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Kollagenosen – Therapie

Die Behandlung von Kollagenosen erfolgt mithilfe verschiedener Medikamente. Doch diese unterdrücken das Immunsystem und haben daher häufig Nebenwirkungen. Im Folgenden finden Sie Informationen zu Therapie, Prognose und den Risikofaktoren.

Was kann man gegen eine Kollagenose tun?

Die medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems nimmt die Hauptrolle bei der Behandlung der Kollagenosen ein. Neben nichtsteroidalen Antiphlogistika wie Diclofenac oder Ibuprofen werden folgende Medikamente eingesetzt:

  • D-Penicillamin (vor allem bei der Sklerodermie)
  • Chloroquin (bei Lupus und Sjögren-Syndrom)
  • Azathioprin
  • Methotrexat
  • weitere moderne Immunsuppressiva
  • Kortikoide (bei allen Kollagenosen)

Behandlung der Nebenwirkungen

Alle Substanzen führen zu einer Unterdrückung der Immunantwort, können aber auch als Nebenwirkung den Körper infektanfälliger machen. Daneben können Symptome wie trockene Augen oder Mund mit künstlicher Tränenflüssigkeit und reichlicher Flüssigkeitsaufnahme gelindert werden.

Gegen das Raynaud-Syndrom hilft ausreichender Kälteschutz, gegen die Photosensibilität muss ein konsequenter Sonnenschutz in Form von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor benutzt werden. Die Bewegungseinschränkungen bei der Sklerodermie und den arthritischen Symptomen können mit gezielten Übungen gemildert werden.

Kollagenose: Prognose

Während die Prognose von Sjögren-Syndrom und Mischkollagenose gut ist, ist die Prognose bei Fibro-/Dermatomyositis und Sklerodermie ernst: Je nach Ausmaß und Voranschreiten der Nieren-, Lungen- und Herzbeteiligung kann die Erkrankung zum Tode führen.

Die Lupus-Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben, insgesamt sind nach 10 Jahren 90 Prozent der Betroffenen noch am Leben.

Für alle Kollagenosen gibt es Selbsthilfegruppen, die mit einer Vielfalt von Informationen auch im Internet vertreten sind.

Was sind Risikofaktoren für eine Kollagenose?

Es erkranken wesentlich mehr Frauen an Kollagenosen, so dass ein nicht beeinflussbarer Risikofaktor das weibliche Geschlecht ist. Auch findet man eine Häufung der Kollagenosen bei Menschen, die eine bestimmten Antigenkonstellation auf ihren Immunzellen haben – wenn jemand HLA-DR2- oder HLA-DR3-positiv ist, ist das Risiko für eine Kollagenose um das Dreifache erhöht. Also kann auch die genetische Disposition eine Rolle spielen.

An weiteren Risikofaktoren werden die Einnahme der Antibabypille und anderer Medikamente oder eine Infektion mit bestimmten Erregern diskutiert, letztlich ist die Ätiologie weitgehend ungeklärt.

Aktualisiert: 28.02.2019 – Autor: Nathalie Blanck

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