Kopfschmerzen - Ursachen & Behandlung

Frau mit Kopfschmerzen beim Arzt © istockphoto, monkeybusinessimages

Kopfschmerzen sind Schmerzen unterschiedlicher Art, Intensität und Lokalisation im Bereich des Kopfes als Folge von Durchblutungsstörungen und Erkrankungen im Kopfbereich oder Erkrankungen des gesamten Organismus. Je nach Art der Kopfschmerzen lassen sich diese auf verschiedene Ursachen zurückführen.

Kopfschmerzen: Ursachen und Auslöser

Der knöcherne menschliche Schädel beherbergt zum einen das Gehirn als oberste Instanz aller Funktionen des Organismus und weitere Strukturen, die der Blutversorgung und dem Schutz des Gehirns dienen. Das Gehirn selbst besteht aus Millionen von miteinander verflochtenen Nervenzellen und wird von bindegewebigen Schutzhüllen, den so genannten Hirnhäuten umgeben. Die Blutversorgung des Gehirns erfolgt über die Halsschlagadern, die ein sich auffächerndes Gefäßsystem außerhalb und innerhalb des knöchernen Schädels mit zahlreichen Querverbindungen speisen. Die Nervenzellen des Gehirns sind an sich nicht schmerzempfindlich. Das allseits bekannte Symptom des Kopfschmerzes gelangt zu Bewusstsein durch Reizung bestimmter Schmerzrezeptoren, die in den Hirnhäuten und entlang der hirnversorgenden Gefäßbahnen lokalisiert sind.

Kopfschmerzen zählen zu den am häufigsten beklagten Beschwerden überhaupt. Sie können zu einer starken Beeinträchtigung des subjektiven Wohlbefindens führen. Das Spektrum der Ursachen von Kopfschmerzen reicht von Durchblutungsstörungen des Kopfes oder Verspannungen bei psychischer Überforderung über Erkrankungen von Augen und Ohren bis hin zum Hirntumor, wobei gefäßbedingte Ursachen mit ungefähr 80 Prozent an der Spitze stehen. Und Kopfschmerzmittel können ihrerseits die Auslöser von Kopfschmerz sein, wenn sie über längere Zeit regelmäßig eingenommen werden.

Überblick über Kopfschmerz-Ursachen

Nachstehend ein Überblick über die häufigsten Ursachen von Kopfschmerzen.

Primäre Kopfschmerzen:

  • Vaskuläre Kopfschmerzen einschließlich Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • Kopfschmerzen als Ausdruck psychischer Konfliktsituationen (Konversionskopfschmerzen)
  • Hirnnervenneuralgien

Symptomatische Kopfschmerzen:

  • Hirntumor
  • Entzündliche Erkrankungen des Gehirns
  • Gefäßmissbildungen des Gehirns
  • Traumatische Hirnverletzungen
  • Epilepsie
  • Erkrankungen des knöchernen Schädels
  • Erkrankungen der hirnversorgenden Gefäße
  • Augen-, Nebenhöhlen-, Ohr-, Zahn- und Kiefererkrankungen
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule

Kopfschmerzen bei Allgemeinerkrankungen:

  • Bluthochdruck
  • Allergien
  • Allgemeininfektionen mit Fieber
  • Blutarmut (Anämie)
  • Vergiftungen
  • Medikamentenmissbrauch

Behandlung von Kopfschmerzen

Für die Behandlung der primären Formen des Kopfschmerzes wie vaskulärer Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz oder Konversionskopfschmerz stehen im Wesentlichen folgende Verfahren zur Verfügung:

Medikamententherapie: Es sind zahlreiche Substanzen mit unterschiedlich starker, schmerzstillender Wirkung bekannt, wobei bei Kopfschmerzen vor allem Substanzen aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika und Analgetika wie Acetylsalicylsäure, Indometacin oder Paracetamol zum Einsatz kommen. Die Wirksamkeit der Substanzen im Einzelfall muss individuell getestet werden. Wegen der nicht unbedeutenden Nebenwirkungen ist vor einem chronischen Gebrauch von Schmerzmitteln zu warnen.

Entspannungstraining (autogenes Training, Yoga etc.): Bei der Entstehung fast aller Formen des primären Kopfschmerzes spielen psychische Faktoren wie Stress, chronische Überlastung im Berufs- oder Privatleben oder emotionale Anspannung eine wesentliche Rolle. Dementsprechend empfiehlt sich als Ergänzung zur schmerzstillenden Medikamentenbehandlung im Anfall jede Form von Entspannungstraining, die zur psychischen Stabilisierung und Selbstkontrolle beiträgt.

Homöopathie und Akupunktur: Erweisen sich die oben genannten Behandlungsmöglichkeiten für Kopfschmerzen als wirkungslos, können durch nichtschulmedizinische Alternativverfahren wie Homöopathie und Akupunktur in Einzelfällen erstaunliche Ergebnisse erzielt werden. Diesbezüglich empfiehlt sich ein Besuch beim Spezialisten.

Psychotherapie: Liegen die Ursachen des Kopfschmerzes in unbewussten psychischen Konflikten begründet, kommt als Verfahren der Wahl eine Psychotherapie in Betracht. Grundsätzlich setzt eine erfolgreiche Psychotherapie immer die Bereitschaft des Patienten voraus, sich seinen eigenen bewussten oder unbewussten Problemen und Konflikten zu stellen.

Behandlung von Clusterkopfschmerzen

Zur Behandlung des Clusterkopfschmerzes haben sich stärkere ergotaminhaltige Migränepräparate, als wirksam erwiesen. Bei starken Schmerzen ohne Reaktion auf o.g. Präparate helfen zuweilen auch örtliche Betäubungsmittel, die in den beteiligten Nervenknoten des Trigeminusnerven injiziert werden müssen. Kopfschmerzen bei Neuralgien erfordern wiederum eine spezielle Medikamentenbehandlung, wobei u.U. mit Antidepressiva oder auch Neuroleptika behandelt werden kann.

Versagen alle Medikamente, kann der Versuch unternommen werden, die schmerzleitenden Nervenfasern durch eine Operation auszuschalten und damit das Schmerzsyndrom zu heilen. Bei symptomatischen Kopfschmerzen im Gefolge von Erkrankungen innerhalb oder außerhalb des Schädels richtet sich die Therapie primär gegen das Grundproblem, kann natürlich aber auch mit schmerzstillenden Präparaten kombiniert werden. Das gleiche gilt für Kopfschmerzen, die im Rahmen von Allgemeinerkrankungen auftreten.

Kopfschmerzen: Vorbeugende Maßnahmen

Sind bestimmte Auslösesituationen oder -faktoren für die Kopfschmerzen bekannt, empfiehlt sich natürlich eine entsprechende Vermeidungsstrategie. Liegen die Ursachen für die Kopfschmerzen in psychischer Überforderung, Stress oder emotionaler Anspannung begründet, sollte man zumindest den Versuch unternehmen, durch körperliches und geistiges Ausgleichsprogramm, einen stabileren und entspannenderen Lebensrhythmus zu finden.

Aktualisiert: 17.08.2012

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