson ist die Dopamin-Konzentration im Gehirn bis zu 90 Prozent geringer als bei gesunden Menschen. Einem solchen Dopaminmangel geht das Absterben einer bestimmten Kernregion im Gehirn, der Substantia nigra, voraus. Die dort liegenden Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin.

Besonders häufig sind ältere Menschen von Parkinson betroffen. Die Krankheit, die auch "Schüttellähmung" genannt wird, geht mit folgenden Symptomen einher:

  • Zittern
  • Kopfwackeln
  • anfallartiges Schwitzen
  • gehemmter Gang
  • Gedächtnisstörungen
  • Ungeschicklichkeit

In schweren Fällen von Parkinson kann es helfen, dopaminverstärkende Medikamente einzunehmen. Diese enthalten Aminosäuren, mit deren Hilfe der Körper dann eigenständig Dopamin produzieren kann.

Gestörter Dopaminstoffwechsel: ADS und ADHS als Folge

Auch die Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrome ADS und ADHS sind auf eine Stoffwechselstörung bei Dopamin zurückzuführen. Hier wird das Dopamin zu schnell abgebaut, was dazu führt, dass die Nerven ankommende Reize nicht mehr filtern können. Anders als gesunde Menschen können Betroffene unnütze Empfindungen oder Geräusche nicht aussortieren und nehmen sie genauso intensiv wahr, wie wichtige Dinge. Dadurch kommt es bei ADS sowie ADHS zu Konzentrationsstörungen und Aufmerksamkeitsproblemen.

Überschuss an Dopamin: Angstzustände und Schizophrenie

Dopamin ist zuständig für die Übertragung von Empfindungen und Gefühlen. Bei gesunden Menschen sorgt dies für eine stabile emotionale Wahrnehmung, denn sie nehmen nur etwa zehn Prozent aller Eindrücke und Gefühle wahr, die sie andauernd umgeben. Menschen mit einer hohen Dopamin-Konzentration können jedoch erheblich mehr wahrnehmen und verlieren mehr und mehr die Fähigkeit, zwischen wichtigen und unwichtigen Empfindungen zu unterscheiden. In der Folge können Angstzustände auftreten.

Nimmt eine Person 20 Prozent aller Empfindungen wahr, kann es zu einem Nervenzusammenbruch kommen. Eine noch höhere Dopamin-Konzentration führt zu Psychosen oder Schizophrenie. Zur Behandlung eignen sich hier Dopaminantagonisten wie Neuroleptika, die helfen, den Dopaminspiegel zu reduzieren.

Ist der Dopaminspiegel erhöht, kann (neben dem Konsum von Drogen) Stress dahinterstecken. Ein dauerhaft erhöhter Dopaminspiegel kann durch einen hormonell aktiven Tumor, ein sogenanntes Phäochromozytom, ausgelöst werden. Meist handelt es sich dabei um Tumore im Nebennierenmark.

Werden, ausgelöst durch den Tumor, neben Dopamin auch Noradrenalin und Adrenalin vermehrt gebildet, treten als Symptome häufig Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Angstzustände und eine blasse Hautfarbe (insbesondere im Gesicht) auf. Wird nur die Bildung von Dopamin angeregt, fehlen diese Anzeichen. Der Tumor wird dann meist durch das Auftreten unspezifischer Symptome, wie Schmerzen in umliegenden Organen (Verdrängungsschmerzen), diagnostiziert.

Dopaminwerte messen

Der Dopaminwert wird im 24-Stunden Sammelurin in Mikrogramm pro Tag gemessen. Um den Wert nicht zu verfälschen, sollten Betroffene drei Tage vor der Messung auf Koffein, Nikotin oder bestimmte Lebensmittel, wie Nüsse und Eier verzichten, da diese das Ergebnis beeinflussen können. Für Erwachsene liegt der Normalwert von Dopamin bei unter 500 µg/24 h.

Dopaminspiegel selbst regulieren

Liegt ein leichter Dopaminüberschuss ohne starke Begleitsymptome vor, können Betroffene auch selbst etwas tun, um den Dopaminspiegel zu beeinflussen. Da Dopamin als Zwischenprodukt bei der Erzeugung von Noradrenalin und Adrenalin gebildet wird, kann die Reduzierung von Stress zu einer Senkung des Dopaminspiegels beitragen.

Hilfreich kann es deshalb sein, sich einen Beruf zu suchen, der einen erfüllt, glücklich macht und das Gefühl gibt, etwas Nützliches geleistet zu haben. Auch Meditation, Entspannungsübungen, Yoga, Fastenkuren oder Pilates können helfen, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen und so das körpereigene Dopamin auf das richtige Niveau zu bringen.

Treten die oben genannten Symptome auf, die auf einen starken Dopaminmangel oder -überschuss hinweisen, sollte aber immer ärztlicher Rat gesucht werden, um mögliche Ursachen und die passende Behandlung zu klären.

Aktualisiert: 25.10.2021
Autor*in: Kristina Klement; überarbeitet: Jasmin Rauch

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