Kopfschmerzen – die häufigsten 7 Irrtümer

Mann mit Kopfschmerzen © istockphoto, KatarzynaBialasiewicz

Kopfschmerzen sind eine Volkskrankheit. Mehr als 70 Prozent aller Deutschen leiden zumindest zeitweise darunter. Trotzdem sind die meisten Menschen nur unzureichend informiert und zahlreiche Vorurteile halten sich hartnäckig. Wir stellen die sieben häufigsten Irrtümer über Kopfschmerzen vor.

Irrtum 1: "Du bist einfach zu empfindlich."

Wer am Arbeitsplatz wegen Kopfschmerzen fehlt, gilt schnell als Mimose oder Drückeberger. Dieses Urteil ist ungerecht: "Migräne und Kopfschmerzen sind ernstzunehmende Erkrankungen und keine faule Ausrede", erklärt die Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. "Schlimmstenfalls müssen die Patienten tagelang im abgedunkelten Zimmer liegen – an Arbeit ist dann gar nicht zu denken."

Irrtum 2: "Ein Indianer kennt keinen Schmerz."

Kopfschmerzen muss man nicht einfach hinnehmen. Im Gegenteil: Wer nichts dagegen unternimmt, riskiert sogar chronische Beschwerden. "Wenn die Schmerzen stärker werden, lange anhalten oder immer wieder auftreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden", empfiehlt Dr. Pfarrer.

Irrtum 3: "Ruhe ist das Einzige, was hilft."

Falsch! "Durch Bewegung werden Verspannungen gelöst und Schmerzen gelindert. Das gilt besonders für Menschen, die unter Spannungskopfschmerzen leiden", erklärt der Sportwissenschaftler Uwe Dresel. Anders liegt der Fall bei Migränepatienten: "Sport ist zwar ein gutes Mittel zur Vorbeugung, weil die Produktion körpereigener "Schmerzmittel" angeregt wird. Bei einem akuten Migräneanfall ist Sport jedoch nicht zu empfehlen, da Bewegung die Qualen noch verschlimmert", so der Experte.

Irrtum 4: „Dann nehme ich halt eine Tablette."

Viele Patienten glauben, dass sie nur das richtige Medikament oder eine ausreichend hohe Dosis benötigen, um den Schmerz zu besiegen. Tabletten sind aber nur ein Bestandteil einer wirksamen Schmerztherapie. So ist es zum Beispiel unerlässlich, seine Lebensgewohnheiten zu ändern. Wichtig sind ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus, aber auch viel Bewegung und Entspannung.

Irrtum 5: "Der Käse war schuld."

Rotwein, reifer Käse, Zitrusfrüchte und Schokolade sind nur einige Lebensmittel, die als potentielle Auslöser für Migräneattacken gelten. Obwohl Patienten solche Beobachtungen ernst nehmen und mit ihrem Arzt besprechen sollten, ist Vorsicht geboten: Bisher konnte noch kein bestimmter Stoff sicher als Auslöser identifiziert werden. Bevor man also gewisse Lebensmittel vom Speiseplan streicht, sollte man zunächst die Symptome über einen längeren Zeitraum beobachten, um Zusammenhänge zu erkennen. Zur Vorbeugung von Migräneattacken ist es in jedem Fall ratsam, regelmäßig zu essen.

Irrtum 6: "Das Wetter macht mir zu schaffen."

Föhn, hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturschwankungen – viele Kopfschmerz- und Migränepatienten machen das Wetter für ihr Leiden verantwortlich. Faktisch konnte noch keine ernstzunehmende Studie einen direkten Zusammenhang zwischen dem "Gewitter im Kopf" und dem Klima belegen. Kopfschmerz- und Migränegeplagte sollten deshalb lieber auf andere mögliche Auslöser achten und dem Wetter keine allzu große Bedeutung beimessen.

Irrtum 7: "Schmerzmittel mit Koffein wirken besser."

Koffein verstärkt zwar die Schmerzlinderung, birgt aber Risiken: "Suchtgefahr, medikamentenbedingter Kopfschmerz, Magen-, Nieren- und Leberschäden sind schlagkräftige Argumente gegen diese so genannten Kombipräparate", erläutert Apothekerin Claudia Schaa. "Besser geeignet und verträglicher sind Schmerzmittel mit nur einem Wirkstoff."

Aktualisiert: 09.07.2018 - Autor: DAK

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